Mietspiegel für Rastatt

Rastatt hat mit Wirkung vom 1. März 2017 seinen ersten qualifizierten Mietspiegel. Den „Mietspiegel Rastatt 2017/2018“ hat der Gemeinderat der Stadt Rastatt in seiner Sitzung am 30. Januar 2017 einstimmig beschlossen. Er gibt die ortsübliche Vergleichsmiete im freien Wohnungsmarkt wieder, der in Rastatt rund 10.400 Mietwohnungen umfasst.

Foto: Joachim Gerstner

Was ist ein qualifizierter Mietspiegel?

Ein qualifizierter Mietspiegel – im Gegensatz zum „einfachen“ Mietspiegel - ist nach anerkannten wissenschaftlichen Grundsätzen erstellt und von der Kommune oder von Interessenvertretern der Vermieter und der Mieter anerkannt worden. In Rastatt erfolgte die Anerkennung durch den Gemeinderat der Stadt Rastatt. Ebenfalls anerkannt haben den Rastatter Mietspiegel die beiden größten Interessenverbände der Mieter und Vermieter, der Mieterverein Baden-Baden und Umgebung e.V. sowie der Haus- und Grundbesitzerverein Rastatt und Umgebung e.V. 

Wo findet der Mietspiegel Anwendung?  

  • Existiert in einer Kommune ein qualifizierter Mietspiegel, der nicht älter als zwei Jahre ist, so muss eine Vermieterin / ein Vermieter bei Mieterhöhungen auf diesen Mietspiegel Bezug nehmen. 
  • Mieterinnen und Mieter können eine Mieterhöhung ablehnen, wenn sie über der im Mietspiegel bestimmten ortsüblichen Vergleichsmiete liegt. 
  • Bei Neuvermietungen darf die Miete maximal 10 Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen (Mietpreisbremse). Hiervon ausgenommen sind Neubauwohnungen sowie modernisierte Wohnungen, bei denen mehr als ein Drittel der Neubaukosten für die Modernisierung der Wohnung verwendet wurden.
  • Der Mietspiegel hilft in den meisten Fällen, gerichtliche Streitigkeiten über Miethöhen zu vermeiden. Er schafft Transparenz und Rechtsfrieden für Mieter und Vermieter.
  • Der Mietspiegel bildet ab, was auf dem Markt geschieht. Es ist nicht seine Aufgabe, den Markt zu lenken. 

Wie berechnet sich die ortsübliche Miete in Rastatt?

Der Mietspiegel für Rastatt 2017/18 weist eine durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter von 6,16 Euro auf. 

Die Basismiete ergibt sich aus den beiden Variablen Größe und Baujahr der Wohnung. Hinzu kommen bestimmte Zu- oder Abschläge, die sich aus Lage und Ausstattung der Wohnung ergeben und in die Berechnung einfließen.

In Rastatt herrscht ein relativ homogener Wohnungsmarkt. Am günstigsten wohnt man derzeit in den Riedorten und in Förch. Im Stadtteil Röttererberg ist die Miete am teuersten; allerdings liegt sie auch hier nur acht Prozent über der Durchschnittsmiete. 

Lagekarte Rastatt

Wo gibt es den Mietspiegel? 

Das Stadt Rastatt veröffentlicht den Mietspiegel für Rastatt 2017/2018 in Form einer Broschüre mit Lagekarte. Sie liegt ab dem 1. März im Bürgerbüro aus und kann dort kostenfrei erworben werden.

Zusätzlich ist der Mietspiegel hier als Download verfügbar. 

Unter www.mietspiegel-rastatt.de stellt die Stadt Rastatt Online-Rechner zur Verfügung, mit dem Interessierte ihre ortsübliche Miete selbst berechnen können. 

Wie lange ist der Mietspiegel gültig?

Qualifizierte Mietspiegel müssen alle vier Jahre neu erstellt und nach zwei Jahren der Marktentwicklung angepasst und fortgeschrieben werden. So gilt der Mietspiegel Rastatt 2017/2018 vom 1. März 2017 bis zum 31. Dezember 2018.

Wie wurde der Mietspiegel erstellt? 

Der Mietspiegel 2017/18 wurde erstmals erstellt. Die Daten basieren auf einer repräsentativen Umfrage von 2.000 zufällig ausgewählten Vermieterinnen und Vermietern. Sie erhielten Fragebögen mit Fragen zu Ausstattung, Wohnfläche und Miethöhe der Wohnungen. Von den rund 1.000 Rückmeldungen konnten gut 650 für die Erstellung des Mietspiegels angewendet werden.

Relevant für die Berechnung des Mietspiegels 2017/18 waren alle frei finanzierten Wohnungen, für die in den Jahren 2012 bis 2016 entweder ein neuer Mietvertrag abgeschlossen oder die Höhe der Kaltmiete angepasst wurde.

Zum Hintergrund: Erstellung eines Mietspiegels in Rastatt

Der Gemeinderat der Stadt Rastatt hatte im Juli 2015 beschlossen, für Rastatt einen qualifizierten Mietspiegel erstellen zu lassen. Auslöser war das von der Landesregierung beschlossene wohnungspolitische Maßnahmenpaket (Erlass einer Kappungsgrenze, Verlängerung der Kündigungssperrfrist, Erlass einer Mietpreisbremse). Mit der Erstellung des Rastatter Mietspiegels beauftragte die Verwaltung den Stuttgarter Statistiker Ulrich Stein. Stein moderierte und koordinierte eine Arbeitsgruppe „Mietspiegel“, in der die Interessenverbände Mieterverein Baden-Baden und Umgebung e.V., der Haus- und Grundbesitzerverein Rastatt und Umgebung e.V. und weitere Wohnungsmarktexperten (Baugenossenschaft Gartenstadt Rastatt eG, Baugenossenschaft Familienheim Rastatt eG, EVB Hausverwaltungen GmbH) vertreten waren. Von Juni bis September 2016 führte Stein die repräsentative Befragung der Vermieter durch. 

Kontakt:

Stadt Rastatt
Fachbereich Stadt- und Grünplanung
Herrenstraße 15
76437 Rastatt

Ansprechpartnerin:
Anja Lips
Tel. 07222 972-4060
E-Mail: mietspiegel@rastatt.de