Stadtmuseum Rastatt

Sammlung und Dauerausstellung


Die Stadtgeschichte Rastatts wird chronologisch gegliedert in neuen Räumen dauerhaft präsentiert.

In der Dauerausstellung bietet ein Audioguide dem Besucher die Möglichkeit, sich Zusatzinformationen zu den ausgestellten Objekten meist in Form von Quellenzitaten abzurufen. Die ausgesuchten Originaltexte entwerfen zusammen mit den Zeitzeugenberichten zu den jüngsten Ereignissen in der Stadtgeschichte ein Stimmungsbild der jeweiligen Zeit. Grundinformationen zu den wichtigsten Stationen und Ereignissen in der Stadtgeschichte erhält der Besucher mittels Thementafeln.


Braocker Grundriss

Beginnend mit dem Pfälzischen Erbfolgekrieg 1689, der den Marktflecken vollkommen zerstörte, bildet der Wiederaufbau der Stadt als neue Residenz und Modellstadt des Markgrafen Ludwig Wilhelm von Baden-Baden den Ausgangspunkt des stadtgeschichtlichen Rundgangs. Eine Audiovision zeigt hier die drei wesentlichen Abschnitte der Stadtplanung: die barocke Planstadt und Residenz Rastatt, der Bau der Bundesfestung und die Entfestigung der Stadt im ausgehenden 19. Jahrhundert.


Rastatter Frieden

Rastatt ist von 1705 bis 1771 Residenz der Markgrafschaft Baden-Baden. Ihren Stadtgründern Markgraf Ludwig Wilhelm und Markgräfin Sibylla Augusta widmet die Ausstellung knappe biografische Darstellungen. Eine Medaillensammlung zu den Feldherrensiegen Ludwig Wilhelms und die Grafiken zum Rastatter Frieden veranschaulichen die Bedeutung des baden-badischen Markgrafen und die der neuen Residenz.


Mädchenschule

Das letzte Jahrzehnt der katholischen Markgrafschaft kennzeichnen zahlreiche Initiativen, die die Glaubensfreiheit der Untertanen sichern sollten: die Gründung eines Frauenklosters - in der Ausstellung im Modell dargestellt - , für die katholische Mädchenbildung, die Fertigstellung der katholischen Stadtpfarrei St. Alexander, die reichen Schenkungen des Fürstenhauses an die neue Stadtpfarrei und die Seligsprechung Markgraf Bernhards. Als die baden-badener Linie 1771 ausstirbt, fällt die Markgrafschaft an das protestantische Baden-Durlach. Rastatt verliert die Residenzprivilegien.


Kongress

Die neue Landesregierung unter Markgraf Karl Friedrich ergriff verschiedene Initiativen zur Förderung der Rastatter Wirtschaft. Hierzu zählen die Ausrichtung des Rastatter Kongresses im ehemaligen Residenzschloss ebenso wie die Gründung einer Wagenfabrik. Das Hofgericht und später die Mittelrheinkreisregierung werden in Rastatt ansässig. Die Stadt entwickelt sich in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu einem wohlhabenden Behördenzentrum. Bürgerportraits und Alltagsgegenstände geben Zeugnisse dieser neuen Bürgerkultur.


Rastatt 1888

Ein Einschnitt in die Stadtentwicklung bedeutet der Baubeginn der Bundesfestung 1842. Die Stadtvedute und auch das Leben in der Stadt verändern sich grundlegend. Die Behörden ziehen weg, die wirtschaftliche Entwicklung ist fortan sehr eingeschränkt und stark vom Militär abhängig. Die Bundesfestung selbst befand sich tatsächlich nur ein einziges Mal im Belagerungszustand. 1849 diente sie dem Revolutionsheer als letzte Rückzugsmöglichkeit.


Revolution

Rastatt wurde im Jahr 1849 zentraler Schauplatz des revolutionären Geschehens, das sich von Anfang Mai bis Juli in Baden und der Pfalz ereignete. Vom 1. bis 23. Juli waren über 5.500 Mann der Revolutionsarmee in der Festung eingeschlossen, die schließlich vor den preußischen Belagerern kapitulierten. Die Bundesfestung Rastatt wurde zum besonderen Symbol der badischen Revolution. Für die Preußen war es die Stätte des Triumphs, für die badischen Demokraten der Ort der Niederschlagung.


Werbeplakat Industrieausstellung

Ein entscheidender Einschnitt für Stadtentwicklung und wirtschaftliche Entwicklung Rastatts bedeutete die Entfestigung Rastatts. 1890 fallen die Festungswälle und Rastatt wird wieder eine offene Stadt. Neue Industrieansiedlungen kommen nach Rastatt und bringen der Stadt Wohlstand. Auch der Neubau der Rastatter Synagoge fällt in diese Zeit. Der Erste Weltkrieg und die Weltwirtschaftskrise stoppen diesen Aufschwung jäh. Arbeitslosigkeit, Wohnungsnot und Armut prägen das Leben der Grenzstadt in den kommenden Jahrzehnten.


zerstörte Bahnhofsstr. in Rastatt

Die Zeit des Dritten Reiches ist in einer Audiovision dargestellt, die aus dem umfangreichen Bildernachlass eines Rastatter Fotografen zusammengestellt wurde. Zahlreiche Objekte und Dokumente der Kriegs- und Nachkriegszeit erzählen aus der Perspektive der Bevölkerung.


Ferkelmarkt

Ein Ausblick bis in unsere heutigen Tage vermitteln einzelne herausgegriffene Themen wie der wirtschaftliche Aufschwung seit den 1950er Jahren aber auch die Darstellung des Naturschutzgebietes Rastatter Rheinauen. Ein großes Stadtmodell veranschaulicht die Stadtentwicklung bis in jüngste Zeit.

Kontakt:

Stadtmuseum Rastatt
Im Vogelschen Haus
Herrenstraße 11
76437 Rastatt
Telefon 07222 / 972-8400
E-Mail: museen@rastatt.de

Öffnungszeiten:

Donnerstag bis Samstag
12-17 Uhr
Sonntag und an Feiertagen
11-17 Uhr

Gruppenführungen nach Vereinbarung

Eintrittspreise:

Erwachsene drei Euro, ermäßigt einen Euro

Freier Eintritt mit Museumspass.

Mitglied im Verein Museums-Pass-Musées www.museumspass.com