Vorbeugen bei Hochwasser und Überschwemmungen: Stadtentwässerung und Feuerwehr geben Tipps

(17. Juni 2016) Derzeit wüten in ganz Baden-Württemberg heftige Unwetter. Seit Tagen und Wochen regnet es fast ununterbrochen. Der Starkregen lässt innerhalb kurzer Zeit Flüsse ansteigen, bringt Kanalisationen zum Überlaufen und verwandelt kleine Bäche in reißende Fluten. Bislang ist Rastatt von größeren Überschwemmungen verschont geblieben. Auch dank der städtischen Maßnahmen zum Hochwasserschutz. Dennoch: „Wenn bei einem Starkregen innerhalb weniger Stunden so viel Regen fällt, wie sonst innerhalb eines Monats oder gar Jahres, helfen auch die besten Hochwasserschutzmaßnahmen wenig“, macht Jürgen Matheis, Fachbereichsleiter Bauen und Verkehr klar. Die Stadtentwässerung und die Feuerwehr geben daher hilfreiche Tipps, wie sich die Rastatter/innen auf den Ernstfall vorbereiten können.

Städtische Hochwasserschutzmaßnahmen zeigen Wirkung

Die Stadt Rastatt hat viel Geld investiert in den Hochwasserschutz: So wurde im Rahmen des Hochwasserschutz- und Ökologieprojekts (HÖP) der Murg mehr Raum gegeben und Deiche wurden zurückverlegt und erhöht. Aber nicht nur am Fluss hat die Stadt etwas für den Hochwasserschutz getan: Auch die Regenüberlaufbecken wurden erweitert, Kanäle saniert und Hochwasserpumpwerke errichtet. Der Eigentrieb Stadtentwässerung entlastet ebenfalls die angespannte Lage, indem er das Wehr am Unterlauf des Riedkanals offen hält, um den Grundwasserpegel in der Niederung zwischen Rhein und Murg abzusenken. 

Vorsorge an den eigenen vier Wänden treffen: Rückstauventile schützen Hausanschlüsse 

Um sich vor Schwierigkeiten mit den Hausanschlüssen und eindringendem Hochwasser zu schützen, sollten Wohnungs- und Hauseigentümer auch selbst aktiv werden. „Zum Schutz von Häusern und Wohnungen ist es sinnvoll, Rückstauventile in die Hausanschlüsse einbauen zu lassen“, erklärt Matheis. Die Ventile verhindern, dass das Wasser aus der Kanalisation durch Abläufe in die Häuser dringt, wenn die Kanalisation das Wasser nicht mehr fassen kann. Wenn beispielsweise eine Toilette im Keller eingebaut ist, bieten Hebeanlagen Schutz vor eindringendem Schmutzwasser. Auch Überdachungen von Kellertreppen können hilfreich sein. Welche baulichen Maßnahmen zum Hochwasserschutz für Wohnungs- und Hauseigentümer jeweils sinnvoll sind, muss im Einzelfall entschieden werden. Hilfreiche Tipps und weitere Informationen dazu gibt Thorsten Gerbert vom Eigenbetrieb Stadtentwässerung unter Telefon 07222 972-5112.

Die Feuerwehr rät: Sandsäcke vorhalten und Öltanks sichern

Auch die Feuerwehr steht den Rastattern mit Hinweisen zur Seite, um größerer Schäden bei Hochwasser und Überschwemmungen möglichst zu vermeiden. Feuerwehrkommandant Mirko Lipinski rät den Bürgerinnen und Bürgern, Sandsäcke vorzuhalten und Kellerfenster und Kellertüren entsprechend zu sichern. Auch Öltanks sollten unbedingt gesichert und die dazugehörigen Auffangbehälter fest mit dem Boden verbunden werden, damit sie nicht aufschwimmen. „Gerade in besonders hochwassergefährdeten Lagen wie den Riedgemeinden sind auch eine Tauchpumpe und ein passendes Notstromaggregat sinnvoll“, so Lipinski. Falls dennoch das Wasser in den Keller oder ins Haus läuft, hilft eine gute Vorbereitung, um den Schaden möglichst gering zu halten: „Es ist immer gut, wenn man beim Anruf bei der Feuerwehr schon ungefähr weiß, wieviel Quadratmeter betroffen sind und wie hoch der Wasserstand ist“, sagt Lipinski, „Wenn es bei Starkregen zu Überschwemmungen kommt, haben wir in kurzer Zeit sehr viele Meldungen. Je mehr Informationen wir haben, desto besser können wir priorisieren.“ Beim Kampf gegen das Hochwasser habe aber die eigene Sicherheit immer oberste Priorität. „Im Zweifelsfall sollte man darauf verzichten, alles retten zu wollen. Gegenstände lassen sich ersetzen“, stellt Lipinski klar. 

Unter Telefon 07222 774880 erreichen die Rastatter/innen rund um die Uhr direkt die städtische Feuerwehr, die integrierte Leitstelle des Landkreises zuständig für Feuerwehr und Rettungsdienst ist erreichbar unter der Notrufnummer 112.

Hochwasserinfos für Plittersdorf und die Region:

Aufgrund des hohen Rheinpegels ist derzeit die Schifffahrt am Rhein eingestellt. Das betrifft auch die Rheinfähre Seltz/Plittersdorf. Aktuelle Infos zum Pegelstand des Rheins in Plittersdorf gibt es unter Telefon 07222 19429. Weitere Infos über Pegelstände und Hochwasser in der Region sind abrufbar unter www.hvz.baden-wurttemberg.de

Foto: Stadt Rastatt

Kontakt:

Pressestelle Stadt Rastatt

Telefon: 07222 972-1300
oder -1301

E-Mail: pressestelle@rastatt.de