Dramatisches Eschensterben in Rastatter Wäldern: Bäume werden gefällt / Forst entwickelt Wiederbewaldungskonzept

Als Akutmaßnahmen fällen die städtischen Forstwirte die Eschen an vielbegangenen Waldwegen. Foto: Stadt Rastatt

(16. November 2017) „Das Eschentriebsterben im Stadtwald spitzt sich zu.“ Mit diesen drastischen Worten fasst Martin Koch, Kundenbereichsleiter Forst der Stadt Rastatt, die aktuelle Situation im Rastatter Wald zusammen. Als Akutmaßnahmen sind die städtischen Förster dabei, umsturzgefährdete Eschen zu fällen. Langfristig ist ein Widerbewaldungskonzept geplant.

Der Stadtwald Rastatt zeichnet sich mit seinen 16 verschiedenen Baumarten durch eine besonders hohe Artenvielfalt aus. Nun wird, sehr zum Bedauern vieler Menschen, ein Auewaldspezialist sterben: die Esche. Seit den 1990er Jahren grassiert das sogenannte Eschentriebsterben in Europa. Verantwortlich dafür ist  das „Falsche Weiße Stengelbecherchen“, eine Pilzerkrankung mit verheerenden Folgen für die Esche. „Sie führt dazu, dass in Rastatt fast ein Viertel des Waldbestandes stirbt“, erklärt Koch. Hinzu kommt: Durch die absterbenden und stark lichtdurchlässigen Baumkronen der Eschen verwildert der Waldboden dermaßen schnell, dass eine natürliche Waldverjüngung aus anderen Baumarten nahezu chancenlos ist. Die Folge: „Das Waldbild in den Wäldern rund um Rastatt wird sich in der nächsten Zeit zum Teil massiv ändern“, erklärt Koch. „Insbesondere, wenn große zusammenhängende Waldflächen aus Eschen flächig absterben, werden sich die Waldbesucher mit einem neuen Landschaftsbild auseinandersetzen müssen“, prophezeit der Förster. 

Akutmaßnahmen der Förster: Fällungen gefährlicher Bäume

Um einen sicheren Waldbesuch zu gewährleisten, haben die städtischen Forstwirte nun begonnen, an den vielbegangenen Waldwegen im Ötigheimer Wald die gefährlichsten Bäume zu fällen.

Wiederbewaldungskonzept in Planung

Parallel zu den Baumfällungen erarbeitet die Forstverwaltung ein Wiederbewaldungskonzept im Zuge der im Jahr 2018 anstehenden Forsteinrichtung, also der 10-Jahres Planung für den Stadtwald Rastatt. Der Schwerpunkt wird ein möglichst artenreicher Laubmischwald sein, der auch den auf die Menschheit zukommenden Klimaveränderungen standhält.

Spuren der Pilzerkrankung: Förster Martin Koch begutachtet eine befallene Esche. Foto: Stadt Rastatt
Folge des Eschensterbens: Die Bäume drohen, umzustürzen. Foto: Stadt Rastatt

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