Der Rastatter Stadtwald

Foto: Joachim Gerstner

Über 1.550 Hektar erstreckt sich der Rastatter Stadtwald – und bietet dabei zahlreichen Tier- und Pflanzenarten eine wunderbare Heimat, den Besucherinnen und Besuchern Erholung pur, und den Menschen in der Region Schutz vor Hochwasser. 

Zum Stadtwald gehören:

  • der Auenwald, auch Rastatter Rheinaue genannt,
  • der Hartholzauenwald,
  • der Bergwald,
  • Teile des Ötigheimer Waldes.

Der Rastatter Stadtwald mit seinen über 20 verschiedenen Laubbaumarten ist einer der artenreichsten Wälder der Region. Hier finden sich Nadelhölzer (drei Prozent), Buchen (acht Prozent), Eichen (20 Prozent), Ahorn (zehn Prozent), Eschen* (noch 22 Prozent), Pappeln (20 Prozent), Erlen und Weiden (elf Prozent) und andere Baumarten (sechs Prozent). Dafür legen sich die Rastatter Förster und Waldarbeiter täglich ins Zeug! 

Mehrere hunderttausend Bäume stehen im Stadtwald. Die ältesten Bäume, Stieleichen, sind bis zu 200 Jahre alt – und haben sogar die Badische Revolution miterlebt! Die höchsten Bäume sind Pappeln, sie sind fast 50 Meter hoch und haben ein Volumen von bis zu zwölf Festmetern pro Baum. Würde man das gesamte Holz im Stadtwald fällen, könnte man damit 13.250 LKW verladen. Hintereinandergestellt würden diese LKW rund 340 Kilometer ausmachen – also ungefähr die Strecke von Rastatt nach Kassel.

Ötigheimer Wald: Erholungswald mit Auszeichnung

Für die Rastatterinnen und Rastatter dient ihr Wald als Naherholungsgebiet. Sie treiben Sport, gehen gemütlich spazieren, atmen die gesunde Luft ein und genießen die Schönheit der Natur. Das klingt nicht nur nach Erholung pur, das ist sogar ausgezeichnete Erholung! Denn rund 170 Hektar des Ötigheimer Walds sind PEFC-zertifizierter Erholungswald. Als dritte Stadt Deutschlands nach Heidelberg und Augsburg erhielt Rastatt diese bundesweite Auszeichnung für ihr nachhaltiges Erholungswaldkonzept.

Naherholung im Rastatter Stadtwald / Foto: Joachim Gerstner
Naherholung im Rastatter Stadtwald / Foto: Joachim Gerstner

Naturschutz und Artenvielfalt im Badischen Dschungel

Eins der wichtigsten Ziele im Stadtwald: Artenschutz und Artenvielfalt! Die 600 Hektar umfassende Rastatter Rheinaue beispielsweise steht unter Naturschutz. Sie ist eine der letzten intakten und großen Überflutungsauen in Europa. Dabei ähnelt sie geradezu einem Dschungel, was ihr auch den Spitznamen „Badischer Dschungel“ eingebracht hat. 

Badischer Dschungel / Foto: Joachim Gerstner

Kein Wunder also, dass sich neben bekannten Wildtieren wie Rehen, Wildschweinen und Füchsen auch zugewanderte Arten und sogar seltene Säugetiere in unserem Stadtwald tummeln. Eine kleine Sensation ist es schon, dass die fast ausgestorbene und äußerst scheue Wildkatze ihre Spuren im „Badischen Dschungel“ hinterlassen hat. Und auch Waschbären und Marderhunde sind ständig im Wald zugange. 

Über 90 verschiedene Singvogelarten bauen ihre Nester in den Rheinauen. Denn sie finden hier Nahrung und Nistmaterial. Auf zehn Hektar kommen bis zu 152 Brutpaare – dank des artenreichen Mischwaldes. Und die Insektenwelt ist hier so vielfältig, dass selbst Spezialisten ins Staunen geraten. 

Damit das so bleibt, pflanzen die Forstarbeiter bereits seit 1990 auenwaldtypische Harthölzer: Stieleiche, Esche, Ulme und Wildobst. Entlang der Gewässer setzen sie auf Schwarz-, Silber und Zitterpappel sowie die Silberweide. Diese Baumarten können nicht nur viel Wasser aufnehmen, sondern sind auch in der Lage, große Hochwasserereignisse zu überleben. 

Artenvielfalt in den Rheinauen / Foto: Joachim Gerstner
Artenvielfalt in den Rheinauen / Foto: Joachim Gerstner
Artenvielfalt in den Rheinauen / Foto: Joachim Gerstner

Hochwasserschutz: Überflutungsauen als natürliche Polder

Als natürlicher Polder schützt der Auenwald die Menschen und die Region vor Hochwasser. Denn ohne die Überflutungsaue wären viele Städte nördlich von Rastatt mehrmals im Jahr akut von Hochwasser bedroht! Tritt der Rhein über die Ufer, wird der Wald geflutet und das Wasser kann nach und nach abfließen, versickern und verdunsten. Im Ernstfall können sich bis zu 34 Millionen Kubikmeter Wasser in den Auen ergießen. 

Mit dem Boot unterwegs in den Rheinauen / Foto: Joachim Gerstner

Holzverarbeitung nach dem Prinzip der Nachhaltigkeit

Wenn Forstmitarbeiter im Winter Bäume fällen, dann nur, um anderen Bäumen ein stabiles Wachsen und Gedeihen zu ermöglichen und den Artenreichtum zu erhalten. Wirtschaftliche Gründe hat das nicht, denn der Stadtwald ist kein gewinnorientierter Forstbetrieb. Überhaupt wird im Sinne der Nachhaltigkeit nur so viel Holz eingeschlagen, wie im Wald jährlich nachwächst. Das sind im Rastatter Stadtwald 9.500 Festmeter Holz. 

Typische Produkte aus „Rastatter Holz“ sind zum Beispiel Ski- und Snowboardkerne, Möbel, Obstkisten, Paletten aus der Pappel, Weinfassholz, Parkett aus der Eiche, Treppen, Turngeräte, Stiele, Paletten aus der Esche, Möbelholz, Paletten aus der Buche, Brettholz aus dem Ahorn, Rundholz für den Spielplatzbau aus der Robinie, Bauholz aus Fichten und Douglasien, Spanplattenholz aus den Gipfeln der Bäume, Hackschnitzel zum Heizen aus den Gipfeln der Bäume, Brennholz in verschiedenen Angeboten (langes Brennholz, Sterholz, Schlagraum).

Brennholz / Foto: Joachim Gerstner
Schlagraumlose / Foto: Stadt Rastatt

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