„Aus einem Leben – Ulrike Michaelis“: Sommerausstellung in der Städtischen Galerie Fruchthalle

(1. Juni 2017) „Aus einem Leben – Ulrike Michaelis (1958-2015)“ lautet der Titel der neuen Sommerausstellung, die vom 10. Juni bis zum 17. September 2017 in der Städtischen Galerie Fruchthalle zu sehen ist. Die Schau zeigt in Gedenken an die Pforzheimer Künstlerin exemplarische Werke ihres Schaffens. Vernissage ist am Freitag, 9. Juni, um 19 Uhr. 

Ulrike Michaelis hatte an der Kunstakademie Karlsruhe bei Harry Kögler studiert und ist in der Sammlung Rastatt mit zwei Arbeiten vertreten. Im Kulturbetrieb und Ausstellungsgeschehen der Stadt Rastatt und der Städtischen Galerie Fruchthalle ist sie keine Unbekannte. Als Stipendiatin der Kunststiftung Baden-Württemberg waren 1998/99 Arbeiten von ihr auf der 19. Wanderausstellung der Kunststiftung in der Fruchthalle zu sehen. Ferner nahm Ulrike Michaelis als Mitglied der Künstlergruppe „Plakat Wand Kunst“ 2012 an einer Präsentation auf dem Tapis Vert der verlängerten Schlossachse teil, die damals von der Stadt Rastatt in Kooperation mit dem Rastatter Kunstverein ausgerichtet wurde. 

Die aktuelle Ausstellung in der Fruchthalle verdeutlicht einige entscheidende Entwicklungsstränge im Leben der Künstlerin. Darin verknüpft sie intuitives Abstraktions- und Kompositionsvermögen mit figurativen Chiffrierungen der Weiblichkeit. Sie greift in ihrem Bildprogramm zunehmend auf zeichenhafte Körperfragmente und Gefäßembleme zurück, in denen sprechende Empfindungsgesten sichtbar werden. Sie entwickelt dabei ein subtiles Farbgefühl, das zumeist im Kontrapunkt zu den figurativen Elementen flächig-konstruktiv umgesetzt wird.

Die knapp hundert Exponate der Ausstellung wurden aus unterschiedlichen Provenienzen zusammengetragen. Ein Großteil war vormals öffentlich noch nicht zu sehen. Die im Format größten Arbeiten sind Leihgaben der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe und der Städtischen Galerie Karlsruhe. Der größte Teil der gezeigten Werke stellte die Galerie Dr. Markus Döbele aus Würzburg zur Verfügung, die den Nachlass von Ulrike Michaelis übernommen hat. Zusätzlich haben private Leihgeber, überwiegend aus dem Raum Karlsruhe, die Ausstellung mit wichtigen Arbeiten bestückt. Galerieleiter Peter Hank erhielt zudem bei den Vorbereitungen der Ausstellung große Unterstützung von Johanna Feldhausen-Rihm, einer Freundin der Künstlerin und ausgewiesenen Kennerin ihres künstlerischen Werkes. 

Zur Ausstellung erscheint ein umfangreicher Katalog mit mehreren Textbeiträgen und sämtlichen in der Ausstellung gezeigten Werken. 

Ulrike Michaelis, Mädchen, 2014, Eitempera/Fotokopie auf MDF, 126 x 105 cm; bei dem Bild handelt es sich um die letzte Arbeit, die Ulrike Michaelis vor ihrem Tod 2015 fertigstellte. Foto: Galerie Dr. Markus Döbele

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