Kommende Sonderausstellung im Stadtmuseum über Heimerziehung: Vorbereitungen laufen auf Hochtouren

(29. März 2017) „Passt die Sense über das schwarz-weiße Klassenfoto der Heimmädchen? Oder sieht das zu düster aus?“, fragt die Volontärin und Kuratorin der kommenden Sonderausstellung im Stadtmuseum, die in Kooperation mit dem Landesarchiv Baden-Württemberg gezeigt wird: „Verwahrlost und gefährdet? Heimerziehung in Baden-Württemberg, dem Landkreis und der Stadt Rastatt 1949-1975“. Noch knapp eine Woche Zeit – genauer gesagt bis zum Donnerstag, 6. April – hat Patricia Reister, um ihre rund 60 Ausstellungsstücke und die vielen eingängigen Fotos zur Heimerziehung in Rastatt im Gewölbekeller des Stadtmuseums zu drapieren und sechs Vitrinen zu füllen. Ein recht klares Bild davon, wie die Ausstellung aufgebaut sein soll, hat sie schon im Kopf. Jetzt geht’s an die Umsetzung – und die bedeutet nochmal viel Feinarbeit, viel Ausprobieren, viele kleine Entscheidungen vor Ort. So wie mit der Sense. Ein schönes Ausstellungsstück, direkt aus dem ehemaligen Asyl Bethesda (heute Evangelisches Mädchenheim in Gernsbach), das eigentlich das Thema „Arbeiten im Heim“ veranschaulichen soll. Doch über dem Schwarz-Weiß-Foto mit wenig freundlich drein blickenden Heimkindern und der ohnehin eher düsteren Thematik erweckt eine Sense beim Betrachter wohl unschöne Assoziationen. Also entscheidet sich Reister kurzfristig für ein anderes Arbeitsgerät. Einen Spaten. Und so wird sie sicherlich noch viel herumprobieren, um die verschiedenen Facetten der Heimerziehung – vom historischen Kontext der Heime, der Aufarbeitung der Heimerziehung hin zum Alltag in den Heimen – ins rechte Licht zu rücken und den Besucherinnen und Besuchern eine spannende, aufschlussreiche und berührende Ausstellung zu präsentieren. 

Die Sonderausstellung „Verwahrlost und gefährdet“ wird von 6. April bis 8. Oktober im Stadtmuseum Rastatt zu sehen sein. Ein Teil der Ausstellung stammt aus der gleichnamigen Wanderausstellung des Landesarchivs Baden-Württemberg, ein Teil sind Reisters eigene Recherchen zur Heimerziehung in Rastatt. 

Das Raumkonzept steht, jetzt geht’s für Patricia Reister noch ans Feintuning. Foto: Stadt Rastatt