Große Weimar-Ausstellung im Stadtmuseum: Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren

(20. März 2018) Knapp zwei Monate vor Eröffnung der großen Weimar-Ausstellung „Es lebe das Neue!? Rastatt in der Weimarer Republik – Ein Stück Demokratiegeschichte“ laufen die Vorbereitungen im Stadtmuseum auf Hochtouren: Katalogtexte werden geschrieben, Objekte Vitrinen zugeordnet und Ausstellungsstücke restauriert. Ein besonders sensibles Objekt ist ein bodenlanges, fliederfarbenes Abendkleid. 

Ursprünglich stammte es aus einer Rastatter Familie. Es gehörte vermutlich Elfriede Frank, die es sich zu ihrer Verlobung mit Fritz Kraft Ende der 1920er Jahre schneidern ließ. Eine Besonderheit des Kleids ist die Herstellung aus Viskose, einer halbsynthetischen Chemiefaser, die aus Cellulose gesponnen wird. 1920 entwickelte der Schweizer René Clavel ein Verfahren, den Stoff zu färben. So wurde Viskose zu einem für die zwanziger Jahre typischen Massenprodukt, das günstige Kleider möglich machte. 

Die knapp hundert Jahre haben dem Abendkleid jedoch sehr zugesetzt. Der Stoff war verblichen, voller Falten und Knicke, die nicht einfach mit einem vorgewärmten Bügeleisen entfernt werden können. Der Rückenausschnitt war voller offener und gerissener Nähte. Und auch das übrige Nähmaterial war so spröde, dass es unmöglich gewesen wäre, das Stück freistehend auszustellen. Für die Ausstellung war daher eine Restaurierung dringend nötig. In 34 Stunden hat Diane Lanz, Textilrestauratorin in Emmendingen, das Kleid gesichert, Fehlstellen ausgebessert und Flecken entfernt. Für die Reinigung hat sie den aufliegenden Schmutz mit einem Pinsel aufgehoben und durch einen fein regulierbaren Staubsauger abgesaugt, wobei die Düse den Stoff nicht berühren durfte. Möglich wurde die aufwendige Restaurierung durch die Förderung der Landesstelle für Museumsbetreuung in Stuttgart, die die Hälfte der entstandenen Kosten übernommen hat.

Nun hat Diane Lanz das restaurierte Stück sauber verpackt ins Stadtmuseum gebracht. Anfang Mai wird sie noch einmal nach Rastatt kommen und das Kleid auf der gefertigten Figurine zu montieren. Wie das Kleid in der Ausstellung präsentiert wird, bleibt aber noch geheim.  

Zu sehen ist die Sonderausstellung ab dem 18. Mai im Stadtmuseum Rastatt. Weitere Informationen gibt es unter Telefon 07222 972-8400 oder online unter www.stadtmuseum-rastatt.de.

Textilrestauratorin Diane Lanz bereitet das Abendkleid einer Rastatterin für die große Weimar-Ausstellung im Stadtmuseum vor. Foto: Stadt Rastatt

Folgen Sie uns auf:


Kontakt:

Pressestelle Stadt Rastatt

Telefon: 07222 972-1300
oder -1301

E-Mail: pressestelle@rastatt.de