Pflanze des Monats April: Der Hohle Lerchensporn

(23. März 2018) Zur Pflanze des Monats April 2018 hat die Umweltstiftung Rastatt den Hohlen Lerchensporn (Corydalis cava) gewählt. Als typischer Frühblüher wächst er bereits zeitig im Jahr und blüht vor dem Laubaustrieb im Wald, also schon, wenn es noch so richtig kalt sein kann. So kann er das Sonnenlicht voll nutzen. Denn im Sommer gäbe es für ihn unter den dicht belaubten Bäumen kein Licht mehr zum Wachsen. Der Hohle Lerchensporn ist damit sehr gut an das Leben in unseren Laubwäldern angepasst. Seine Nährstoffe bezieht der Hohle Lerchensporn aus einer tief unter der Erde sitzenden, etwa walnussgroßen, stärkehaltigen Knolle. Der deutsche Beiname „hohl“ bezieht sich auf die Knolle. Denn die ist durch das Absterben von Gewebe bei älteren Pflanzen hohl.  

Hummeln beißen sich zum Nektar 

Die hübschen Blüten des bis zu 30 Zentimeter hohen Hohlen Lerchensporns entwickeln sich zwischen März und April. Man findet ihn in Farbvarianten von Weiß über Rosa und Violett. Meist stehen die zehn bis 20 Blüten in einem Blütenstand zusammen. Die zwittrige Einzelblüte wird bis zu drei Zentimeter lang. Sie besteht aus einer Oberlippe mit einem Sporn und einer Unterlippe. Der Sporn führt reichlich Nektar und lockt insbesondere langrüsselige Insekten oder Schmetterlinge zur Bestäubung an. Hummeln kommen mit ihren kürzeren Saugrüsseln nicht an den Nektar. Um trotzdem an die begehrte Nahrung zu gelangen, beißen sie den Sporn von außen auf und schnappen sich den süßen Saft, ohne dabei der Bestäubung zu dienen.  

Zuckriges Anhängsel lockt Ameisen

Als Frucht bildet der Hohle Lerchensporn eine schotenartige Kapsel, die zahlreiche rundliche, bis zu drei Millimeter große, schwarzglänzende Samen freigibt. Diese werden durch Ameisen verbreitet. Das funktioniert nur, weil an den Samen ein sogenanntes Elaiosom hängt. Das ist ein fett- und zuckerreiches Anhängsel, das die Ameisen zum Fressen gern haben. Der Vorteil für die Pflanze: Von den Ameisen verschleppt, keimen die Samen entfernt von der Mutterpflanze und bilden neue Kolonien. Die Einzelpflanzen wachsen gerne auf etwas feuchten, lockeren und nährstoffreichen Lehmböden. Sie kommen oft in kleinen Rudeln vor, können aber auch je nach Standort großflächige Ansammlungen bilden. 

Der Hohle Lerchensporn ist giftig

Alle Pflanzenteile des Hohlen Lerchensporns sind schwach, die Rhizomknolle jedoch stark giftig. Die Pflanze enthält verschiedene Alkaloide, in erster Linie das Bulbocapnin. Vergiftungen mit dem Lerchensporn sind selten, da die giftigen Stoffe in hoher Konzentration vorwiegend in den Knollen vorkommen, die sich tief in der Erde befinden. Früher eine Heilpflanze, wird der Hohle Lerchensporn heutzutage nicht mehr medizinisch angewendet. 

Hübsch anzusehen ist der Hohle Lerchensporn. Foto: Rainer Deible.

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