„Wir freuen uns, dass Sie da sind“: Erste Flüchtlingsfamilien zogen in die Lützowerstraße

Rastatt sagt „Willkommen“. Drei Flüchtlingsfamilien mit insgesamt fünf Kindern sind am Montag, 7. September, in städtische Wohnungen in der Lützowerstraße 7 und 9 eingezogen. Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch begrüßte die neuen Mieter mit dem traditionellen Einzugsgeschenk Brot und Salz. "Mir ist es sehr wichtig, heute hier zu sein und Ihnen persönlich zu sagen: Wir in Rastatt stehen für eine Willkommenskultur und freuen uns, dass Sie da sind!" Vom Dörflerverein waren Dr. Michael Lochbühler-Stamm und Klaus Hüttlin mit seiner Frau zur Begrüßung der neuen Dörfler-Familien gekommen. Die drei Familien zählen zu den 40 so genannten Anschlussflüchtlingen, die vom Landkreis „zugewiesen“ werden und für die die Stadt in diesem Jahr Wohnungen bereitstellen muss. Acht Anschlussflüchtlinge haben bereits auf dem privaten Wohnungsmarkt eine Bleibe gefunden. 

Für das Ehepaar mit vier Kindern aus Nigeria ist die neue Wohnung endlich auch die Möglichkeit, wieder als Familie zusammenzuleben. Der Vater lebt bereits seit Längerem in Deutschland und hat ein anerkanntes Asylverfahren hinter sich. Seine Frau und die gemeinsamen vier Kinder kamen erst im Februar 2015 nach Rastatt. Seitdem wohnten sie in der Gemeinschaftsunterkunft in der Alten Bahnhofstraße. Trotz der kurzen Zeit in Deutschland sprechen die beiden Schulkinder bereits gut Deutsch. Und sie haben sich auch sonst schon gut integriert, wie Brigitte Oser von der Gemeinwesenarbeit Dörfel am Rande des Umzugs betonte. So hätten die Kinder begeistert am Sommerferienprogramm der Gemeinwesenarbeit teilgenommen.

Integration wird bei der Familie aus dem Iran besonders großgeschrieben. Das in ihrem Heimatland verfolgte Ehepaar mit 13-jährigem Sohn ist seit 2014 in Rastatt. Der Ingenieur und die Krankenschwester versuchen derzeit, eine Anerkennung für ihre Diplome zu erlangen und damit eine Perspektive auf dem Arbeitsmarkt. Beeindruckt zeigte sich Oberbürgermeister Pütsch vom Sohn der Familie, der in die sechste Klasse des Ludwig-Wilhelm-Gymnasiums geht. Ausgerechnet in die Latein-Klasse, denn sein Berufswunsch ist es, einmal Arzt zu werden. Außerdem spielt er gerne Basketball und würde dies gerne im Verein tun, wie er sagte.

Das Ehepaar aus dem Kosovo ist bereits in der Lützowerstraße bekannt. Denn vor Jahren arbeitete er dort als Hausmeister und war sehr beliebt. Dann erfolgte die Abschiebung. Zwischenzeitlich läuft der zweite Asylantrag. 

In einem Monat werden die nächsten 21 Anschlussflüchtlinge in der Lützowerstraße erwartet. Wie Mario Mast vom städtischen Kundenbereich Ordnungsangelegenheiten     erläuterte, habe man sich mit dem Landkreis darauf verständigt, dass wieder Familien einziehen werden. Für das Miteinander im Dörfel sind das sicher gute Aussichten.

Neue Mieter in der Lützowerstraße: Oberbürgermeister Pütsch begrüßte die Flüchtlingsfamilie aus Nigeria / Foto: Stadt Rastatt.

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