Stadtmuseum

Stadtmuseum Rastatt


Freie Zeit im Sommer? Zeit fürs Museum! Städtische Museen bieten im August 2021 wieder freien Eintritt und interessante Veranstaltungen

Stadtmuseum Rastatt wieder geöffnet - Keine Terminbuchung notwendig. Es gelten die gültigen Coronaregeln.


Herzlich Willkommen im Stadtmuseum Rastatt! Das Stadtmuseum befindet sich in einem barocken Stadtpalais gegenüber dem Residenzschloss im Herzen der Stadt und widmet sich der Stadtgeschichte Rastatts und ihren bedeutenden historischen Ereignissen. Eine Dauerausstellung zur Stadtgeschichte vermittelt alles Wissenswerte rund um Rastatts Historie der letzten 300 Jahre. Daneben werden auch jährlich wechselnde Ausstellungen zu stadt- und kulturgeschichtlichen Themen gezeigt. 


Sonderausstellung: "Gurs 1940. Die Deportation und Ermordung von südwestdeutschen Jüdinnen und Juden"

Vom 16. Mai 2021 bis 14. November 2021

An zwei Tagen im Oktober 1940 wurden über 6.000 Jüdinnen und Juden aus Baden, der Pfalz und dem Saarland in den unbesetzten Teil Frankreichs deportiert und ins Internierungslager Gurs nördlich der Pyrenäen gebracht.

Rastatter werden verschleppt
Unter ihnen auch 30 Rastatter Jüdinnen und Juden, die am Morgen des 22. Oktober 1940 von der Gestapo aufgesucht und aufgefordert worden waren, ihre Koffer zu packen. Im Lager Gurs herrschten menschenunwürdige Lebensbedingungen. Einigen Deportierten gelang die Flucht, mehr als Tausend starben unter anderem infolge von Unterernährung, Kälte und Krankheiten. Die meisten Überlebenden wurden später nach Auschwitz-Birkenau und Sobibor verschleppt und ermordet.

Ausstellung thematisiert das Unrecht
An diese Verbrechen erinnert die Ausstellung „Gurs 1940“ anlässlich des 80. Jahrestages der Deportation der Jüdinnen und Juden aus Südwestdeutschland. Die Schau thematisiert die Vetreibung, wie sich die örtliche Bevölkerung verhielt, was die Deportierten in Südfrankreich erwartete und wie die Verbrechen in der Nachkriegszeit aufgearbeitet wurden. 

Die Wanderausstellung, kuratiert durch die Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannseekonferenz, macht auch Station im Stadtmuseum Rastatt. Quellen und Informationen des Rastatter Stadtarchivs und des Stadtmuseums ergänzen die als Überblick konzipierte Wanderausstellung um die lokale Perspektive der Rastatter Jüdinnen und Juden. Weitere Informationen sind erhältlich unter www.gurs1940.de

Begleitausstellung: „Trotzdem am Leben! Shoah-Überlebende in Porträts“

Vom 3. Juni bis zum 17. Oktober 2021

Nur noch wenige Zeitzeugen
Die Überlebenden der Shoah, der millionenfachen Ermordung von Menschen jüdischen Glaubens, werden schon in wenigen Jahren nicht mehr von den Verbrechen berichten können, die ihnen und ihren Verwandten und Freunden widerfahren sind. Der Fotograf und Historiker Eric Schütt, der zugleich seit Jahren die städtischen Museen als Museumspädagoge begleitet, hat sich angesichts dieser Tatsache entschlossen, einige dieser Menschen und ihre Geschichten in Bild und Ton zu porträtieren. Seine Aufnahmen sowie persönliche Erinnerungsstücke der Porträtierten sind in der Ausstellung „Trotzdem am Leben! Shoah-Überlebende in Porträts“ im Rastatter Stadtmuseum zu sehen. 

Von den Gräueln berichten
Viele Holocaust-Überlebende treibt eine Mission um: Sie wollen von dem Grauen unablässig berichten, um Zeugnis abzulegen für die Jugend und für die Nachwelt. Die hochbetagten Menschen begeben sich dafür in die Schulen, um Lesungen abzuhalten. Sie diskutieren mit Jugendlichen und Erwachsenen, geben Konzerte, schreiben Bücher oder drehen Filme. Teils gehörten sie zu den Zeuginnen und Zeugen bei den letzten Prozessen gegen die Nazi-Täter. 

Erinnerung bewahren
Schütt fertigte Porträts dieser Menschen an, gleichzeitig lichtete er Detailaufnahmen von alten Familienfotos und Erinnerungsstücken ab, die das einzige sind, was die Hinterbliebenen noch an ihre ermordeten Angehörigen erinnert. In intensiven Gesprächen tauschte sich der Fotograf mit einigen der Holocaust-Überlebenden aus und nahm diese Gespräche per Tonband auf. Das Stadtmuseum zeigt in seiner Ausstellung einige dieser Foto-Sequenzen und Ausschnitte aus den Gesprächen. Auf Textfahnen wird zudem über das Leben der Zeitzeuginnen und Zeitzeugen informiert. 

Die Porträtierten
Die Shoah-Überlebenden hat Eric Schütt vor allem in Berlin getroffen, aber auch in Basel und im Saarland. Eine davon war die Zeitzeugin Esther Bejarano, die mit der Rap-Band „Microphone Mafia“ auch schon in Rastatt Station gemacht hat. Einige der Porträtierten sind international bekannt. So wurde Shlomo Perels Überleben als „Hitlerjunge Salomon“ verfilmt, ebenso das Leben von Leon Schwarzbaum. Esther Bejarano, Margot Friedlander und Vera Friedländer haben Bücher über ihr Leben geschrieben. Ivan Lefkovits hat eine Buchserie mit Berichten von Schweizer Holocaust-Überlebenden initiiert. Assia Gorban engagiert sich in der Jüdischen Gemeinde Berlin.

Kontakt:

Stadtmuseum Rastatt
Im Vogelschen Haus
Herrenstraße 11
76437 Rastatt
Tel. 07222 972-8400
E-Mail: museen@rastatt.de

Leitung: Iris Baumgärtner M.A.
Sekretariat: Anja Renschler
 

Öffnungszeiten:

Donnerstag bis Samstag
12-17 Uhr
Sonntag und an Feiertagen
11-17 Uhr

Gruppenführungen nach Vereinbarung

Eintrittspreise:

Erwachsene drei Euro, ermäßigt einen Euro

Freier Eintritt mit Museums-Pass.

Mitglied im Verein Museums-Pass-Musées www.museumspass.com