Rastatts kommunale Klimapartnerschaft mit dem senegalesischen St. Louis

Wie alles begann…

Angeregt haben die Kommunale Klimapartnerschaft die Naturfreunde Rastatt und die Lokale Agenda 21, Arbeitskreis Klima und Energie Rastatt. Sie haben Oberbürgermeister Pütsch vorgeschlagen, mit St. Louis im Senegal eine solche Partnerschaft einzugehen. Diese Vorhaben erstmals in die Öffentlichkeit getragen hat Oberbürgermeister Pütsch dann während des Neujahrsempfangs am 10. Januar: 

„Frieden in der Welt kann es aber auch nur geben, wenn wir einen fairen Umgang miteinander pflegen. In unserer globalisierten Welt müssen wir den Blick weiten und uns auch um einen fairen und nachhaltigen Umgang mit Ressourcen bemühen. (…)  Im Jahr 1992 ist die Stadt Rastatt dem Klimabündnis europäischer Städte beigetreten. Seit einigen Jahren gibt es auch die Möglichkeit, kommunale Themenpartnerschaften mit Kommunen aus Entwicklungs- und Schwellenländern zu begründen. Möglich wäre eine Klimapartnerschaft. Auf dieses Thema angesprochen haben mich die Naturfreunde Rastatt, die bereits enge Beziehungen in den Senegal und zwar zur Stadt St. Louis unterhalten. Ich fände es toll, wenn es uns gelänge, im Rahmen einer kommunalen Themenpartnerschaft einen weiteren Schritt in Richtung Klimaschutz und Klimaanpassung zu machen. Auch das ist ein Schritt hin zu mehr Frieden in der Welt.“ (Neujahrsansprache Oberbürgermeister Pütsch, 10. Januar 2014) 


Was ist eine kommunale Klimapartnerschaft?
Das Projekt „50 kommunale Klimapartnerschaften bis 2015“ wird von der Sevicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) in Zusammenarbeit mit der Landesarbeitsgemeinschaft Agenda 21 Nordrhein-Westfalen und im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung durchgeführt. Das Projekt befindet sich mittlerweile in der dritten Phase. Nach einer Pilotphase und einer zweiten Phase, in der deutsche Kommunen kommunale Partnerschaften mit Kommunen in Lateinamerika eingingen, liegt der Fokus der dritten Phase auf kommunalen Klimapartnerschaften mit afrikanischen Kommunen. 

Ziel der Partnerschaft ist es, zunächst in einem Zeitraum von anderthalb Jahren einen Erfahrungsaustausch mit der afrikanischen Partnerkommune zu den Themen Klimaschutz und Klimaanpassung zu führen. Verbindlich soll dann ein gemeinsames Handlungsprogramm entwickelt werden. Das Handlungsprogramm soll konkrete Ziele und Maßnahmen in den Bereichen Klimaschutz und Klimaanpassung sowie die dafür benötigten Ressourcen benennen. Im Mittelpunkt steht dabei die langfristige und konstruktive Zusammenarbeit der jeweiligen Partnerkommune und ihrer zivilgesellschaftlichen Akteure.

Die SKEW gewährt hierfür den Kommunen sowohl finanzielle als auch organisatorische Unterstützung.

Weitere Informationen gibt es auf der Homepage der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt unter www.service-eine-welt.de.


Die Akteure

Gesellschaftliche Akteure: Die Naturfreunde Rastatt
Die Idee zur Partnerschaft mit St. Louis stammt von den Naturfreunden Rastatt. Sie stehen schon lange in Kontakt mit den Naturfreunden in St. Louis und haben dort unter anderem ein Kinderhortprojekt.

Der Gemeinderat: 
Der Gemeinderat der Stadt Rastatt beschließt in seiner Sitzung vom 30. Januar 2014: Rastatt nimmt am Projekt „50 kommunale Klimapartnerschaften bis 2015“ teil und geht mit der senegalesischen Stadt St. Louis eine Themenpartnerschaft ein.

Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch

Stadtverwaltung:
Fachbereich Stadt- und Grünplanung

Kooperationspartner: star. Energiewerke
Die star.Energiewerke unterstützen mit ihrem Expertenwissen in Sachen Energieversorgung die Klimapartnerschaft

Die Arbeitsstrukturen

Lenkungsgruppe:
Mitglieder der Lenkungsgruppe sind Vertreter aus Zivilgesellschaft und Stadtverwaltung. Sie koordinieren die Klimapartnerschaft und kümmern sich um die Ausarbeitung.

Steuerungsgruppe:
Besteht aus Mitgliedern der Verwaltung, der Zivilgesellschaft, der Gemeinderats-Fraktionen und interessierten Bürgerinnen und Bürger. Hier diskutieren die Mitglieder darüber, was passieren soll, wie es weitergeht usw. 


Was bisher geschah

Internationaler Auftaktworkshop in Kapstadt (25. März bis 28. März 2014)

OB Pütsch unterzeichnet die Klimapartnerschaftsurkunde.

Die Urkunde verpflichtet die Stadt Rastatt zum gegenseitigen Erfahrungsaustausch mit der afrikanischen Partnerkommune St. Louis zu den Themen Klimaschutz und Klimaanpassung und zur Entwicklung eines gemeinsamen Handlungsprogramms.

Klimapartner unterzeichnen in Kapstadt die Klimapartnerschaftsurkunde / Foto: Stadt Rastatt

„1. Entsendephase“: Delegation aus dem Senegal vom 26. Oktober bis zum 2. November zu Besuch in Rastatt
Workshops, Diskussionen, vor-Ort-Besichtigungen: Nach einer intensiven Arbeitswoche in Rastatt verständigen sich die Klimapartner auf die Schwerpunkte „Sensibilisierung der Bevölkerung für den Klimaschutz“, „Stadtbegrünung und Aufforstung“, „Nutzung erneuerbarer Energien“ sowie „Energieeffizienz und Risikomanagement“

„2. Entsendephase“: Rastatter Delegation besucht St. Louis (25. Januar bis 1. Februar 2015) 
Erstmals reist eine Rastatter Delegation nach St. Louis und lernt die Situation vor Ort kennen. Mit klaren Vorstellungen, was in Sachen Klimapartnerschaft angepackt werden muss, kommt die Delegation zurück nach Rastatt. Die Klimapartner konkretisieren die geplanten Maßnahmen für das gemeinsame Handlungsprogramm. So will man Photovoltaikanlagen in St. Louis fördern, die Mangrovenwälder an der Küste aufforsten und ein gemeinsames Umweltbildungsprogramm etablieren.

„3. Entsendephase“: Rastatter Klimapartner erneut zu Gast im Senegal (30. Mai bis 6. Juni 2015) 
In sechs Bereichen legen die Klimapartner konkrete Ziele fest: Innenstadtbegrünung, Mangrovenaufforstung, Photovoltaikanlagen, Ausstattung mit LED-Leuchten, Schulpartnerschaften, Umweltbildung. Sie werden im Handlungsprogramm zusammengefasst, das im Juli dem Gemeinderat vorgelegt wird. 

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