Das Signet des Hagenauer Erstdruckers Heinrich Gran.
Früher Druck aus Hagenau.

r Europäischen Geistesgrößen auf der Spur: Vortrag zu Dichtern und Gelehrten am Oberrhein im 16. Jahrhundert

(4. Juli 2017) Zu einem unterhaltsamen und bebilderten Vortrag über das kulturelle Geschehen am Oberrhein im 16. Jahrhundert lädt die Historische Bibliothek am Donnerstag, 13. Juli, um 19 Uhr ein. Referent ist der Literaturwissenschaftler und Romanist Dr. Stefan Woltersdorf aus Kehl. Der Vortrag aus der Reihe zum „bewegten 16. Jahrhundert“ findet im Historischen Bibliothekssaal statt, der Eintritt ist frei. Weitere Informationen erteilt Bibliothekarin Heike Endermann unter 07222 972-8420 oder per E-Mail an bibliothek@rastatt.de

Das 16. Jahrhundert als kulturelle Blütezeit Europas ist verbunden mit großen Namen: Shakespeare, Cervantes, Montesquieu und Luther wirkten alle in der langen Friedensperiode zwischen dem Ende des 100-jährigen Kriegs 1453 und dem Beginn des 30-jährigen Krieges 1618. Was sich damals am Oberrhein bewegte, erzählt Stefan Woltersdorf: Ausgehend von dem elsässischen Humanisten Beatus Rhenanus stellt er die wichtigsten Persönlichkeiten, Strömungen und Lokalitäten der Epoche vor. Das Zeitgeschehen wurzelt im oberrheinischen Humanismus und kulminiert schließlich im Bauernkrieg und der Reformation. In der Zwischenzeit wird am Oberrhein Geschichte geschrieben: In Hagenau wird der erste Verlag gegründet und in Straßburg die erste deutschsprachige Bibel gedruckt. Der eben erst entdeckte Kontinent Amerika bekommt seinen Namen in den Vogesen und die deutsche Geschichtsschreibung wird im Elsass geboren. In Schlettstadt entsteht die größte süddeutsche Humanistenschule, in Basel der wichtigste süddeutsche Humanistenkreis und in Heidelberg und Freiburg entstehen die ersten deutschen Universitäten. Hexenjäger und Toleranzprediger, Reformer und Revolutionäre treten auf. Es herrscht Sehnsucht nach einer idealisierten Antike und Aufbruchsstimmung in neue Welten. Vor allem aber wird der rechte Glaube gesucht, der Katholiken, Lutheraner, Calvinisten und Täufer in verfeindete Lager spaltet und die Dichter und Künstler zu faszinierenden Werken inspiriert. Nicht nur Geschichtsfreunde kommen bei Woltersdorfs Vortrag auf ihre Kosten, willkommen ist auch, wer neue Perspektiven auf kulturelles und religiöses Zusammenleben sucht.

Dr. Stefan Woltersdorff aus Kehl verspricht einen spannenden Ausflug in die Vergangenheit. / Foto: Stefan Woltersdorff

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