„hubbuch.narrativ – Zum 125. Geburtstag von Karl Hubbuch“

8. 10. 2016 – 22. 1. 2017

Vernissage: Freitag, 7. Oktober 2016, 19 Uhr

Der Zeichner, Graphiker und Maler Karl Hubbuch (1891-1979) ist einer der herausragenden und international renommierten Vertreter der Neuen Sachlichkeit, des Verismus und des Nachkriegsexpressionismus. War sein Studium in Karlsruhe und Berlin schon durch den Ersten Weltkrieg unterbrochen worden, unterbrachen das Nazi-Regime und der Zweite Weltkrieg seine Professur an der Kunstakademie Karlsruhe, wo er am Ende dann wieder bis 1957 lehrte. Als Mensch und Künstler zog der gebürtige Karlsruher, der 1979 in seiner Heimatstadt starb, aus den sozialen Katastrophen des 20. Jahrhunderts die Konsequenz, zeitlebens für sozialen Ausgleich und für den Weltfrieden einzutreten. Ihm lag dabei besonders die Aussöhnung mit dem westlichen Nachbarn Frankreich am Herzen, dessen Land und Leute er schätzte, und die er deshalb auch auf zahlreichen Reisen in seinen Bildern eingefangen hat.

Karl Hubbuch, Selbstbildnis mit Modell, um 1950, Holzschnitt (Privatbesitz), copyright Karl-Hubbuch-Stiftung, Freiburg

Mit Rastatt verbinden ihn nicht nur seine zweite Frau Ellen, sondern auch seine kurzzeitige Tätigkeit als Stadtrat und seine Aktivitäten in der Antifa-Bewegung nach dem Zweiten Weltkrieg. In dieser Zeit entstanden zahlreiche Zeichnungen zum barocken und kriegszerstörten Rastatt. 

Karl Hubbuch, Schloss Favorite bei Rastatt, 1945/46, Bleistift/Tusche (Stadtmuseum Rastatt), copyright Karl-Hubbuch-Stiftung, Freiburg

Der Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf einer speziellen Auswahl aus dem zeichnerischen und graphischen Werk Karl Hubbuchs, verbunden mit einigen Gemälden, vornehmlich aus den 1920er und 1950er Jahren. Überwiegend wurden die Exponate aus Privatsammlungen zusammengetragen. Einige Werke stammen aus der Sammlung der Städtischen Galerie Karlsruhe, die parallel zur Rastatter Ausstellung ihre Hubbuch-Bestände im eigenen Hause zeigt. Und aus der Sammlung des Museums Graf-Eberstein Schloss Gochsheim der Stadt Kraichtal, das bis 27. November 2016 dem Künstler ebenfalls eine Ausstellung widmet. 

Der Ausstellung ist es ein Anliegen, insbesondere den „Bild-Erzähler“ Hubbuch herauszustellen und zu würdigen, der mit seiner charakteristischen Handschrift einzigartige Zeugnisse zu Mensch und Gesellschaft im 20. Jahrhundert geschaffen hat. Ein besonderes Highlight der Ausstellung sind die 60 Zeichnungen aus dem Ersten Weltkrieg und die 30 Blätter zu dem Fragment gebliebenen Hamlet-Zyklus von 1914 sowie 14 Sepia-Zeichnungen aus Hubbuchs Rastatter Zeit, die in dieser Umfänglichkeit erstmals zu sehen sind. Daneben finden sich Darstellungen, die das veränderte Bild der Frau widerspiegeln, wie es im Kontext der Weimarer Republik entstanden ist. Außerdem werden Hubbuchs bisher noch nie präsentierte erotische Zeichnungen vom Beginn der 1930er Jahre ausgestellt, die in ihrer Drastik zwischen Karikatur und intimer Freizügigkeit changieren. Ferner versucht die Ausstellung sein Verhältnis zur Neuen Sachlichkeit zu klären, die er eher als eine Art magischen Realismus auffasste. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog im Info Verlag / Lindemanns Bibliothek, der auf die Kriegsbilder und die Rastatt-Zeichnungen besonders breit eingeht (116 S., 110 Abb.).

Karl Hubbuch, Schulmeisters Tochter, 1915, Feder, laviert (Privatbesitz), copyright Karl-Hubbuch-Stiftung, Freiburg

Die Schau kann bis 22. Januar 2017 zu den üblichen Öffnungszeiten der Städtischen Galerie besucht werden: Donnerstag bis Samstag, 12 bis 17 Uhr, sowie an Sonn- und Feiertagen 11 bis 17 Uhr. Der Eintritt beträgt drei Euro, ermäßigt einen Euro. 

Jeden 1. und 3. Freitag im Monat finden jeweils um 15.30 Uhr außer an Feiertagen öffentliche Führungen durch die Ausstellung statt. Ebenfalls außer an Feiertagen werden Besucher jeden Donnerstag von 12.30 bis 12.45 Uhr in der „Kunstpause“ speziell in ein Exponat der Ausstellung eingeführt. 

Sonderführungen und kunstdidaktisches Programm können unter 07222 972-8410  bzw. 0177 189 1886 gebucht bzw. nachgefragt werden.

Parallel zur Ausstellung können die Dauerpräsentation im „Kabinett Kiefer“ im Erdgeschoss und die Vitrinen der Sammlung Westermann besichtigt werden.

Kontakt

Städtische Galerie Fruchthalle Rastatt
Kaiserstraße 48
76437 Rastatt

Galerieleitung
Peter Hank, M.A.

Tel. 07222 972-8410
Fax 07222 972-7009
Mobil: 0177 1891886
E-Mail: peter.hank@rastatt.de

Infothek
, Tel. 07222 972-8411

Öffnungszeiten

Donnerstag bis Samstag
12-17 Uhr
Sonntag und an Feiertagen
11-17 Uhr

Gruppenführungen nach Vereinbarung

Kunstdidaktisches Programm auf Anfrage

Terminvereinbarung unter
07222 972-8410
(Mi - Fr 10-17 Uhr)