Erfahren Sie mehr über die Geschichte der Gemeinwesenarbeit


Gemeinwesenarbeit hat ihre Wurzeln in der Settlement-Bewegung in England Ende des 19. Jahrhunderts, später dann auch in den USA.

Im Mutterland der Industrialisierung wurde, angeregt vom Gemeindepfarrer Samuel Barnett, eine einfache Unterstützungsform für die Menschen in den Elendsvierteln in London entwickelt. Angehende Akademiker sollten für eine begrenzte Zeit ihrer Ausbildung in einer Zweigstelle der Universtität in den Elendsvierteln wohnen, lehren und arbeiten.

Große Bedeutung erlangte die Gemeinwesenarbeit auch in den Einwanderungsvierteln im Osten der USA, wo sie Hilfestellung für Neuankömmlinge bot.

Doch die Übertragung amerikanischer Erfahrungen aus dem „Community Development“ - der Koordination sozialer Arbeit verschiedener öffentlicher und privater Träger und die Aktivierung vor allem auch finanzieller Eigenkräfte im Gemeinwesen - nach Deutschland erwiesen sich als schwierig.

Versucht wurde dies in Deutschland zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Hamburg und Berlin. Ehrenamtlich arbeitende, humanistisch eingestellte Intellektuelle und kirchliche Vertreter organisierten damals Nachbarschaftszentren in den Arbeitervierteln und wollten durch materielle und soziale Hilfeleistungen zu einem Ausgleich zwischen den Klassen beitragen.

Die Geschichte der Gemeinwesenarbeit in Deutschland in jüngerer Zeit beginnt mit der verstärkten Sensibilisierung für soziale Probleme Ende der 60er Jahre und der Zunahme von Selbsthilfegruppen und Initiativen im sozialen Bereich Ende der 70er Jahre.

Im Fachlexikon der Sozialen Arbeit des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge wird Gemeinwesenarbeit wie folgt beschrieben:

„Heute wird Gemeinwesenarbeit durchgängig als ein Prinzip sozialer Arbeit überhaupt verstanden: Sie wendet sich bewusst ab von einer methodisch isolierten sozialpädagogischen Praxis, die sowohl Methoden als auch Zielgruppen sorgfältig trennt, und begreift die sozio-ökonomischen und politischen Bedingungen im Lebensbereich bzw. Stadtteil als Ursachen sozialer Benachteiligungen und Schäden“ (S. 392)

Gemeinwesenarbeit etablierte sich als „dritte Methode“, neben der Einzelfallhilfe und der Gruppenarbeit, ohne diese jedoch vollständig auszuschließen oder abzulösen.

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