Die schönsten Natur- und Landschaftsschutzgebiete


Die Barockstadt Rastatt verfügt über eine einzigartige Natur und wunderschöne Landschaften an Murg und Rhein: Mit ihrer Flora und Fauna sind sie ein wichtiger ökologischer Lebens- und Erholungsraum für Tier und Mensch und werden entsprechend geschützt. Lernen Sie unsere Natur- und Landschaftsschutzgebiete kennen. Und erkunden Sie persönlich unser "grünes" Rastatt. 

Foto: Joachim Gerstner

Naturschutzgebiet “Rastatter Rheinaue“

Die Rastatter Rheinaue ist mit einer Fläche von rund 850 Hektar eines der größten und schönsten Naturschutzgebiete in Baden-Württemberg.

Im Jahr 1984 erfolgte mit großer Unterstützung der Stadt Rastatt in rekordverdächtigen eineinhalb Jahren die Ausweisung zum Naturschutzgebiet durch das Regierungspräsidium – damit bleibt eine der letzten intakten Überflutungsauen am Oberrhein erhalten.

Zwischen Basel und Iffezheim ist der Rhein durch die Staustufen gebändigt und von seiner Aue abgetrennt worden. Erst unterhalb der Staustufe Iffezheim kann der Rhein über die Ufer treten und die Auen regelmäßig überschwemmen. In der rund 7,5 km langen und 1 km breiten Aue zwischen Wintersdorf und Steinmauern gibt es artenreiche Auwälder, große Altwasser, feuchte Hochstaudensäume und bunte Wiesen. Die wechselnden Wasserstände sind das Lebenselixier der Aue. Kein Wunder also, dass dem nationalen Schutz auch der europäische Schutz folgte: Seit 2001 gehört das Naturschutzgebiet zum europäischen Schutzgebietsnetz Natura 2000. Und seit 2008 ist es nach dem Ramsar-Abkommen Bestandteil der international bedeutsamen Feuchtgebiete.

Foto: Umweltstiftung Rastatt

Kombiniertes Natur- und Landschaftsschutzgebiet „Auenwälder und Feuchtwiesen westlich Ötigheim"

Das 1994 ausgewiesene kombinierte Naturschutz und Landschaftsschutzgebiet „Auenwälder und Feuchtwiesen westlich Ötigheim“ erfreut sich hoher Bekanntheit und wird mit den Wiesenflächen der Baldenau (Segelflugplatz) und den stadtnahen Wäldern des Ötigheimer Waldes als Naherholungsgebiet stark frequentiert.

Dem teils auf Rastatter, teils auf Ötigheimer Gemarkung befindlichen Schutzgebiet drückt der hohe Grundwasserstand der Randsenke mit einem Mosaik aus Wald, Wiesen, Röhrichten und Seggenrieden seinen Stempel auf. Das bewegte Relief verdankt seine Entstehung der Herausarbeitung durch die von Osten in die Rheinniederung mündende Murg und den Federbach. Von den zahlreichen alten Gerinnen sind manche dauerhaft mit Grundwasser gefüllt, andere sind erst nach starken Regenfällen als alte Schlingen zu erkennen.

Foto: Joachim Gerstner

Kombiniertes Natur und Landschaftsschutzgebiet „Rastatter Ried“ 

Das „Rastatter Ried“ erstreckt sich zwischen der Rheinaue im Westen und der Randsenke im Osten in der nicht mehr überfluteten „Altaue“.

Seine Bedeutung für den Naturhaushalt bezieht diese Landschaft aus ihrem von Rhein und Murg geprägten Relief mit Altarmen, Rinnen und ehemaligen Flussläufen, die von Röhrichten, Seggenrieden, Feuchtwiesen und kleineren Feucht- und Sumpfwäldern gesäumt werden. In einem ehemaligen Altarm des Rheines verläuft heute der Riedkanal, der das Ried seit den 30er Jahren entwässert.

Kleinparzellierte Streuobstwiesen, Äcker und Wiesen prägen den größten Teil des Landschaftsschutzgebiets. Die landschaftsprägenden Streuobstwiesen erstrecken sich v.a. um die Ortsränder der Rieddörfer, gliedern aber auch die eher ackerbaulich genutzten Gewanne. Waldflächen beschränken sich auf Schluten und Kiesrücken des alten Rheinsystems, wobei die „Geggenau“ in einer alten Rheinschlinge die größte Fläche einnimmt.

Hervorzuheben ist das Schutzgebiet „Alte Murg - Riedkanal“, dessen Herzstück der Riedkanal mit den umgebenden Altmurgschlingen bildet. Die Altwasser der Murg und ihre angrenzenden Röhrichte und Feldgehölze beherbergen Kleinspecht und Nachtigall, Teich- und Sumpfrohrsänger, Rohrammern und Pirole. Auch Amphibien wie Laubfrosch, Moorfrosch, Wasserfrosch, Knoblauchkröte, Erdkröte und Wechselkröte sind hier in bemerkenswerten Individuenzahlen anzutreffen.

Landschaftsschutzgebiet „Schlossgarten Rastatt“

Bereits 1937 wurden Teile des Schlossgartens Rastatt als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. Dazu gehörten der Baumbestand des Museumsgartens, sowie die Kastanienalleen südlich und nördlich des Schlossparks und eine im Osten des Parks gelegene Maulbeerallee.

Auf der Rückseite des Schlosses plante Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden-Baden einen repräsentativen Lustgarten nach französischem Vorbild. Der früheste Entwurf datiert aus 1705. Seine Ausführung ging allerdings nur schleppend voran. Heute ist der Garten modern gestaltet und greift Elemente des Barock- und Volksgartens auf. Der Entwurf stammt von dem schwedische Gartenarchitekt Gunnar Martinsson aus den 1980ern. 

Landschaftsschutzgebiet „Untere Murg“

Das Landschaftsschutzgebiet Untere Murg hat eine Größe von rund 2400 Hektar. Es umfasst Bereiche der Städte Gaggenau, Gernsbach, Kuppenheim und Rastatt.

Schutzzweck des Landschaftsschutzgebietes ist die Erhaltung einer Landschaft, deren Vielfalt und Schönheit für die Vorbergzone des Nordschwarzwaldes typisch ist.

Auf dem Stadtgebiet von Rastatt sind der Schlosspark von Schloss Favorite mit seinem alten Baumbestand und die ihn umgebenden Wiesenbereiche als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. Die Wiesen und Streuobstwiesen rund um das Schloss Favorite werden von feuchten Standortverhältnissen geprägt. Es handelt sich zu einem großen Teil um artenreiche, wechselfeuchte Wiesen mit großen Vorkommen von Großen Wiesenknopf. Überregional herausragend ist die hohe Populationsdichte des Hellen Wiesenknopf-Ameisen-Bläulings (Maculinea teleius) und des Dunklen Wiesenknopf-Ameisen-Bläulings (Maculinea nausithous).

Kontakt

Stadt Rastatt
Fachbereich Stadt- und Grünplanung
Kundenbreich Ökologie und Grün
Herrenstraße 15
76437 Rastatt

Ansprechpartner
Kristin Burgert
Tel. 07222 972 - 4200
Fax 07222 972 - 4099
E-Mail: oekologie-und-gruen@rastatt.de