Festrednerin Melinda Crane bei der Matinee zum 3. Oktober: „Nicht von Populismus und Pessimismus lähmen lassen!“

(4. Oktober 2018) „Wir dürfen uns nicht von Populismus und Pessimismus lähmen lassen“, so die klare Botschaft von Dr. Melinda Crane, Festrednerin bei der Matinee zum Tag der Deutschen Einheit in der BadnerHalle, am Schluss ihrer eindrucksvollen Rede. Sie appellierte an das zahlreich erschienene Publikum, in das „soziale Kapital unserer Gesellschaft zu investieren“, gemeinschaftliche Bindungen zu stärken, miteinander zu reden und damit verloren gegangenes Vertrauen in die Demokratie zurückzugewinnen. 

„Die Politik der Wut: Wie schwindendes Vertrauen die Demokratie herausfordert“ war der top-aktuelle Festvortrag der international bekannten US-Journalistin und Moderatorin überschrieben. Crane analysierte gleichermaßen unterhaltsam und tiefschürfend die Ursachen für das sinkende Vertrauen der Öffentlichkeit in die Politik. Immer wieder spannte sie den Bogen von der Situation in den USA (Wie konnte es passieren, dass Demoskopen und Medien den Ausgang der US-Wahl 2016 so falsch eingeschätzt hatten?) zur Lage in Deutschland (Warum äußert sich Rechtspopulismus besonders stark in ländlichen Regionen mit guten Konjunkturdaten und geringen Flüchtlingszahlen, Beispiel Mecklenburg-Vorpommern?). Natürlich seien die Folgen der Finanzkrise und der Globalisierung wichtige Faktoren für den beunruhigenden gesellschaftlichen Wandel, so Crane. Entscheidend für das schwindende Vertrauen der Menschen und die erstarkende Wut seien jedoch andere Entwicklungen. 

Von der Politik viel ernster genommen werden müssten laut Crane die größer werdende Schere zwischen Arm und Reich, das steigende Ungleichgewicht bei den Einkommen, tiefgreifende Strukturwandel in den Regionen und die zunehmende Vereinzelung der Menschen, die durch die sozialen Medien fatal gefördert werde. Überhaupt setzte sich die Journalistin kritisch mit der Rolle der Medien auseinander. Wer nur auf Einschaltquoten ziele, Populisten mediale Aufmerksamkeit schenke, Politik in Talkshows als lockere Unterhaltung inszeniere und die Wahlberichterstattung wie einen Boxkampf, leiste den Entwicklungen Vorschub. 

Populisten wie Donald Trump sei es gelungen, der Wut eine Stimme zu geben. In Deutschland hätten die Bürger den Eindruck, die Große Koalition rede ausschließlich mit sich selbst, statt die wichtigen Themen wie Bildung, Rente oder Pflege im Alter anzugehen. Das sei eine Einladung an den Rechtspopulismus.

Cranes Rat an die Politik: die Sorgen der Bürger ernst zu nehmen, „ohne Immigranten und Muslime zu Sündenböcken zu machen. Wir brauchen eine sachliche und effektive Politik zur Regelung von Migration, Integration und Sicherheit. Dafür muss der Staat Geld in die Hand nehmen.“ Und an alle gewandt, empfahl sie: „Wir müssen auf neue Art miteinander kommunizieren.“

Lang anhaltender Applaus zeigte, dass die Rede ankam bei den Besucherinnen und Besuchern, darunter Rastatter Landtags- und Bundestagsabgeordnete, Vertreter des Gemeinderates, der Wirtschaft und des Vereinslebens. Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch bedankte sich bei Melinda Crane und betonte: es sei derzeitig notwendiger denn je, sich gemeinsam und aktiv für Frieden, Freiheit und Demokratie einzusetzen. Er warb dafür, die Appelle der Festrednerin ernst zu nehmen. Im Anschluss an den Festakt trug sich Melinda Crane in das Goldene Buch der Stadt Rastatt mit den Worten ein: „Vielen Dank für die Ehre, bei Ihnen in der wunderschönen Barockstadt Rastatt am Nationalfeiertag sprechen zu dürfen!“ 

Hervorragend musikalisch begleitet wurde der Festakt von der Baden-Badener Philharmonie unter Leitung von Frank Dupree, Musikbotschafter der Stadt Rastatt. Eindrucksvoll als Solist an der Trompete: Maximilian Sutter.

Impressionen von der feierlichen Matinee zum Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober in der BadnerHalle. Foto: Gerhard Dinger.
Impressionen von der feierlichen Matinee zum Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober in der BadnerHalle. Foto: Gerhard Dinger.
Impressionen von der feierlichen Matinee zum Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober in der BadnerHalle. Foto: Gerhard Dinger.
Impressionen von der feierlichen Matinee zum Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober in der BadnerHalle. Foto: Gerhard Dinger.
Impressionen von der feierlichen Matinee zum Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober in der BadnerHalle. Foto: Gerhard Dinger.
Impressionen von der feierlichen Matinee zum Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober in der BadnerHalle. Foto: Gerhard Dinger.
Impressionen von der feierlichen Matinee zum Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober in der BadnerHalle. Foto: Gerhard Dinger.
Impressionen von der feierlichen Matinee zum Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober in der BadnerHalle. Foto: Gerhard Dinger.
Impressionen von der feierlichen Matinee zum Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober in der BadnerHalle. Foto: Gerhard Dinger.
Impressionen von der feierlichen Matinee zum Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober in der BadnerHalle. Foto: Gerhard Dinger.
Impressionen von der feierlichen Matinee zum Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober in der BadnerHalle. Foto: Gerhard Dinger.
Impressionen von der feierlichen Matinee zum Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober in der BadnerHalle. Foto: Gerhard Dinger.
Impressionen von der feierlichen Matinee zum Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober in der BadnerHalle. Foto: Gerhard Dinger.
Impressionen von der feierlichen Matinee zum Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober in der BadnerHalle. Foto: Gerhard Dinger.
Impressionen von der feierlichen Matinee zum Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober in der BadnerHalle. Foto: Gerhard Dinger.
 

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