Ein Jahr Arbeit mit Senioren: Julia Jung zieht Bilanz als erster Bufdi der Stadt bei der städtischen Seniorenarbeit

(31. Juli 2017) Den letzten Schubs gab ihr die Oma: „Mach das, das ist eine gute Sache!“ Und so begann für Julia Jung ein Jahr Bundesfreiwilligendienst bei der städtischen Seniorenarbeit. Die 20-jährige Niederbühlerin ist die erste, die in diesem Bereich der Stadt als „Bufdi“ im Einsatz war. Nun zieht sie ein persönliches Fazit. Viel gelernt habe sie, auch mal ihre Komfortzone verlassen und sich eingelassen auf neue, spannende Erfahrungen, berichtet die junge Frau. 

Nach dem Abitur an der Josef-Durler-Schule wollte sie erstmal eine Orientierungsphase einlegen. Der Bundesfreiwilligendienst bot dafür eine schöne Gelegenheit. Etwas mit Kindern machen, dachte sie sich zuerst. Da fehlte ihr bislang die Erfahrung. Denn ganz wichtig für Julia Jung war für das Jahr: etwas Neues ausprobieren, sich auf Unbekanntes einlassen und lernen. Da die Bufdi-Stelle der Stadt im Bereich Kinder- und Jugendförderung aber schon vergeben war, nutzte sie kurzerhand die Alternative: Arbeit mit Senioren. „Mit älteren Menschen hatte ich, abgesehen von meiner Oma, bisher auch nicht viel zu tun. Also dachte ich mir: Lass es auf dich zukommen. Mal schauen, wie es wird.“  Und geworden ist es richtig gut.  Denn sie hat schnell gemerkt: mit älteren Menschen, das passt. 

Ein großer Aufgabenbereich von Julia Jung war es, die städtischen Seniorenveranstaltungen zu unterstützen, also den Seniorennachmittag, die Weihnachts- und Faschingsfeiern und den einmal monatlich stattfindenden Tanztee im Seniorentreff Offene Tür. Die Vorbereitungen seien zwar oft stressig gewesen. „Aber zu sehen, wie die Seniorinnen und Senioren die Nachmittage genießen und sich freuen, das war einfach ein schöner Lohn für die Mühen“, findet Julia Jung. Da war es auch kein Problem, auch mal an Wochenenden einzuspringen. „Das hat sich gar nicht wie Arbeit angefühlt, sondern mehr so, als gehöre ich einfach dazu“, sagt sie. Auch in der Seniorenhilfe hat sie ausgeholfen. So hat sie unter anderem an Weihnachten die ehrenamtlichen Helfer der Seniorenhilfe begleitet und an bedürftige Seniorinnen und Senioren im Altersheim kleine Geschenke verteilt. 

Zu ihrem festen Bereich gehörte zudem, im Pflegeheim Hub in Ottersweier Kaffeenachmittage zu organisieren, mit den Bewohnerinnen und Bewohnern zu singen und sie zu unterhalten. Und auch diejenigen zu besuchen, die nicht mehr in die gesellige Runde kommen konnten. Da musste die junge Niederbühlerin schnell ihre Berührungsängste verlieren. „Ich war vorher noch nie in einem Alters- oder Pflegeheim und hatte ganz andere Vorstellungen davon“, berichtet sie. „Ich dachte, da säßen grimmige alte Opas, aber so ist das gar nicht.“ Natürlich sei auch mal der ein oder andere schlecht gelaunt gewesen, aber die meisten seien sehr offen und gesprächig gewesen und erzählten viel aus ihrem Leben. Für Julia Jung hat es sich also gelohnt, ihre Komfortzone zu verlassen, denn gerade der Kontakt mit den alten Menschen erwies sich schnell als die lehrreichste und spannendste Aufgabe während ihres Jahres: „Es war interessant, die unterschiedlichen Stadien des Alterns zu sehen. Manche waren noch sehr fit, andere dement. Dadurch habe ich gelernt, mich in die Menschen hineinzuversetzen und ihre Bedürfnisse zu verstehen“, erzählt Jung.  

Die ganz unterschiedlichen Bedürfnisse von Senioren in Rastatt zu erfassen und in ein erstes Konzept zu gießen, war auch ein Bufdi-Projekt von Julia Jung. „Da fiel es mir schwer, einen Punkt zu finden.“ Denn je mehr sie mit älteren Menschen zu tun hatte, desto länger wurde auch die Liste an Bedürfnissen und Hilfestellungen. „Am Ende hat es sich angefühlt, als hätte ich eine Doktorarbeit geschrieben“, erzählt sie. Auch das hat sie als Bufdi gelernt: Aufgaben sind oft nicht so, wie sie auf den ersten Blick scheinen. Wichtig ist es, Prioritäten zu setzen und sich zu strukturieren.   

Den Bundesfreiwilligendienst empfiehlt sie allen jungen Menschen, die sich noch entscheiden müssen, wohin die Berufswelt sie zieht. „Egal, ob mit Kindern, mit Senioren, mit Tieren: Es gibt so viele Möglichkeiten, sich auszuprobieren und herauszufinden, was man wirklich machen möchte.“ Und: „Wesentlich besser als ein Jahr rumgammeln“, findet sie den Bundesfreiwilligendienst allemal.

Jetzt geht es für sie erstmal an die Uni zum Studieren. Vollkommen im Klaren darüber, was sie werden möchte, ist sich Julia Jung noch immer nicht, „aber das Spektrum, wohin es gehen kann, ist sehr viel kleiner geworden“, sagt sie. Auch dank des Bundesfreiwilligendienstes bei der Stadt.

Die Stadt Rastatt bietet auch in diesem Jahr Stellen für den Bundesfreiwilligendienst in der Seniorenarbeit und der Kinder- und Jugendförderung an. Wer Interesse hat, wendet sich an Miguel Rodriguez, E-Mail an: miguel.rodriguez@rastatt.de, Telefon 07222 972-9100.

Der Tanztee im Seniorentreff Offene Tür war ein monatliches Veranstaltungshighlight, das Julia Jung als Bufdi mitorganisiert hat. Foto: Stadt Rastatt  Ein Jahr Arbeit mit Senioren: Julia Jung zieht Bilanz als erster Bufdi der Stadt bei der städtischen S

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