Die Maßnahmen in St. Louis im Überblick:

Innenstadtbegrünung

Warum sie wichtig ist:

Um das Bio-Klima in der Stadt St. Louis zu verbessern, müssen dringend mehr Bäume gepflanzt werden. Bäume erhöhen die relative Luftfeuchtigkeit und senken die Umgebungstemperatur. Und sie speichern das Treibhausgas Kohlendioxid.

Wie sieht die Situation in St. Louis aus?

Hitze, Trockenheit, sandige und salzhaltige Böden: Nur wenige Bäume zieren die Straßen und Plätze von St. Louis. Und die wenigen Bäume, die diesen Bedingungen trotzen, werden von Ziegen angefressen und beschädigt. Ausreichend Personal, um die Bäume zu pflegen, gibt es nicht. 

Hitze, Trockenheit, sandige Böden: schwierige Bedingungen für Bäume und Pflanzen / Foto: Stadt Rastatt
Wenig Grün in der Innenstadt / Foto: Stadt Rastatt
Ziegen fressen die Bäume und Pflanzen an / Foto: Stadt Rastatt

Was wird getan?

Sieben Straßenzüge in der Stadt werden bepflanzt, Anzahl und Art der Pflanzen wurden genau festgelegt. 

Zum Schutz vor Ziegenverbiss werden um die Bäume herum kleine Holzzäune aufgestellt.

Ein Tankwagen wird angeschafft, um die Pflanzen ausreichend zu wässern.

Neues Personal wird eingestellt und geschult.

Die Bevölkerung wird sensibilisiert, um klarzumachen: Pflanzen sind wichtig für Mensch, Natur und Klima.

Baumpatenschaften sollen initiiert werden.


Mangrovenaufforstung

Warum sie wichtig ist:

Mangroven sind Gezeitenwälder und gehören zu den produktivsten Ökosystemen der Erde. Zahlreichen Meerestieren bieten sie Nahrung und Unterschlupf. Besondere Bedeutung haben sie für den Küstenschutz, denn sie verringern die Wucht der Wellen und schützen die Küsten und Flussmündungen vor Erosion.

Wie sieht die Situation in St. Louis aus?

Viele Mangroven an den Küsten von St. Louis fielen der Abholzung durch die Bevölkerung zum Opfer, denn die Menschen nutzen Mangrovenholz als Brennholz. Die Folge: ein drastischer Rückgang der Fisch- und Meerestierbestände. Menschen, die von der Fischerei leben, können ihren Lebensunterhalt kaum mehr bestreiten. Und: Die Stadt ist nicht mehr vor Hochwasser und Überschwemmungen geschützt.

Wenige Mangroven gibt es noch in St. Louis / Foto: Stadt Rastatt
Mangrovenwälder schützen vor Hochwasser und Erosion / Foto: Stadt Rastatt
Die Folgen der Mangrovenabholzung: ein drastischer Rückgang der Fisch- und Meerestierbestände. Menschen, die von der Fischerei leben, können ihren Lebensunterhalt kaum mehr bestreiten / Foto: Stadt Rastatt.

Was wird getan?

Ein küstennahes Gebiet am Stadtausgang von St. Louis wird wieder mit einem Mangrovenwald aufgeforstet.

Brutknospen werden gesucht und eingepflanzt.

Öffentlichkeitsarbeit und intensiver Austausch mit der Bevölkerung, denn: Für die Mangroven tragen die Menschen in St. Louis die Verantwortung.


Photovoltaik:

Warum sie wichtig ist:

Energiemangel stellt eins der größten Entwicklungshemmnisse im Senegal dar, denn die Stromproduktion hält mit der wachsenden Nachfrage nicht Schritt – Betriebe, Krankenhäuser, Schulen und andere Einrichtungen sind in ihrer Funktionsfähigkeit eingeschränkt. Eine Autarke und regenerative Energieversorgung ist ein entscheidender Vorteil: Der Strompreis im Senegal ist der höchste weltweit, vorgegeben vom einzigen Energieversorger SENELEC. Außerdem: Erneuerbare Energien verringern den CO2-Ausstoß. Die klimatischen Bedingungen vor Ort eignen sich besonders gut für die Produktion von Solar- und Wind- und Wasserenergie. 

Wie sieht die Situation in St. Louis aus?

Stromausfälle sind an der Tagesordnung. Derzeit befinden sich zwei Photovoltaikanlagen in St. Louis, jedoch fehlt fachkundiges Personal zur Wartung der Anlagen. Berechnungen vor Ort zeigen jedoch klar: Photovoltaikanlagen lohnen sich.

Auf dem Dach des Technischen Gymnasiums befindet sich eine Photovoltaikanlage / Foto: Stadt Rastatt.
Die Klimapartner prüfen weitere Standorte für Photovoltaikanlagen / Foto: Stadt Rastatt.
Solarexperte Dr. Erwin Groß repariert vor Ort  / Foto: Stadt Rastatt.

Was wird getan?

Gespräche mit der deutschen Botschaft, dem Energieministerium und dem Energieversorger SENELEC wurden geführt, um Möglichkeiten auszuloten, wie die selbst erzeugte Energie in das vorhandene Stromnetz eingespeist werden kann. Das ist wichtig, denn: Sollten die Photovoltaikanlagen ausfallen, muss weiterhin eine kontinuierliche Stromversorgung möglich sein.

Auf dem Rathausdach soll eine Pilotanlage installiert werden. 

Die vorhandenen Anlagen sollen gewartet und wieder in Betrieb genommen werden.


Ausstattung mit LED-Straßenleuchten 

Warum das wichtig ist:

Die LED-Leuchten sorgen für eine kontinuierliche Straßenbeleuchtung. Dabei bringen LED-Leuchten in Verbindung mit Solarenergie entscheidende Vorteile: geringer Stromverbrauch, kostengünstige und langlebige Energieversorgung der Beleuchtung öffentlicher Wege, Plätze und Kreuzungen, keine aufwendigen Arbeiten zur Netzanbindung. Denn: Autarke Solarleuchten arbeiten automatisch. Tagsüber erzeugen Photovoltaikmodule Energie aus der Sonne, die in Batterien gespeichert wird. Nachts wird die benötigte Energie aus diesen Speichern entnommen. 

Wie sieht die Situation in St. Louis aus?

Im Fischverarbeitungszentrum der Stadt können die Frauen nur arbeiten, solange es hell ist, denn sie müssen sicher nach Hause kommen. Der Heimweg entlang dunkler Straßen ist gefährlich. Es gibt nur wenige Straßenlaternen, Teile von ihnen oder Kabel wurden gestohlen, sie funktionieren nicht mehr. Die Folge: Die Arbeitszeiten im Sommer sind relativ lang, im Winter jedoch kurz, was Einkommenseinbußen nach sich zieht. 

Die Arbeit im Fischverarbeitungszentrum sichert vielen Frauen ihr Einkommen / Foto: Stadt Rastatt
Allerdings können die Frauen nur solange arbeiten, wie es hell ist / Foto: Stadt Rastatt

Was wird getan?

Die konventionellen LED-Lampen sollen mit solaren LED-Leuchten ausgetauscht werden. 

Der Bereich der Leuchten steht schon fest, geprüft werden zwei Modelle: 300 Lampen mit weniger Watt oder weniger Lampen mit mehr Watt.


Schulpartnerschaften

Warum sie wichtig sind:

Schulpartnerschaften sind ein schöner Weg, Brücken zu schlagen und voneinander zu lernen, sich gegenseitig auszutauschen und über den Klimaschutz zu diskutieren.

Wie sieht die Situation in St. Louis aus?

Einige Schulen in St. Louis unterrichten das Fach Deutsch, zwei Schulen in St. Louis pflegen bereits Partnerschaften mit Schulen in Deutschland. Interesse an weiteren Partnerschaften ist vorhanden. 

Was wird getan?

Die Schulen in St. Louis, die ein Interesse an einer Partnerschaft haben, erstellen einen Steckbrief über sich.

In Rastatt signalisieren das Ludwig-Wilhelm-Gymnasium und eine weitere Schule Interesse an einer Partnerschaft.


Umweltbildung

Warum sie wichtig ist:

Das Thema Klimaschutz ist brennend, denn die Umweltprobleme sind in St. Louis allgegenwärtig. St. Louis ist eine junge Stadt mit vielen Kindern und Jugendlichen: Bildung und Ausbildung muss hier ansetzen. Um eine nachhaltige Umsetzung der Klimaschutzmaßnahmen sicherzustellen, ist jedoch Umweltbildung sowohl für Kinder als auch Erwachsene unumgänglich und wichtig. Denn, so Uschi Böss-Walter, Vorsitzende der Naturfreunde Ortsgruppe Rastatt:  „Wenn ich nicht weiß, was ich schützen soll, kommen wir nicht weiter.“ 

Wie sieht die Situation in St. Louis aus?

Die senegalesischen Naturfreunde führen in Zusammenarbeit mit den Rastatter Naturfreunden bereits an Schulen Umweltbildungsprojekte durch. Einige Versammlungen zum Thema Umweltschutz haben in den Stadtteilen bereits stattgefunden. Es gibt einen Kindergemeinderat. 

St. Louis ist eine Stadt mit vielen Kindern und Jugendlichen / Foto: Stadt Rastatt
Die Naturfreunde Rastatt engagieren sich schon lange für Umweltbildung in St. Louis / Foto: Stadt Rastatt
Die Naturfreunde Rastatt betreuen schon lange ein Kinderhortprojekt in St. Louis / Foto: Stadt Rastatt.

Was wird getan?

In jedem der 22 Bezirke von St. Louis sollen jährlich bis zu sechs Informationsveranstaltungen stattfinden, um über die Themen Umweltschutz, Klimaveränderung und Klimaanpassung zu sprechen und vor allem ein Umdenken und eine Änderung im eigenen Verhalten zu bewirken. 

Der Bevölkerung wird Infomaterial zur Verfügung gestellt. 

Die Medien werden einbezogen, denkbar wäre beispielsweise ein Umweltquiz im Radio. 

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