Projekt Kunst & Inklusion: Kita-Kinder und Senioren malen gemeinsam

(2. Juli 2015) „Hier kommt noch etwas grüne Farbe hin, komm, ich zeig dir wie es geht“, sagt die sechsjährige Leila und nimmt vorsichtig den Pinsel von Sofia in ihre Hand, um den Strich zu vollenden. Das Besondere: Sofia ist 90 Jahre älter als Leila. Sie haben sich am 30. Juni im Martha-Jäger-Haus zu „ihrem Projekt“ getroffen. Und das heißt „Kunst und Inklusion“, initiiert vom Baden-Badener Künstler Alessandro Benigni. Alle drei Wochen besuchen zehn Kinder der Kita BIBER fünf Seniorinnen und Senioren im Martha-Jäger-Haus, um gemeinsam zu malen, zu zeichnen und sich ganz nebenbei besser kennenzulernen. Ein tolles Projekt, finden Junge wie Alte gleichermaßen.

„Alessandro Benigni kam mit der Projektidee auf uns zu und wir waren gleich begeistert“, erzählt Marianne Seitz, Leiterin der Kita BIBER. „Es ist ein soziales Projekt mit ganz vielen verschiedenen Ebenen: von frühkindlicher Bildung, über Inklusion, bis hin zu einem generationenübergreifenden Verständnis füreinander“, erklärt Seitz begeistert.
Auch Gerda Mutlu, die das Projekt beim Martha-Jäger-Haus betreut, freut sich über die Resonanz der Heimbewohner: „Die Senioren sind glücklich, wenn sie mit den Kindern gemeinsam arbeiten können und kommen richtig aus sich heraus, es ist ein ganz tolles Miteinander“. Ganz nebenbei bekommen Jung und Alt auch noch Wissen zum Thema Kunst vermittelt. Bei den drei Treffen, die seit Mai 2015 stattgefunden haben, wurden Porträts und Selbstporträts gemalt, die Farbkreise von Kandinsky behandelt und mit optischer Kunst dreidimensionale Zeichnungen erstellt. Ein weiteres Treffen ist für Juli geplant. Nach den Sommerferien soll das Projekt fortgeführt und auch mit Materialien wie Holz und Steinen gearbeitet werden. „Die Kinder gehen völlig unverkrampft mit der Kunst um. Die Senioren haben oft die Sorge, sie seien nicht gut genug und haben eher Angst, Fehler zu machen, aber das legt sich schnell“, erzählt Benigni. Der Künstler, der selbst im Rollstuhl sitzt, betont: „Das Ziel ist nicht ein handwerklich perfektes Kunstwerk, sondern etwas Persönliches, dass aus der Seele kommt“.

Wer die entstanden Kunstwerke einmal anschauen möchte, hat am Samstag, 10. Oktober 2015, Gelegenheit dazu. Im Rahmen eines Inklusionstages werden im Foyer des Landratsamts Rastatt Kunstwerke der Kinder und der Senioren zu sehen sein.
Wer sich selbst mit einem Projekt am Inklusionstag beteiligen möchte, wende sich an Alessandro Bengini: E-Mail info@kunstundinklusion.de.

Beim Projekt „Kunst & Inklusion“ arbeiten Kinder und Senioren gemeinsam an ihren Kunstwerken / Foto: Stadt Rastatt

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