Vergangene Sonderausstellungen


Foto: Stadt Rastatt
Foto: Stadt Rastatt

Die edele Kunst der Truckerey. Inkunabeln und frühe Drucke aus der Historischen Bibliothek Rastatt

Als Büchersammlung des Rastatter Piaristenkollegs 1716 gegründet, begeht die Historische Bibliothek im Jahr 2016 ihr 300-jähriges Bestehen. Zur Erinnerung an dieses Jubiläum präsentiert die Ausstellung ihren ältesten Bestand mit einer Auswahl frühester Druckwerke aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts, sogenannter Inkunabeln, ergänzt um einige wertvolle Drucke aus der Zeit nach 1500.

Beginnend mit einer Darstellung der Produktion von Büchern im Mittelalter wird der Übergang zum Druckwerk gezeigt, der sich nach der Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern durch Johannes Gutenberg ab 1450 vollzog. In den Jahrzehnten darauf breitete sich die neue Kunst schnell in ganz Europa aus. Anhand der ausgestellten Bücher kann ihr Weg in die verschiedensten Regionen Deutschlands, nach Bayern, den Südwesten, den Oberrhein und den Mittel- und Niederrhein bis nach Frankreich und Italien mitverfolgt werden. Sie zeigen, dass die frühen Buchdrucker ihre Erzeugnisse in Schrift und Ausstattung recht vielfältig gestaltet haben. Zu sehen sind auch Unikate, Beispiele für originale Einbände und für die Illustrationstechnik dieser frühen Bücher, den Holzschnitt. 

Flyer zur Ausstellung

Für Aktionen gibt es die digitale Präsentation eines oberrheinischen Drucks von 1482 zum virtuellen Blättern, Miniaturmodelle von Buchdruckerpressen und eine Malecke für Kinder.


Jubiläumsausstellung des Ludwig-Wilhelm-Gymnasiums in Kooperation mit der Historischen Bibliothek der Stadt Rastatt „300 Jahre Schulgeschichte(n)“, vom 1. März bis 6. September 2015: Verlängerung bis 22. November

Von 1. März bis 22. November zeigte das Ludwig-Wilhelm-Gymnasium (LWG) anlässlich seines 300-jährigen Bestehens in Zusammenarbeit mit der Historischen Bibliothek eine Ausstellung zum Thema „300 Jahre Schulgeschichte(n)“ im Bibliothekssaal der Historischen Bibliothek.

Am 22. Juni 1715 unterzeichnete Markgräfin Sibylla Augusta die Stiftungsurkunde für das Rastatter Piaristenkolleg. Daraus sind bis dato nicht nur 300 Jahre Schulgeschichte erwachsen, sondern auch unzählige Schulgeschichten: Erlebnisse, Anekdoten, Erinnerungen. Auf diese Spuren begaben sich Schülerinnen und Schüler aus dem diesjährigen Abiturjahrgang im Rahmen eines Seminarkurses.

Auf der Grundlage der vielfältig angelegten Schülerarbeiten ist in Zusammenarbeit mit der Historischen Bibliothek eine Ausstellung entstanden, die die Stationen der LWG-Geschichte zeigt sowie einen Eindruck von dem vermittelt, was das LWG ausmacht. Die Ausstellung beleuchtet die Anfänge mit den Piaristen und ihrer Bibliothek und geht dann insbesondere auf die Zeiten der 1848er Revolution, des Kaiserreichs und des Nationalsozialismus ein. Darüber hinaus werden die Themen Architektur, Schultheater, Abiturkarten, Fahrschüler, Konvikt und Schülerverbindungen präsentiert. Auch Filminterviews mit Zeitzeugen aus den 1940er bis 1960er Jahren können angeschaut werden. 

So wurden bei manchen Besuchern womöglich Erinnerungen an die „alten Zeiten“ wach – anderen wird sich vielleicht ein neuer, bisher unbekannter Blick auf „unser“ Ludwig-Wilhelm-Gymnasium eröffnen.


„Die Jesuiten in der Markgrafschaft Baden (1570-1773)“, von 9. Dezember 2012 bis 25. August 2013 in der Historischen Bibliothek Rastatt

Jesuit in der Stadtkleidung.

Die Jesuiten bestimmten vom 16. bis zum 18. Jahrhundert das religiöse und kulturelle Leben in der katholischen Markgrafschaft Baden maßgeblich mit. In die rund zwei Jahrhunderte umspannende Geschichte der Jesuiten von Baden will die Ausstellung „Die Jesuiten in der Markgrafschaft Baden (1570-1773)“ in anschaulicher Form einen Einblick bieten.

Zur Ausstellung „Die Jesuiten in der Markgrafschaft Baden“ findet eine Vortragsreihe statt: Hier finden Sie Informationen zu den Veranstaltungen

Als wichtige Quellen-Grundlage können dabei die Bestände der Historischen Bibliothek Rastatt dienen, in die u.a. die Bibliotheken der Jesuiten von Baden-Baden und Ettlingen mit aufgegangen sind. Denn in diesen Buchbeständen haben die badischen Jesuiten bis heute ihre Spuren hinterlassen – genauso wie in so manch anderen Archivalien, Kunst- und Kulturgegenständen sowie in ihren architektonischen Hinterlassenschaften, die sich noch andernorts erhalten haben und denen in der Ausstellung deshalb ebenfalls ein gebührender Platz eingeräumt wird.

Die Ausstellung kann von Sonntag, 9. Dezember 2012, bis Sonntag, 25. August 2013 im Bibliothekssaal des Ludwig-Wilhelm-Gymnasiums, Lyzeumstraße 11, an Sonn- und Feiertagen von 11 Uhr bis 17 Uhr besichtigt werden. Der Eintritt beträgt 3 Euro, ermäßigt 1 Euro. Führungen sind nach Vereinbarung möglich. Weitere Informationen gibt es bei der Historischen Bibliothek Rastatt telefonisch unter 07222-9728420 und -8421 sowie per E-Mail an historische-bibliothek@rastatt.de.


Titelmotiv der Sonderausstellung der Historischen Bibliothek Rastatt

"Krisen, Kollaps, Katastrophen - Vom Untergang der Kulturen", von 3. Dezember 2010 bis 24. Juni 2012:

In den letzten 5000-6000 Jahren der Menschheitsgeschichte gibt es ein wiederkehrendes Phänomen: In verschiedenen Regionen entwickeln sich Kulturen, erreichen politisch, militärisch, wirtschaftlich und kulturell im Verlaufe der Jahrhunderte und Jahrtausende eine beträchtliche Größe und Bedeutung, um dann irgendwann doch wieder unterzugehen. Wie und warum kommt es immer wieder zu einem solchen Kollaps? Auf diese Frage versucht die Ausstellung „Krisen, Kollaps, Katastrophen – Vom Untergang der Kulturen“ der Historischen Bibliothek Rastatt eine Antwort zu geben, die vom 3. Dezember 2010 bis 24. Juni 2012 im Bibliothekssaal des Ludwig-Wilhelm-Gymnasiums Rastatt zu sehen ist.

Die Ausstellung versucht auf die Frage nach dem Kollaps am konkreten Beispiel von sieben Reichen und Kulturen bzw. Kultur-Kreisen eine Antwort zu geben: dem alten Ägypten, Mesopotamien, der kretisch-mykenischen Kultur (Knossos und Mykene), den Etruskern, dem alten Rom, den Maya, Inka und anderen präkolumbischen Kulturen sowie der Kultur der Osterinsel.

Das Wissen über diese Kulturen hat sich in den beiden letzten Jahrhunderten erheblich erweitert, manche von ihnen wurden erst im späten 18. und im 19. Jahrhundert wiederentdeckt. Diese Wiederentdeckung bzw. Erweiterung des Kenntnisstandes verdankt man vor allem einigen wenigen Pionieren der Archäologie, die sich ihrer selbst gestellten Aufgabe mit aller Radikalität widmeten. Exemplarisch erwähnt werden können in diesem Zusammenhang z. B. Heinrich Schliemann, der nicht nur in Troja, sondern auch in Mykene grub und fündig wurde, Edward Thomson, der in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts im so genannten „Heiligen Brunnen“ von Chichén Itzá tauchte, um nach Relikten der Maya-Kultur zu suchen, oder auch Howard Carter, der 1922 nach fünfjährigen Grabungen im „Tal der Könige“ endlich das Grab des Tutanchamun mit der Mumie des jung verstorbenen Pharao samt vielen wertvollen Grabbeigaben entdeckte. Auch solchen Pionieren der Archäologie wird in der Ausstellung ein gebührender Platz eingeräumt.

Gefragt wird ferner nach dem sagenhaften Atlantis: Welche Quellen liegen vor? Warum ging es unter? Gab es überhaupt diese sagenhafte Kultur?Exemplarisch wird außerdem an einige Naturkatastrophen erinnert, die sich im Verlaufe der letzten Jahrtausende ereigneten und über die berichtet wird. Gefragt wird auch hier wieder, wie sich insbesondere die zeitgenössische Welt solche Katastrophen erklärte und ob möglicherweise die Menschen für die Auswirkungen die Verantwortung trugen.

Die Besucher der Ausstellung „Krisen, Kollaps, Katastrophen – Vom Untergang der Kulturen“ können sich also auf ein spannendes Thema, imposante Kulissenbauten (Ischtar-Tor, Knossos-Tempel, Etruskergrab usw.) und eine Vielzahl von Exponaten (Bücher, Figuren, Bilder, Replikate und Originale verschiedener Kunstgegenstände etc.) freuen. Ferner werden auch wieder zahlreiche Bücher aus den Beständen der Historischen Bibliothek gezeigt.

Die Ausstellung ist immer an Sonn- und Feiertagen von 10 bis 17 Uhr zu sehen. Führungen sind nach Anmeldung möglich. Weitere Informationen zur Ausstellung und den Führungen sind bei der Historische Bibliothek der Stadt Rastatt, im Ludwig-Wilhelm Gymnasium, Lyzeumstraße 11, Tel. 07222/972-8420, -8421, Fax 07222/37227, E-Mail: historische-bibliothek@rastatt.de, erhältlich.