Am 7. Mai führt Iris Baumgärtner durch die Dörfel-Ausstellung im Stadtmuseum

(26.April 2017) Schon bald beginnt die Freibadsaison und viele Rastatter werden wieder das NATURA aufsuchen. Aber wenige wissen vielleicht, dass das Freischwimmbad am Schwalbenrain 1938 eröffnet wurde, also vor knapp 80 Jahren. 

Die Ausstattung des neuen Freibades im Schwalbenrain übertraf damals in jeder Hinsicht alles bisher in Rastatt Dagewesene und wies alle Bequemlichkeiten auf, die sich die Bürger schon seit Jahrzehnten gewünscht hatten, sich aber nie leisten konnten. In seinen Planungen war das Schwimmstadion so gut durchdacht, dass die Anlage an sich heute noch ihren Zweck erfüllt. Die Zusammenstellung aller Kosten, vergleicht man sie mit dem durchschnittlichen Jahresgehalt eines Arbeitnehmers von etwa 2.000 Reichsmark, ergab eine stattliche Summe von 150.000 Reichsmark. Entworfen hatte das Bad übrigens Stadtbaumeister Haas, der sich damit, wie die Tagespresse lobte, ein „bautechnisches Denkmal gesetzt“ hatte.

Rätsel um die Fohlengruppe vor dem Freischwimmbad

Am 15. Mai 1938 weihten bekannte NS-Größen, so der badische Innenminister Pflaumer in Anwesenheit des Kreisleiters Dieffenbacher „Mittelbadens schönstes Schwimmbad“ ein. Bürgermeister Dr. Hein dankte in seiner Ansprache all jenen, die das Projekt unterstützt hatten. So auch der Firma Fahlbusch, die eine Fohlengruppe aus Majolika für den Eingang als „Sinnbild der Jugend und Lebensfreude“ gestiftet hatte sowie der Firma Mayer und Grammelspacher (Diana Werk) für die heute noch erhaltene Bronzefigur der Münchner Bildhauer Düll und Pezold. Nahezu jedes Rastatter Unternehmen und die gesamte Handwerkerschaft wurden als Spender benannt, die teils durch Materialspenden oder Sammelaktionen ihren „freiwilligen Beitrag“ leisteten.

Nun wurde jüngst von einigen Ausstellungsbesuchern die Frage gestellt, wo denn die Fohlengruppe vor dem Schwimmbad geblieben sei, die unbeschadet den Zweiten Weltkrieg überdauert hatte. Eine Aufnahme aus dem Fotoarchiv von Kurt Pottiez zeigt die Gruppe noch in den 1970er Jahren in der terrassenartig angelegten Gartenanlage der Pagodenburg.

Nicht nur die Schwimmbäder – von denen es einige im Dörfel gab – sind Thema der derzeit im Stadtmuseum gezeigten Ausstellung „Das Dörfel – Ein Stadtteil macht Geschichte“. Wer mehr erfahren möchte, ist herzlich eingeladen zur nächsten Führung am Sonntag, 7. Mai 2017, um 15 Uhr. Iris Baumgärtner, Leiterin des Stadtmuseums, führt Interessierte etwa eine Stunde lang durch die bisher gut nachgefragte Schau. Die Führung ist kostenfrei, der Eintritt beträgt drei Euro, ermäßigt einen Euro.

Die Ausstellung ist noch bis zum 8. Oktober von Donnerstag bis Samstag von 12 bis 17 Uhr und sonn- und feiertags von 11 bis 17 Uhr zu sehen. Führungen für Gruppen auf Anfrage unter Telefon 07222 972-8400 oder- 8402 oder per E-Mail an museen@rastatt.de

Fohlengruppe in der Pagodenburganlage / Foto: Kurt Pottiez.
Fohlengruppe vor dem Freibad / Foto: Stadtarchiv.

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