Rastatt setzt auf Jugendbeteiligung – Gemeinderat beschließt Richtlinie zur Jugendbeteiligung in Rastatt

Welche Ideen und Wünsche haben Rastatts Jugendliche zum geplanten Kombibad? Oder zu den Dorfentwicklungskonzepten? Oder zum städtischen Kulturprogramm? Oder zum Bau von Radwegen? Antworten und „jugendbeteiligte“ Planungen wird es bald kontinuierlich und koordiniert geben. Denn die Stadt Rastatt hat gemeinsam mit Jugendlichen ein Jugendbeteiligungskonzept auf den Weg gebracht – und der Gemeinderat hat die Richtlinien zur Jugendbeteiligung in Rastatt in seiner Sitzung am 24. April einstimmig verabschiedet. 

Am 19. Juli hatte sich ein Arbeitskreis mit Jugendlichen sowie Vertretern aus Verwaltung und Politik zu einem moderierten Workshop im Rathaus zusammengefunden, um das Thema Jugendbeteiligung / Foto: Stadt Rastatt.

Beteiligungsprozess mit Jugendlichen und Vertretern aus Politik und Verwaltung

Klar ist: Wer Jugendliche zum Mitmachen motivieren will, muss sie erstmal mit ins Boot holen. Die Stadt Rastatt hat daher Jugendliche von verschiedenen Schulen, Vereinen, politischen Jugendorganisationen und sozialen Projekten angesprochen und eingeladen, an dem spannenden Beteiligungsprozess mitzuwirken. Denn Jugendbeteiligung ohne Jugendliche – das geht gar nicht! Darüber hinaus brauchen die Jugendlichen aber auch konkrete Unterstützung: von Menschen, die bereits Politik in der Stadt gestalten, also Stadträtinnen und Stadträte. Und von Menschen aus der Stadtverwaltung. Schließlich müssen die (Jugend-)Projekte in der Stadt umgesetzt werden. Und so hat die Stadt Rastatt eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen und im „Trialog“ zwischen Jugendlichen, Gemeinderäten und Verwaltungsleuten einen Prozess in Gang gesetzt mit dem Ziel, ein Konzept zur Jugendbeteiligung zu erarbeiten. Unterstützung gab‘s dabei vom Stuttgarter Kommunikationsbüro Ulmer, um den Beteiligungsprozess zu moderieren, zu begleiten und zu strukturieren.

Das Ergebnis: Richtlinien Jugendbeteiligung Rastatt 

Nach gut einem Jahr mit vier Workshops, einer Feedbackrunde, Diskussionen, Entwürfen – und wie es sich in der Politik gehört – weiteren Diskussionen und wieder neuen Entwürfen steht die „Richtlinie Jugendbeteiligung Rastatt“.

→ Hier geht’s zu den „Richtlinien Jugendbeteiligung in Rastatt“

Feedback-Runde mit einer Schülergruppe mit 40 Jugendlichen aus allen weiterführenden staatlichen Schulen in Rastatt / Foto: Stadt Rastatt.

Die Eckpunkte: Jugendbeteiligungsreferent/in, Jugenddelegation, Jugendgipfel und Jugendbeteiligungsprojekte

  • Jugendbeteiligungsreferent/in

Die Jugendbeteiligungsreferentin oder der Jugendbeteiligungsreferent ist die/der kontinuierliche Ansprechpartner/in für die Jugendlichen. Er/sie begleitet den Beteiligungsprozess, koordiniert die Ideen der Jugendlichen, kümmert sich um die organisatorische Abwicklung von Anfragen, Vorlagen und Veranstaltungen, vermittelt zwischen Verwaltung und Politik und ist zentraler Aktivposten des Projektes. Die neu zu besetzende Stelle ist in der Abteilung Jugendförderung der Stadtverwaltung angesiedelt. 

  • Jugenddelegation

Das Herzstück der Jugendbeteiligung ist die Jugenddelegation. Sie fungiert sozusagen aus der Mitte der Jugendlichen heraus als Ansprechpartner für Politik und Verwaltung. Mindestens vier und maximal 20 Jugendliche zwischen 14 und 20 Jahren formen die Delegation zum ersten Mal am diesjährigen Jugendgipfel. Wie sie arbeitet und wie oft sie sich trifft, entscheiden die Mitglieder selbst. Das offene Format ermöglicht interessierten Jugendlichen, sich auch kurzfristig und kurzzeitig zu engagieren. Die Jugenddelegation holt Meinungsbilder der Jugendlichen ein, entscheidet, welche städtischen Themen wichtig sind für Jugendliche, gibt Politik und Verwaltung Tipps und Empfehlungen und bringt auch eigene Ideen und Vorschläge ein. 

  • Jugendgipfel

Einmal im Jahr findet der Rastatter Jugendgipfel statt. Er ist ein Aktionstag von Jugendlichen für Jugendliche mit jährlich wechselndem Motto, einer Vielzahl an Aktionen und Aktivitäten und einem großen Diskussionsforum. Organisiert wird der Jugendgipfel von Schülern ab der 9. Klasse. Während des Jugendgipfels stellt die Jugenddelegation ihre Projekte vor. Teilnehmer können selbst Vorschläge für Jugendprojekte einbringen und die Jugenddelegation fürs kommende Schuljahr wird gebildet. Je nachdem, welche Jugendprojekte und Ideen sich während des Jugendgipfels herauskristallisiert haben, bilden sich Arbeitsgruppen zu spezifischen Themen. 

  • Jugendbeteiligungsprojekte

Natürlich müssen und sollen die Jugendlichen nicht ständig eigene Ideen entwickeln. Vielmehr sollen sie ihre Meinung kundtun zu städtischen Themen, Entwicklungen und Vorgängen, die sie angehen, und als Experten in eigener Sache der Stadtverwaltung und dem Gemeinderat neue Perspektiven aufzeigen.

Und so geht's weiter:

Derzeit ist eine Stelle in der Jugendförderung mit dem Schwerpunkt Jugendbeteiligung ausgeschrieben, so dass der Jugendbeteiligungsreferenten / die Jugendbeteiligungsreferentin bald loslegen kann. 

Auch für den siebten Rastatter Jugendgipfel laufen schon die Vorbereitungen. In diesem Jahr findet er am Dienstag, 4. Juli, in der BadnerHalle Rastatt statt – und ist gleichermaßen Startschuss für die erste Jugenddelegation. 

Der jährlich stattfindende Jugendgipfel erfährt bisher den größten Zuspruch in Sachen Jugendbeteiligung / Fotos: Stadt Rastatt.
Der jährlich stattfindende Jugendgipfel erfährt bisher den größten Zuspruch in Sachen Jugendbeteiligung / Fotos: Stadt Rastatt.

Fachbereich Jugend, Familie und Senioren
Kundenbereich 9.10 Kommunale Sozialarbeit
Jugendbeteiligungsreferent
Florian Seeland
Kaiserstraße 48 (Fruchthalle)
76437 Rastatt
Tel. 07222 972-9125
Fax 07222 972-9099
E-Mail: florian.seeland@rastatt.de 

Stabsstelle Bürgerbeteiligung
und Datenschutz
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