Expertenkreis Inklusion tagte: Dauerbrenner Bahnhof, Behindertenparkplätze in Blau und Aktionstag am 5. Mai

(20. März 2018) Wie geht’s weiter mit dem barrierefreien Ausbau des Rastatter Bahnhofs? Und wie weit gediehen ist die Umsetzung des Kommunalen Aktionsplanes Inklusion? Beide Fragen standen im Mittelpunkt der jüngsten Sitzung des Expertenkreises Inklusion am 13. März im Rastatter Rathaus. Auf der gut besuchten Veranstaltung, die in die Gebärdensprache übersetzt wurde, kamen außerdem die neu markierten Behindertenparkplätze zur Sprache. Thema war auch ein Aktionstag Inklusion, der auf Vorschlag aus dem Teilnehmerkreis am 5. Mai stattfinden soll.

Sitzungsleiter Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch berichtete eingangs über die Rückmeldung der Deutschen Bahn (DB) zu den Vorschlägen des Expertenkreises für Zwischenlösungen bis zur barrierefreien Sanierung. Einige der Vorschläge, dies geht aus einem Schreiben des DB-Konzernbevollmächtigten Baden-Württemberg Sven Hantel hervor, will die DB ohne weitere Diskussion umsetzen - so eine kontrastierende Markierung der Treppenstufen oder zusätzliche Sitzgelegenheiten in der Wartehalle. Für die Umsetzung anderer Vorschläge erbittet die DB zunächst einen gemeinsamen Ortstermin. Dabei sollen die gewünschte bessere Beschilderung, die Installation von Hinweistafeln oder die Leitlinien für Blinde geklärt werden, schreibt Hantel. Zunächst noch innerhalb des Konzerns zu entscheiden sei eine Absenkung der Fahrkartenautomaten. 

DB äußert sich zu Zwischenlösungen für einen barrierefreien Bahnhof

Als kaum oder gar nicht zu realisierende Zwischenlösung wertet der Konzernbevollmächtigte Servicepersonal vor Ort, das mobilitätseingeschränkten Menschen hilft. Auch die Ausgabe von Taxigutscheinen sei durch die DB nicht zu leisten, so Hantel. Und für einen Halt der Züge am bisher einzigen barrierefrei zugänglichen Bahnsteig 1, bedauert Hantel, mache die DB Netz AG einen Strich durch die Rechnung. 

Der Expertenkreis zeigte sich wenig begeistert von einigen Bahnreaktionen. Nach lebhafter, aber konstruktiver Diskussion beauftragte er den OB, mit der Bahn nachzuverhandeln. Ein Service, der an anderen Bahnhöfen üblich sei, müsse auch für den Bahnhof Rastatt gelten, betonten Mitglieder des Expertenkreises. Bei den vorgeschlagenen Zwischenlösungen erwarte man schließlich keine unzumutbaren Investitionen, sondern eigentlich Selbstverständlichkeiten.

Läuft bestens: Kommunaler Aktionsplan Inklusion mit 110 umgesetzten Maßnahmen 

Dass in anderen Bereichen durchaus konsequentes Handeln für eine barrierefreie Stadt zu erleben ist, zeigte sich bei der Präsentation zum Kommunalen Aktionsplan Inklusion. Margrit Wagner-Körber erläuterte die Maßnahmen, die 2016 und 2017 von der Stadtverwaltung realisiert wurden. Dazu gehören beispielsweise die Erneuerung von Lichtsignalanlagen mit akustischen Signalen und taktilen Leitsystemen, wie an der Kreuzung Oberwaldstraße/Wilhelm-Busch-Straße, die Berücksichtigung von Barrierefreiheit bei Projekten der Dorfentwicklung, der barrierefreie Ausbau der Bussteigkanten oder das interaktive Internetportal Rastatt-Inklusiv, das 2017 freigeschaltet wurde. Insgesamt 110 umgesetzte Maßnahmen führten zu Ausgaben in Höhe von 5,7 Millionen Euro. Fast 70 Prozent der Maßnahmen konnten nach Zeitplan erledigt werden. All dies stolze Zahlen und ein beispielhafter Einsatz, über den sich der Expertenkreis sehr lobend äußerte. Wagner-Körber versprach, die Verwaltung werde sich mit gleichem Engagement um die Fortschreibung 2019-2023 des Aktionsplanes kümmern. Derzeit widme man sich intensiv dem Thema Wohnen. Das Modellprojekt „Daheim wohnen in Rastatt“ nehme gerade viel Fahrt auf. Nachdem die Befragungen durch Studierende der Hochschule Ludwigsburg abgeschlossen sind, geht es jetzt an die Auswertung und die Diskussion in der Projektgruppe. Anschließend sind Stadtteilrundgänge mit Bürgerbeteiligung geplant, um die Wohnbedürfnisse von älteren Menschen und Menschen mit Behinderung noch besser berücksichtigen zu können.

Beim Thema Behindertenparkplätze sprach sich der Expertenkreis dafür aus, zukünftig alle entsprechenden Parkplätze mit einem markanten blauen Rand und damit größtmöglicher Signalwirkung auszustatten. Ein solcher Musterparkplatz war in den vergangenen Monaten auf dem Paradeplatz eingerichtet worden – überzeugend, wie der Expertenkreis feststellte. 

Dass Inklusion auch Aktion und ein Grund zum Feiern ist, regte Meike Duchac, Vorsitzende des Vereins „Volltreffer Inklusion mit Zukunft e.V.“, an. Ihre Idee, einen Aktionstag für Inklusion durchzuführen, griff der Expertenkreis Inklusion spontan auf. Geplant ist, die Aktion am Tag der Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am Samstag, 5. Mai, stattfinden zu lassen, während des Wochenmarktes vor dem Rathaus. Wer mitmachen möchte und Ideen hat: Anmeldungen bis zum 29. März nimmt die Servicestelle Inklusion entgegen: Margrit Wagner-Körber, E-Mail margrit.wagner-koerber@rastatt.de oder Telefon vormittags 07222 972-9440.

Künftig sollen alle Behindertenparkplätze mit einem markanten blauen Rand und damit größtmöglicher Signalwirkung ausgestattet werden wie hier auf dem Paradeplatz. Foto: Stadt Rastatt

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