Expertenkreis Inklusion bringt Resolution zum Rastatter Bahnhof auf den Weg

(23. März 2017) Gewichtige Post bekam der neue Bahnchef Richard Lutz in diesen Tagen aus Rastatt. In einer Resolution appellieren Vertreter von 16 Sozialverbänden und Vereinen sowie 26 Einzelpersonen aus dem Rastatter Expertenkreis Inklusion an den Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bahn AG, schnellstmöglich eine barrierefreie Sanierung des Rastatter Bahnhofs zu realisieren. 

Die Resolution ist in den vergangenen Wochen auf Initiative des Expertenkreises Inklusion verfasst und auf der jüngsten Sitzung des Gremiums am 16. März im Rastatter Rathaus einstimmig verabschiedet worden. Als Interessenvertreter für Menschen mit Behinderung engagiert sich der Expertenkreis seit 2013 für ein barrierefreies Rastatt und die gleichberechtigte Teilhabe aller Bürger am öffentlichen Leben in der Stadt. 

→ Hier gibt's die Resolution zum Nachlesen

Mit deutlichen Worten fordert der Expertenkreis in der Resolution von den Verantwortlichen der Deutschen Bahn:

  • „Stellen Sie sich endlich Ihrer Verantwortung! Realisieren Sie schnellstmöglich eine barrierefreie Sanierung des Rastatter Bahnhofs!
  • Respektieren Sie die Bahn-Reisenden aus und nach Rastatt als wertvolle Kunden!
  • Kümmern Sie sich um die besonderen Belange von Menschen mit Behinderungen, aber auch von Eltern mit Kinderwagen, von Radfahrern oder von älteren Menschen, die nicht mehr locker über Stufen springen können!
  • Ermöglichen Sie einem großen Teil der Bevölkerung, ihren Arbeitsplatz über einen barrierefreien Rastatter Bahnhof erreichen und uneingeschränkt am öffentlichen Leben teilhaben zu können. 
  • Sagen Sie Ja zu einem gemeinsamen Treffen am Bahnhof, bei dem wir Ihnen gerne vor Ort erläutern, was dringend getan werden müsste, und teilen Sie uns bitte zeitnah einen Terminvorschlag mit.
  • Treten Sie in Dialog mit uns und lassen Sie bald Taten folgen.“

Eingangs der Resolution verweist der Expertenkreis auf Rastatts großes Engagement für eine barrierefreie Stadt und auf das umfangreiche städtische Maßnahmenpaket, das mit dem „Kommunalen Aktionsplan Inklusion“ auf den Weg gebracht wurde. Damit bekenne sich Rastatt klar zur UN-Behindertenrechtskonvention, zum Behindertengleichstellungsgesetz des Bundes von 2002 und zum Nationalen Aktionsplan der Bundesregierung, der 2011 beschlossen wurde. „Dieses klare Bekenntnis sollte nach unserem Verständnis auch selbstverständlich sein für alle Akteure und Unternehmen im öffentlichen Raum und mit öffentlicher Verantwortung“, heißt es in der Resolution. „Es erfüllt uns mit großer Sorge, dass ausgerechnet der Rastatter Bahnhof als zentraler Ort, als Dreh- und Angelpunkt für die Mobilität der Menschen, voller Barrieren ist und nach aktuellem Stand noch lange Jahre so bleiben wird. Es befremdet uns, dass die Deutsche Bahn als bundeseigenes Unternehmen (!) ihre Verpflichtung zur Barrierefreiheit mit Füßen tritt und sich auf lange Sicht von der geplanten Sanierung des Rastatter Bahnhofs verabschiedet hat, nachdem der Gemeinderat Ende 2016 konsequenterweise eine unverhältnismäßige Kostenbeteiligung der Stadt Rastatt an der Sanierung abgelehnt hatte. Die Haltung der Deutschen Bahn ist ein Affront gegenüber allen Menschen mit Behinderung und Mobilitätseinschränkungen, gegenüber allen älteren Menschen und gegenüber allen Reisenden, die den Rastatter Bahnhof mit Kinderwagen, Fahrrad oder großem Gepäck nutzen wollen.“

Unterschrieben wurde die Resolution von der Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Rastatt, dem Blinden-/Sehbehindertenverein Südbaden, dem Caritasverband für den Landkreis Rastatt, dem Diakonischen Werk des Evangelischen Kirchenbezirks Baden-Baden und Rastatt, dem Gehörlosenverein Favorite Rastatt 1934, dem Kreisseniorenrat Rastatt, dem Landesseniorenrat Baden-Württemberg, der Lebenshilfe Kreisvereinigung Rastatt/Murgtal, den MWW Murgtal-Werkstätten & Wohngemeinschaften, der PBN Partnerschaft Behinderte Nichtbehinderte Region Rastatt Baden-Baden, dem Rastatter SC/DJK 2013/Behindertensport, der Reha-Südwest für Behinderte, dem Sozialverband VdK Ortsverband Rastatt, dem Verein für Sport und Gesundheit - Behindertensportgemeinschaft Rastatt, dem Verein Kunst & Inklusion und dem Verein Volltreffer - Inklusion mit Zukunft. Alle Mitglieder des Expertenkreises setzten ebenfalls ihre Unterschrift unter die Resolution. 

Mit einem Begleitschreiben von Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch ist die Resolution am 22. März nach Berlin verschickt worden. OB Pütsch bittet den neuen Bahnchef um Unterstützung bei der „dringend gebotenen Sanierung des Rastatter Bahnhofs“ – und um Unterstützung für das Anliegen des Expertenkreises. Eine Kopie der Unterlagen ging an Verkehrsminister Hermann, die Geschäftsführer der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg, Volker M. Heepen und Bernd Klingel, und an den Vorsitzenden des Aufsichtsrates des Karlsruher Verkehrsverbundes, Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup. Informiert wurden weiterhin die Rastatter Landtags- und Bundestagsabgeordneten.

Nicht barrierefrei - der Rastatter Bahnhof. Das soll sich änern! Foto: Hans-Jürgen Collet

Folgen Sie uns auf:


Kontakt:

Pressestelle Stadt Rastatt

Telefon: 07222 972-1300
oder -1301

E-Mail: pressestelle@rastatt.de