Pflanze des Monats Januar 2018: Der Gewöhnliche Schneeball – Eine Pflanze mit Show-Effekt

(3. Januar 2018) Zur Pflanze des Monats Januar 2018 hat die Umweltstiftung Rastatt  den Gewöhnlichen Schneeball (Viburnum opulus) gewählt. Unter den zahlreichen Schneeballarten, insbesondere den gezüchteten Sorten, haben einige schneeweiße, fast kugelförmige Blüten. Daher rührt auch der Name „Schneeball“. Der Gewöhnliche Schneeball hingegen hat flache Blüten. Der etwa vier bis fünf Meter hohe Strauch ist winterkahl. Seine ahornähnlichen Blätter verfärben sich im Herbst meist orangerot. Bei uns besiedelt der Gemeine Schneeball gerne feuchte, nährstoffreiche Lehm- und Tonböden in Auenwäldern. Wegen seiner Liebe zu feuchten Standorten wird er auch „Wasserschneeball“ genannt. Er kommt aber auch verbreitet in Gebüschen, an Ufern und in Hecken vor. 

Show-Effekt für Insektenbesuche

Ab Mai erscheinen seine Blüten in tellerförmigen hübschen Blütenständen von rund zehn Zentimetern Durchmesser. Aus der Ferne betrachtet erscheint der Gemeine Schneeball wie eine einzige üppige Blüte. Der Eindruck täuscht jedoch, denn in Wirklichkeit sind die flachen rahmig-weißen Blütenstände von einem Kranz größerer, schneeweißer, Randblüten umgeben. Diese sind aber reiner Show-Effekt und dienen lediglich dazu, Bestäuber anzulocken. Die kleinen inneren Blüten sind wohlriechend und fruchtbar und bieten reichlich Nektar. Während der Blütezeit ist die Pflanze daher begehrte Anlaufstelle für zahlreiche  Insekten. 

Rote Früchte sind roh giftig 

Nach der Blütezeit im August  bilden sich scharlachrote, kugelige Früchte. Die reifen Früchte schimmern glasig und besitzen einen kleinen Steinkern. Dessen herzförmige Gestalt brachte dem Gewöhnlichen Schneeball auch den Beinamen „Herzerlbeere“ ein.  Doch so appetitlich die Beeren auch aussehen: Sie sind roh giftig. Selbst in der Rinde und den Blättern sind Giftstoffe enthalten. Dank ihrer Bitter-, Gift- und Gerbstoffe hängen die Früchte meist bis weit in die Wintermonate hinein. Einigen Vögeln dienen sie als „Notreserve“, die sie im Laufe des Winters fressen. Die sauren Früchte sind, allerdings nur gekocht, für Marmelade oder Gelee verwendbar. Das gekochte Fruchtmus ist bekömmlich und enthält wichtige Inhaltsstoffe für eine gesunde Ernährung. In der Türkei  wird aus den Früchten, Wasser und Zucker das Erfrischungsgetränk „Gilaboru“ hergestellt, dem eine heilende Wirkung bei Nierensteinen nachgesagt wird.

Neben dem Gewöhnlichen Schneeball ist bei uns noch der Wollige Schneeball heimisch, der allerdings trockenere Standtorte als der Gewöhnliche Schneeball  bevorzugt. Ein Schmuckstück für den Garten und Parkanlagen ist die Viburnum-Sorte „Roseum“. Diese Spielart des Gewöhnlichen Schneeballs hat große weiße Blütenkugeln, die sich beim Verblühen zartrosa färben. 

Wegen seiner roten Früchte wird der Gewöhnliche Schneeball auch liebevoll „Herzerlbeere“ genannt. Foto: Stadt Rastatt

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