Zwischen Schreibtisch und Sporthalle: Sandra Steuerer vermittelt zwischen Stadt und Sportvereinen

Der sportlichste Schreibtisch der Stadtverwaltung: Sandra Steuerer begleitet Rastatts Athleten  von der Hallenbelegung bis zur Sportlerehrung. / Foto: Stadt Rastatt

(7. August 2017) „Ohne engagierte Vereine würde jede Kommune alt aussehen“, davon ist Sandra Steuerer überzeugt. Täglich arbeiten Stadt und Vereine Hand in Hand an einem lebenswerten Rastatt. Wie der „Beziehungsalltag“ von Stadt und Vereinen aussieht, wissen nur wenige so gut wie Sandra Steuerer. Die 27-Jährige koordiniert im städtischen Kundenbereich Kultur- und Sportförderung die Zusammenarbeit mit Rastatts Sportvereinen. „Was ich an meinem Job liebe, ist der direkte Kontakt zu den Freiwilligen in den Vereinen“, erzählt die Verwaltungsfachwirtin, die vor zehn Jahren ihre Ausbildung bei der Stadt Rastatt aufgenommen hat. Seit Oktober 2016 sitzt sie am heißen Draht zu den Sportvereinen. Als ihre jetzige Stelle ausgeschrieben wurde, habe sie nicht lange gezögert, verrät Steuerer. Den übergeordneten Fachbereich Schulen, Kultur und Sport hatte sie noch aus der Ausbildung in bester Erinnerung. „Ich habe mich bei der Stadt von Anfang an wohlgefühlt, aber diese Stelle hat es mir wirklich angetan“, freut sie sich.

Gerne nimmt sie dafür jeden Morgen etwa 40 Minuten Anfahrt aus Lauf im Ortenaukreis in Kauf. Im Büro angekommen, steht zuerst die gründliche Lektüre der Tageszeitung an. „Was im Rastatter Vereinsleben passiert, erfährt man nirgendwo sonst so aktuell“, bemerkt sie. Der nächste Blick gilt dem elektronischen Postfach: „Ehrenamtliche haben andere Arbeitszeiten, viele Anfragen kommen erst nach Feierabend.“ Die Kommunikation gelingt trotzdem. Für das Tagesgeschäft ist der persönliche Kontakt zu den Freiwilligen unbezahlbar. „Die meisten Probleme lassen sich in einem freundlichen Telefonat lösen“, weiß Steuerer. Viele Anliegen haben mit ihrer Hauptaufgabe zu tun, der Koordination der Hallenbelegungen durch die Vereine. Sie kennt die Kapazitäten der städtischen Sporthallen und erstellt die „Stundenpläne“ für die Zeit nach der letzten Pausenglocke. Auch die Ausstattung der Halle muss dabei bedacht werden. Für professionellen Basketball beispielsweise eignen sich vor allem die Hallen der Gustav-Heinemann-Schule und des Tulla-Gymnasiums. Im Winter, wenn viele Vereine nicht mehr im Freien trainieren können, ist die Nachfrage natürlich höher. Nutzungskonflikte treten auch im Ligabetrieb auf, wenn die Vereine an den Wochenenden Spieltage ausrichten und mehr Platz benötigen. Auch hier liegt die Lösung im persönlichen Kontakt: „Das wichtigste ist, miteinander zu reden und gemeinsam nach Lösungen zu suchen“, weiß die Sporthallenmaklerin. Bisher hat sie immer eine Lösung gefunden, mit der am Ende alle zufrieden waren. Haben sich Hallenabschnitt und Sportgruppe im Belegungsplan gefunden, wird die Nutzung vertraglich festgehalten. Die letzte Hürde zwischen Sportlern und Halle allerdings lässt sich nicht am Schreibtisch nehmen: Höchstpersönlich sucht Sandra Steuerer die betreffende Halle auf und programmiert am elektronischen Türschloss einen Chip, der dem Team als Schlüssel zur Halle dient. Im weiteren Verlauf kümmert sie sich auch um die Abrechnung des Hallenentgelts und vermittelt bei Hinweisen oder Wünschen der Trainierenden zwischen Vereinen und den zuständigen Hausmeistern. Auch hier sieht sie sich in der Rolle einer Vermittlerin: „Man muss die Anliegen der Ehrenamtlichen ernst nehmen und zugleich um Verständnis dafür werben, dass eine Verwaltung eben anders tickt“.

Die Brücke zwischen beiden Denkweisen schlägt sie auch bei ihrer zweiten Hauptaufgabe immer wieder. Wenn im Zuge der Vereinsförderung Zuschüsse an die Vereine auszuzahlen sind, sehen diese es mit den Fristen für die notwendigen Unterlagen oder Mitgliederübersichten mitunter etwas gelassener. Auch hier gibt es aber kein böses Blut zwischen Stadt und Freiwilligen, die für Formalitäten oft ihren Feierabend opfern. „Man muss auch mal über seinen Schreibtisch hinaus schauen“, bemerkt Steuerer dazu. „Wenn irgendwo ein Führungswechsel ansteht, nehme ich mir gerne die Zeit, die neuen Verantwortlichen kennenzulernen und zu helfen, wenn Fragen aufkommen.“ Da der Gemeinderat im Juli einer Fortschreibung der Vereinsförderrichtlinien zugestimmt hat, leitet sie derzeit Nachzahlungen an die Vereine ein. Im Zuge der Fortschreibung erhalten diese zum Beispiel höhere Zuschüsse für ihre Jugendarbeit. Auch im Vorfeld hat sie an der Entwicklung des neuen Konzepts mitgewirkt: „Als dieser Meilenstein im Gemeinderat verabschiedet wurde, war die Freude groß – auch wenn die Umsetzung jetzt erst anläuft.“

Von Januar bis März will außerdem die jährliche Sportlerehrung vorbereitet werden. Juryarbeit, Programmplanung, Urkunden und Catering – beim beliebten Event hält Sandra Steuerer schon zum zweiten Mal alle Fäden in der Hand. Keine leichte Aufgabe, auch wenn sie sich bei der Vorbereitung auf die Unterstützung des Stadtausschusses für Sportvereine verlassen kann. Der Lohn sind die stolzen Gesichter der Geehrten. „Als ich die glücklichen Sportler gesehen habe, wusste ich, dass der Abend die Mühe wert war“, berichtet Steuerer von ihrer Premiere im Frühjahr 2017. Mit der Ehrung der Rastatter Sportler schließt sich für sie ein Kreis, der irgendwann mit der Zuweisung einer Halle fürs Training begann.

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