„Rolf-Gunter Dienst. I’ll just keep on“


Rolf-Gunter Dienst in seinem Atelier.

In der Herbstsaison 2012 zeigt die Städtische Galerie Fruchthalle Rastatt vom 14. September 2012 bis 13. Januar 2013 wieder einen bedeuteten Vertreter der Kunst in Baden nach 1945.


Mit Rolf-Gunter Dienst wird in einer Einzelausstellung anlässlich seines 70. Geburtstages eine Künstlerpersönlichkeit gewürdigt, die seit 50 Jahre in sowohl kunstkritischer als auch kunstschaffender Wirksamkeit über die Region hinaus mit seinen Arbeiten und seiner singulären Position Zeichen gesetzt hat und noch immer setzt.

Nicht von ungefähr trägt die Ausstellung den Titel „I’ll just keep on“, ist doch damit die anhaltende Lust an der künstlerischen Produktion, die den Künstler nach wie vor umtreibt, ebenso ausgedrückt wie der serielle Gestaltungsprozess, der sich durch sein gesamtes Werk zieht.

Dienst ist Strukturbildner in der Fläche und neben seinen großformatigen malerischen Arbeiten ein namhafter Protagonist der „Zeichnung als Prozess“. Er bietet dem Betrachter in minutiös-minimalistischen Serien das strukturale Eigenleben abstrakt-organischer Formmodule, die in scheinbar wiederholender Wiedergabe eine Intersubjektivität und eine Spannung zwischen Identität und Differenz vermitteln.

Der in Kiel geborenen Künstler kam schon Anfang der 60er Jahre nach Baden-Baden, wo er bis in jüngste Zeit gelebt hat und bis Anfang 1990 durch seine langjährige redaktionelle Arbeit als Kunstkritiker der in Baden-Baden erschienenen Zeitschrift „Das Kunstwerk“ national wie international bekannt wurde.

Er gehörte seinerzeit als jüngstes Mitglied zu der in Baden-Baden 1967 gegründeten Gruppe SYN, die sich mit Künstlern wie Bernd Berner, Eduard Micus und Erwin Bechtold sowie Klaus Jürgen-Fischer als „offene Gruppe“ verstand und dem „Vorrang der Kunst“ im allgemeinen wie dem Vorzug „der autonomen Malerei“ im besonderen verschrieben hatte.

Obwohl er 1992 auf eine Professur für Freie Malerei an die Staatliche Akademie der Bildenden Künste nach Nürnberg berufen wurde, die er bis 2008 inne hatte, blieb Rolf-Gunter Dienst der Region weiterhin treu. Auch wenn er inzwischen ein Teil des Jahres in Berlin verbringt, unterhält er nach wie vor sein Atelier in Kauffenheim im Elsaß. 2007 erhielt er zusammen mit Silvia Bächli den Hans-Thoma-Preis, den Großen Landespreis für Bildende Kunst des Landes Baden-Württemberg.

Die Schau in der Städtischen Galerie Fruchthalle zeigt das 10 Meter breite Gemälde „Les Voyelles“ (dt. die Vokale) aus den Jahren 2006/07, das auf ein gleichnamiges Sonett von Arthur Rimbaud zurückgeht und in der durchgängig in Reihe gehängten Präsentation bisher noch nie zu sehen war. Daneben bietet die Ausstellung im Schwerpunkt eine Retrospektive des zeichnerischen Werkes von Rolf-Gunter Dienst, das hinsichtlich Umfang und Vollständigkeit in dieser Form ebenfalls erstmals präsentiert wird. Ein Katalog mit ausgesuchten Zeichnungen der Jahre 1962 bis 2012 erscheint beim modo-Verlag Freiburg.

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