Barrierefrei mal vier: Expertenkreis Inklusion diskutierte über Infoveranstaltung zum Bahnhof, Internetportal, obere Kaiserstraße und „Toilette für alle“

(26. Juni 2017) Gleich vier gute Nachrichten gab es bei der jüngsten Sitzung des Expertenkreises Inklusion am 21. Juni im Rastatter Rathaus: Rastatts neues barrierefreies Internetangebot „Rastatt inklusiv“ geht in wenigen Tagen online. Die Deutsche Bahn hat ihre Teilnahme an einer gemeinsamen Informationsveranstaltung mit der Stadt und dem Expertenkreis Inklusion zur Barrierefreiheit des Bahnhofs definitiv zugesagt. Bei den Bauarbeiten zur Umgestaltung der oberen Kaiserstraße steht Barrierefreiheit ganz oben. Und: Rastatt plant die Einrichtung einer „Toilette für alle!“ in der Innenstadt. 

„Ich freue mich sehr, dass wir mit dem barrierefreien Internetportal „Rastatt inklusiv“ ein weiteres Projekt unseres Aktionsplans umsetzen können“, betonte Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch zu Beginn der Sitzung. Er erinnerte an die Anfänge der Planung, als ein Studententeam um Projektbegleiter Professor Jo Jerg erste Entwürfe fürs Portal skizziert hatte. Darauf aufbauend, setzte die Rastatter Agentur Exakt im Auftrag und in Zusammenarbeit mit der Stadt das Internetportal um. Agenturchefin Ute Risché präsentierte den aktuellen Stand des „bisher einzigartigen kommunalen Online-Angebotes“. Das Portal listet öffentliche Orte und Angebote in Rastatt auf, die barrierefrei zugänglich sind. Dabei setzt es auf Mitmachen: Über eine Maske können Nutzer sich interaktiv ins System einloggen, ihnen bekannte barrierefreie Orte und Angebote eintragen und so der Öffentlichkeit zugänglich machen. Die Gestaltung des Portals ist barrierefrei. So gibt es für Blinde die Möglichkeit, sich die Seiten vorlesen zu lassen. Noch sind ein paar technische Restarbeiten zu erledigen, aber schon in wenigen Tagen soll das Portal unter rastatt-inklusiv.de online sein, informierte Risché. Aus dem Expertenkreis kam die Anregung, zusätzlich zum klassischen Internet-Portal auch eine entsprechende App anzubieten.

Froh zeigte sich OB Pütsch, dass es nunmehr gelungen sei, die geplante gemeinsame öffentliche Informationsveranstaltung mit der Deutschen Bahn zu terminieren. Sven Hantel, Konzernbevollmächtigter für Baden-Württemberg, habe ganz aktuell den ins Auge gefassten Termin am Dienstag, 11. Juli, um 18.30 Uhr in der Reithalle bestätigt. Zuvor, gegen 17.30 Uhr, solle es mit Vertretern des Expertenkreises eine Begehung am Bahnhof geben. Der Oberbürgermeister bat den Expertenkreis, sich Gedanken zu machen, wer das Gremium bei der öffentlichen Podiumsdiskussion vertreten könne. Und er warb dafür, zahlreich an der Begehung teilzunehmen, um aus Sicht der unterschiedlich Betroffenen die vielfältigen Barrieren am Bahnhof zu zeigen. 

Wo es beim Bahnhof noch hakt, kann die obere Kaiserstraße bereits Vollzug melden. Denn hier hat die barrierefreie Umgestaltung des zentralen Platzes in der historischen Innenstadt hohe Priorität. Wie Tiefbauchef Markus Fraß erläuterte, wird die Oberflächengestaltung des Platzes komplett barrierefrei sein. Außerdem entstehen sechs behindertengerechte Parkplätze, taktile Streifen zur Orientierung für Sehbehinderte, breitere Gehwege, eine barrierefreie Toilettenanlage oder auch barrierefreie ÖPNV-Haltestellen. Lediglich beim barrierefreien Zugang zu den Geschäften hapert es an der einen oder anderen Stelle. „Wir haben uns nach Kräften bemüht, aber vereinzelt ließ sich eine Niveauanpassung leider nicht erreichen“, so Fraß. 

Beim letzten Tagesordnungspunkt ging es um die Einrichtung einer „Toilette für alle“. Margrit Wagner-Körber vom Fachbereich Jugend, Familie und Senioren präsentierte das vom Stuttgarter Sozialministerium geförderte Projekt, das bereits in vielen Kommunen in Baden-Württemberg umgesetzt wurde. In den „Toiletten für alle“ finden Menschen mit komplexen Behinderungen und ältere, pflegebedürftige Menschen ein geeignetes Örtchen. So sind diese Toiletten mit in der Höhe verstellbaren Pflegeliegen für Erwachsene ausgestattet, außerdem mit Windeleimern und unterfahrbaren Waschbecken. Aus dem Expertenkreis kam der Hinweis, dass solche Toiletten in den USA und Kanada als „Familientoiletten“ bekannt seien. Ein anderes Mitglied bat darum, in barrierefreien Toiletten zukünftig auf das Anbringen eines Kleiderhakens zu denken. Die Verwaltung macht sich nun Gedanken über einen geeigneten Standort für eine „Toilette für alle“ in Rastatt und wird diesen in Kürze dem Gremium vorschlagen. 

Seinen nächsten Einsatz hat der Expertenkreis also am 11. Juli bei der öffentlichen Veranstaltung mit der Deutschen Bahn, ab 18.30 in der Reithalle. Seine nächste reguläre Sitzung dann im Herbst. 

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