Am 9. November: Gedenken an die Opfer der Reichspogrome mit Kranzniederlegung und Gedenkzeremonie

(3. November 2017) Während der Novemberpogrome 1938 kam es zur Gewalt gegen die jüdische Bevölkerung im gesamten Deutschen Reich – auch in Rastatt, wo die Synagoge zerstört und viele Geschäfte jüdischer Bürger verwüstet wurden. Zum Gedenken an die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft wird Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch am Donnerstag, 9. November, zunächst um 17.30 an der Gedenktafel für die Deportierten nach Gurs auf dem Bahnhofsvorplatz einen Kranz niederlegen – in Anwesenheit von Vertretern der Israelitischen Kultusgemeinde Baden-Baden. So haben der erste Vorsitzende Olexandr Odnopozov, der zweite Vorsitzende Wladimir Baschmet sowie Rabbiner Naftoly Surovtsev und Gabbei Mark Levi Ihre Teilnahme zugesagt. Im Anschluss werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gemeinsam zum Marktplatz gehen, wo gegen 18 Uhr der Verein Stolpersteine Rastatt mit einer Gedenkzeremonie an die Ereignisse vom November 1938 erinnert. Nach der Begrüßung durch den Vereinsvorsitzenden Marcel Müller wird Oberbürgermeister Pütsch eine Ansprache halten. Mitglieder des Vereins Stolpersteine werden den Weg zur Reichspogromnacht nachzeichnen und die Ereignisse und Einzelschicksale ins Gedächtnis rufen. Im Mittelpunkt der Gedenkfeier steht schließlich die Verlesung der Namen der von Nazis vertriebenen und ermordeten Juden. Musikalisch begleitet wird die Veranstaltung von einem Streicherensemble unter der Leitung von Klaus Ziegler. Die Bevölkerung ist herzlich eingeladen, an den Gedenkveranstaltungen teilzunehmen und als Mahnung für die Gegenwart gemeinsam die Erinnerung wachzuhalten an die Gräuel von damals.

Die Reichspogrome in Rastatt
Die „Aktion gegen Juden“ starteten in Rastatt am Morgen des 10. Novembers, als jüdische Männer verhaftet und in das Bezirksgefängnis eingeliefert werden. Jugendliche und Parteimitglieder wurden von der NS-Kreisleitung zusammengerufen, die durch die Straßen ziehen und Wohnungen und Geschäfte zerstören. Am Nachmittag wurde die Synagoge zerstört. Am Abend eskortierten SS-Leute die Inhaftierten zum Bahnhof, die unterwegs mit Steinen beworfen, getreten und misshandelt wurden. Aus einem Bericht des amerikanischen Generalkonsulats in Stuttgart vom 15.Novmeber 1938 heißt es: „Von allen Orten in diesem Bereich in Deutschland waren die Juden in Rastatt…offenbar der unbarmherzigsten Behandlung ausgesetzt.“ Die Ruinen der Synagoge wurden auf Kosten der jüdischen Gemeinde bereits kurz nach dem Brand abgerissen. Noch heute zeugt das erhaltene Kantorenhaus mit dem dort eingerichteten Dokumentationsraum vom einst blühenden jüdischen Leben in Rastatt.

Bild: Ruinen der Synagoge, Foto: Stadtarchiv Rastatt

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