„Begegnung mit / Incontro con VANGI“

30.4. - 25.9.2016 

Seit 1991 steht auf dem Faneser Platz in Rastatt die Stahlplastik „L’incontro (Die Begegnung)“ des italienischen Bildhauers Giuliano Vangi. Sie steht nicht nur symbolisch für die Städtepartnerschaft zwischen Fano und Rastatt, sondern zeigt auch in einfühlsamer Gestik das menschliche Begegnen überhaupt. Giuliano Vangi zeigt in seiner Kunst allgemein die existentielle Befindlichkeit des Menschseins in unterschiedlichen, ambivalenten Gefühlslagen und findet darin einen universellen Ausdruck. Er ist deshalb zwischenzeitlich zu einem der renommiertesten Künstler Italiens geworden, der mit seinen Arbeiten bis nach Japan ausstrahlt und dort in einem eigenen Museum präsent ist. Die Städtische Galerie Fruchthalle zeigt anlässlich des 85. Geburtstages des Künstlers und der 30-jährigen Städtepartnerschaft Fano-Rastatt aktuelle Werke aus den letzten 15 Jahren. 


Die Ausstellung umfasst 30 Plastiken und Skulpturen aus unterschiedlichen Materialien: Bronze, Nickel, Marmor, Granit, Holz, Elfenbein. Mitunter mischt Vangi verschiedene Materialien in einem Objekt und erhöht dadurch den Verlebendigungsgrad des Dargestellten, wobei den Figurinen zusätzlich Glasaugen und Gebiss-Prothesen implantiert sind. In der größten Arbeit der Ausstellung, der Plastik „Veio“, die zwölf Meter lang ist, verwendet Vangi sogar ein Motorrad, eine „Triumph Tiger“, um die Authentizität zu steigern. In zwei lebendgroßen, bemalten Skulpturen aus Erlen- und Lindenholz zeigt der Künstler zudem seine Meisterschaft in traditioneller Schnitztechnik. Insgesamt bieten seine Arbeiten eine spannungsreiche Mischung aus materialgerechter, origineller Stilisierung und einem nahezu naturalistischen Formgefühl. Ergänzt werden die Objekte durch zum Teil großformatige Zeichnungen, an denen die Vorarbeit der bildhauerischen Ausführung sichtbar wird.

Inhaltlich greift Vangi sowohl historische Themen als auch aktuelles Zeitgeschehen auf und versteht es, eine thematische Mischung zu erzielen, die Geschichtliches aktuell werden lässt und Aktuelles mit der Vergangenheit verknüpft. So offenbart beispielsweise seine Bronzeplastik „Stazzema“, die eigentlich auf die Zerstörung des gleichnamigen toskanischen Dorfes 1944 durch die SS Bezug nimmt, eine empathische Nähe zur gegenwärtigen Flüchtlingsproblematik.

Zur Ausstellung ist beim Info-Verlag / Lindemanns Bibliothek ein umfangreicher Katalog mit zahlreichen Abbildungen und Texten von Mario Botta, Harald Besinger und Peter Hank erschienen. 

Die Schau kann bis 25. September zu den üblichen Öffnungszeiten der Städtischen Galerie besucht werden: Donnerstag bis Samstag, 12 bis 17 Uhr, sowie an Sonn- und Feiertagen 11 bis 17 Uhr. Der Eintritt beträgt drei Euro, ermäßigt einen Euro. 

Jeden 1. und 3. Freitag im Monat finden jeweils um 15.30 Uhr außer an Feiertagen öffentliche Führungen durch die Ausstellung statt. Ebenfalls außer an Feiertagen werden Besucher jeden Donnerstag von 12.30 bis 12.45 Uhr in der „Kunstpause“ speziell in ein Exponat der Ausstellung eingeführt. 

Galerieleiter Peter Hank hält mit Bezug zur Ausstellung am Sonntag, 12. Juni, um 11 Uhr einen Matinee-Vortrag mit dem Titel „Skulptur und Plastik – Gedanken zum bildhauerischen Vorgehen“.

Parallel zur Ausstellung kann die Dauerpräsentation im „Kabinett Kiefer“ im Erdgeschoss mit der Monumental-Collage „Wege der Weltweisheit: die Hermannsschlacht“ von Anslem Kiefer besichtigt werden.

Kontakt:

Städtische Galerie Fruchthalle Rastatt
Kaiserstraße 48
76437 Rastatt

Galerieleitung
Peter Hank, M.A.

Tel. 07222 972-8410
Fax 07222 972-7009
Mobil: 0157 3346 8317
E-Mail: peter.hank@rastatt.de 

Infothek, Tel. 07222 972-8411