Die Sammlung Westermann


2015 wurde für die Sammlung Westermann, die seit Mitte der 1990er Jahre zur Sammlung Rastatt gehört, im hinteren Bereich des Obergeschosses der Galerie das „Kabinett Westermann“ eingerichtet, wo passend zu den jeweiligen Ausstellungen Zeichnungen und Boxen aus dem Bestand der Spezialsammlung gezeigt werden.

Der Sammler Günter Westermann kann auf einen ungewöhnlichen Weg zur Kunst zurückblicken. Ausgehend von einer Autografensammlung begann er ab 1975 bildende Künstler und Künstlerinnen um deren Signatur auf Gemäldereproduktionen im einheitlichen Format  zu bitten. Als der Maler Georg Meistermann ihm daraufhin nicht nur seine Signatur sandte, sondern auch eine Skizze beilegte, griff der Sammler diese Geste auf und erweiterte sein Sammlungskonzept. Er versandte fortan Blanko-Karten im Format DIN A6 an die Künstler und bat sie um eine Zeichnung, Collage oder eine andere bildnerische Äußerung. Im Verlauf von Jahren entstand auf diese Weise eine spannende Sammlung von Papierarbeiten mit einer Vielfalt an künstlerischen Artikulationen.

1980 eröffnete sich Günter Westermann in seiner Sammeltätigkeit eine weitere Dimension. Die Begegnung mit dem Bildhauer Günter Neusel, der ihm riet, auch plastische Werke in die Sammlung zu integrieren, führte zur Entwicklung der Westermann-Box. Der Sammler baute kleine, nach vorn offene, schwarz lackierte Holzkästen und schickte diese an Künstler mit der Bitte, diese Boxen zu gestalten,  zu verändern. Dabei war es machbar sowohl im inneren Raum der Box als auch in deren Umfeld zu arbeiten. Es bestand außerdem die Möglichkeit, die Box in eine Installation zu integrieren. Aus dieser offenen Situation heraus ergaben sich unbegrenzte Gestaltungsmöglichkeiten, die es den Künstlern gestatteten, die Box ihrer jeweiligen künstlerischen Position entsprechend in ein Kunstwerk zu transformieren. Auf diese Weise ist eine Sammlung von ungewöhnlichen Objekten entstanden, die einen maßstäblichen Querschnitt der Gegenwartskunst darbietet: große Kunst im kleinen Format.

Schon von Beginn an hatte der Sammler den beteiligten Künstlern zugesagt, die Sammlung von Zeit zu Zeit der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Gleichfalls war stets avisiert, das Projekt einer Kunsteinrichtung als Schenkung zu überlassen. Letzteres konnte nach mehreren umfangreichen Präsentationen der Sammlung in diversen Museen teilweise eingelöst werden, als Günter Westermann 1998 der Städtischen Galerie Fruchthalle seiner Geburtsstadt Rastatt ein Modul der Sammlung übergab,  welches ausschließlich Arbeiten von deutschen Künstlern und Künstlerinnen umfasst. Als eigenständige Sammlung innerhalb des Bestandes der Galerie werden Teile der Sammlung Westermann im 2015 eingerichteten "Kabinett Westermann" und in den Vitrinen im Eingangsbereich gezeigt oder sind im Rahmen von Bestandsausstellungen in größerem Umfang vertreten.

 

 

 

 

 

Kontakt:

Städtische Galerie Fruchthalle Rastatt
Kaiserstraße 48
76437 Rastatt

Galerieleitung
Peter Hank, M.A.

Tel. 07222 972-8410
Fax 07222 972-7009
Mobil: 0157 3346 8317
E-Mail: peter.hank@rastatt.de 

Infothek, Tel. 07222 972-8411

Eintrittspreise:

3 Euro, ermäßigt 1 Euro
Freier Eintritt mit Museumspass

Öffnungszeiten:

Donnerstag bis Samstag
12-17 Uhr

Sonntag und an Feiertagen
11-17 Uhr

Führungen:

Jeden 1. und 3. Freitag im Monat um 15.30 Uhr: Öffentliche Führungen zur laufenden Ausstellung

Jeden 4. Freitag im Monat um 15:30 Uhr: Öffentliche Führung durch das Anselm-Kiefer-Kabinett  

Jeden Donnerstag von 12.30 bis 12.45 Uhr:  "Kunstpause" - Vorstellung eines Exponats der laufenden Ausstellung

Gruppenführungen nach Vereinbarung
Jeden Donnerstag von 12.30 - 12.45 Uhr "Kunstpause" - Vorstellung eines Exponats der laufenden Ausste
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Kunstdidaktik:

auf Anfrage, Terminvereinbarung unter 07222/972-8410 (Mi - Fr 10-17 Uhr)