Flüchtlinge in Rastatt


Vereine berichten von ihren Erfahrungen mit Flüchtlingen beim siebten Runden Tisch Flüchtlinge in Rastatt „Integration durch Vereine“

(30. Oktober 2017) Mit viel Herzblut engagieren sich Rastatter Vereine ehrenamtlich dafür, Flüchtlinge bei der Integration zu unterstützen. Welche Konzepte sie dabei verfolgen, welche Erfahrungen sie sammeln und was sie sich wünschen, davon konnten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des siebten Runden Tisches „Flüchtlinge in Rastatt“ am 18. Oktober im Mercedes-Benz Kundencenter ein gutes Bild machen. Bei der rund zweistündigen Veranstaltung berichteten alle Vereinsvertreterinnen und -vertreter von Erfolgen und positiven Erfahrungen, aber auch von Problemen bei der Arbeit. Ein großes Dankeschön an die ehrenamtlich Aktiven sprach Bürgermeister Pfirrmann aus: „Ihr Einsatz ist von unverzichtbarem Wert.“ 

Nach der Begrüßung durch Bürgermeister Arne Pfirrmann waren die Vereinsvertreter an der Reihe: Tobias von Bargen und Linda Stüber von der SG Stern präsentierten ihr Konzept „Nachhaltige Integration“. Der Geschäftsführer des Rastatter Turnvereins (RTV), Matthias Reiche, sprach über die Angebote und Erfahrungen des Vereins mit Flüchtlingen. Uschi Böss-Walter und Theaterpädagogin Jacqueline Frittel stellten ihr Projekt „Mädchen der Einen Welt: Theaterprojekt Frühlings-Erwachen“ vor.  Und Ute Kretschmer-Risché berichtete von der Arbeit des Vereins „Junge Flüchtlinge“. Für die gelungene Organisation der Veranstaltung war Michaele Schossier-Albrecht von der Stabsstelle für Chancengleichheit und Integration der Stadt Rastatt verantwortlich. Die Moderation des Abends übernahm ihre Kollegin Petra Heinisch-Hildenbrand.

Wie Matthias Reiche sagte, war es für den RTV als größter Rastatter ein Anliegen, zur Integration der Geflüchteten in das gesellschaftliche Leben Rastatts beizutragen. Nach Anlaufschwierigkeiten wurden die Angebote des RTV von Flüchtlingen gut angenommen. Allerdings: Innerhalb des Vereins gab es auch kritische Stimmen, vereinzelt traten Mitglieder aus. Und: Zwischen Winter 2016 und Sommer 2017 kam es zu hohen Fluktuationen, weil sich der Aufenthaltsstatus der Flüchtlinge geändert hat oder die Flüchtlinge aus den Gemeinschaftsunterkünften verlegt wurden. Für die Geflüchteten sei es schwierig, kurzfristig aus dem Umland anzureisen. 

Das Problem der häufigen Ortswechsel und der oftmals weiten Wege kennen alle Vereine. So auch der Verein Feuervogel, der zusammen mit Jacqueline Frittel das Mädchenprojekt „Mädchen der Einen Welt“ auf die Beine gestellt hat. Manche Eltern erlaubten den teilnehmenden Mädchen nicht die weitere Fahrt beziehungsweise das späte Heimkommen, insbesondere im Herbst und Winter, wenn es früh dunkel wird.

Der Umzug in andere Unterkünfte mache es zudem schwierig, den Kontakt zu den Geflüchteten zu halten, wie Tobias von Bargen und Linda Stüber für die SG Stern erläuterten. Hier könnten die ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer, die zahlreich zum Runden Tisch gekommen waren, als Bindeglied zwischen Flüchtlingen und Vereinen unterstützen.  

Einig waren sich die Vertreter der Sportvereine, dass Sport ein sehr wichtiges Angebot für Geflüchtete ist. Hier könnten sie nicht nur Spannungen abbauen, sondern hätten vor allem die Möglichkeit, mit Deutschen in Kontakt und ins Gespräch zu kommen. Für die Vereinsaktiven sei es zudem eine beglückende Erfahrung, sich zu engagieren, berichteten sie. Man bekomme sehr viel Positives zurück.

Dies bestätigten auch Ute Kretschmer-Risché vom Verein Junge Flüchtlinge sowie Uschi Böss-Walter vom Verein Feuervogel beziehungsweise den NaturFreunden Rastatt. Beide betonten die vielen positiven Erfahrungen, die sie als Ehrenamtliche in der Arbeit mit den geflüchteten Menschen gemacht hätten. Beide wiesen aber auch darauf hin, dass es immer noch viele Probleme gebe. Gelegentlich mit den Flüchtlingen selbst, aber viel mehr mit den Behörden, die wenig untereinander vernetzt seien. Hier wünschten sich die Vereinsvertreterinnen Verbesserungen: ein besseres Miteinander mit den Ämtern und eine verbesserte Kommunikation untereinander. Sie appellierten an die Anwesenden, sie mehr zu unterstützen. 

Nach dem offiziellen Teil gab es viel Zeit zum individuellen Austausch und zur Vernetzung – ein Aspekt, der laut den Vereinsvertretern unbedingt verbessert werden müsse. Zuvor rührte alle  aber noch ein Lied, das einige Flüchtlinge im Anschluss an die Präsentationen vortrugen. Sie sprachen darin von Deutschland als ihrer Mutter und bedankten sich für die Unterstützung, die dieses Land ihnen gibt. Bürgermeister Arne Pfirrmann lobte den Einsatz und die Bemühungen, die viele der Flüchtlinge immer wieder zeigten, und sprach für alle ein großes Dankeschön aus.

Foto: Ahmad Abu Zaid
Foto: Ahmad Abu Zaid

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