Wellness fürs Gebein: Der Beinwell ist Pflanze des Monats Dezember 2017

(6. Dezember 2017) Zur Pflanze des Monats Dezember hat die Umweltstiftung Rastatt den Gewöhnlichen Beinwell gekürt. „Symphytum officinale“ lautet der lateinische Fachbegriff für die kräftige Grünpflanze. Sie wird bis zu einem Meter hoch und ist leicht an den rau behaarten Blättern zu erkennen, die beim Zerreiben nach Gurke riechen. Im unteren Bereich der Pflanze sitzen sie auf einem eigenen Stil, weiter oben direkt am Stängel. Ein echter Hingucker sind von Mai bis Juli die violetten, überhängenden Blütentrauben. Exemplare mit weißen oder gelben Blüten sind äußerst selten.

Verwechslungsgefahr bei der Ernte im Winter
Im Dezember ist die perfekte Erntezeit für die Wurzeln vieler Heilpflanzen, auch der Beinwell hat jetzt „Saison“. In der kalten Jahreszeit haben die Pflanzen all ihre Vitalstoffe in den Wurzeln konzentriert, um so ihre Versorgung über den Winter zu sichern. Wer selbst auf die Suche nach dem Beinwell geht, findet ihn an feuchten, nährstoffreichen Standorten wie Sümpfen, Auen, Bachufern, Gräben oder feuchten Wegrändern. Bei der Ernte ist allerdings Vorsicht geboten, denn ohne seine Blüten ist der Beinwell im Winter leicht mit dem giftigen Fingerhut zu verwechseln. Hilfe beim Unterscheiden leisten die Blätter: Während der Beinwell als „rauer Geselle“ daherkommt, sind die Blätter des Fingerhuts nur weich behaart und riechen beim Zerreiben nicht nach Gurke.

Erholung für müde Knochen
Welche Heilkräfte in der Pflanze des Monats Dezember stecken, verraten ihre deutschen Bezeichnungen: Beinwell oder auch „Beinwurz“ und „Wallwurz“, das klingt nach Wellness für die Beine. In der Tat bedeutet „wallen“ auf Althochdeutsch „zusammenheilen“, das ebenfalls althochdeutsche „Gebein“ meint alle Knochen. Und dieser Name ist Programm: Klinische Studien bescheinigen dem Beinwell große Wirksamkeit bei schmerzhaften Muskel- und Gelenkbeschwerden, Zerrungen, Prellungen sowie abklingenden Verstauchungen. Auch seine durchblutungsfördernde Wirkung ist wissenschaftlich bestätigt. Äußerliche Anwendung findet der Beinwell außerdem bei Sehnenscheidenentzündungen und Gelenkarthrosen. Seine heilende Wirkung wird vor allem dem enthaltenen Allantoin zugeschrieben: Es regt die Bildung von Knochengewebe an und fördert die Zellerneuerung und Regenerierung des Gewebes. Für Salben, Gels und Umschlagpasten wird in der Regel ein flüssiger Extrakt der Beinwellwurzel verwendet. Von der traditionellen innerlichen Anwendung raten Mediziner allerdings ab: Der Beinwell enthält Alkaloide, die in hoher Konzentration die Leber vergiften, Krebs erregen und das Erbgut schädigen. Die Blätter und Wurzeln des Beinwells kamen früher bei Lungenbeschwerden, Rachen- und Magenschleimhautentzündung sowie Magengeschwüren und Blutungen zum Einsatz.

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