Rastatt inklusiv - Kommunaler Aktionsplan Inklusion


Aktionsplan Inklusion einstimmig beschlossen

Das war einstimmig und wurde mit Applaus bedacht: Ja gesagt zum Kommunalen Aktionsplan Inklusion hat der Gemeinderat der Stadt Rastatt in öffentlicher Sitzung am 21. März. Mit dem Beschluss bekennt sich die Stadt Rastatt dazu, Menschen mit Behinderungen konsequent eine barrierefreie und gleichberechtigte Teilnahme am öffentlichen Leben in der Stadt zu ermöglichen. Aufmerksam verfolgt wurde die Sitzung von etlichen Zuschauern. Für die Gehörlosen unter ihnen übersetzte eine Gebärdendolmetscherin. 

In einem ersten Schritt sollen von 2016 bis 2018 schwerpunktmäßig barrierefreie Zugänge zu öffentlichen Gebäuden, Kulturorten oder Sport- und Freizeitstätten geschaffen werden. Außerdem sollen Straßenquerungen, Haltestellen und die Einstiege in öffentliche Verkehrsmittel so gebaut oder verändert werden, dass blinde, gehörlose oder mobilitätseingeschränkte Menschen sie ohne fremde Hilfe nutzen können. Barrierefreie Toiletten stehen ebenso auf dem Programm wie ein Internetportal, das speziell aufbereitete Informationen für die verschiedenen Zielgruppen enthält und interaktiv von den Nutzern erweitert werden soll.

Vor der Abstimmung stellte Professor Jo Jerg von der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg Ziele und Maßnahmen des Aktionsplans vor. Jerg begleitet den Prozess und erläuterte, wie die einzelnen Maßnahmen seit Anfang 2014 in Zusammenarbeit mit  Teilnehmern des „Runden Tisches Inklusion“ entwickelt wurden. 

Hier gibt es die Präsentation von Professor Jo Jerg zum Nachlesen

Aus allen Fraktionen kam Lob. Brigitta Lenhard als Vorsitzende der CDU-Fraktion bekannte: „Wir sind stolz darauf, was sich schon alles getan hat.“ Jetzt gelte es, noch einige Barrieren in den Köpfen zu beseitigen, denn „Inklusion betrifft uns alle.“  SPD-Stadträtin Ursula Oelschläger freute sich, dass Rastatt auf dem „richtigen, auf einem guten Weg“ sei. Herbert Köllner von den Freien Wählern betonte, es sei besonders begrüßenswert, dass der Aktionsplan gemeinsam mit betroffenen Experten aus der Bürgerschaft erstellt worden sei. Und Stadtrat Roland Walter von den Grünen merkte an: „Inklusion ist eben nicht nur guter Wille, sondern eine wichtige Investition in die Zukunft.“ Auf die Vorbildfunktion des Aktionsplanes wies FuR-Stadtrat Michael Ams hin. 

Der Plan ist da, jetzt geht es verstärkt an die Umsetzung. Koordiniert wird das Projekt im Fachbereich Jugend, Familie und Senioren der Stadt Rastatt und dort insbesondere von Margrit Wagner-Körber. Kontakt: margrit.wagner-koerber@rastatt.de, Telefon 07222 972-9440. 


Rastatts kommunaler Aktionsplan: Eine Chronologie

24. November 2014:
Der Gemeinderat beschließt, zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention einen kommunalen Aktionsplan für Rastatt zu erstellen.

Ein wichtiges Signal und eine Stärkung der inklusiven Entwicklung in Rastatt: Der Gemeinderat der Stadt Rastatt hat in seiner Sitzung am 24. November 2014 beschlossen, zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention in Rastatt einen Aktionsplan zu erstellen. Damit war er dem Vorschlag der Verwaltung gefolgt.

Das Thema „Kommunaler Aktionsplan Rastatt“ war am 24. November 2014 auf der Tagesordnung der Gemeinderatssitzung – der ersten im nunmehr barrierefreien Historischen Rathaus, zu der auch mehrere Menschen mit Behinderung gekommen waren.

Hier geht es zu den Sitzungsunterlagen

Professor Jo Jerg hatte zunächst die Grundgedanken zur Erstellung des kommunalen Aktionsplanes vorgestellt. Grundlage bildeten folgende Aktionsfelder des Rastatter Rundgangs „Runder Tisch Inklusion" vom 5. April 2014:

1.    „Offen für alle“ – Öffentliche Gebäude / Kulturorte
2.    „Kultur ist für alle da! – Jede/r muss teilhaben können“ – Kultur und Freizeit
3.    „All inklusiv in Rastatt“ – Geschäfte / Privater Dienstleistungssektor
4.    „Im Kern inklusiv“ – Straßen / Straßenquerung / Ampelanlagen und Beschilderung
5.    „Rastatt in Fahrt“ – Verkehrsmittel: Bahn und Busse – Busbahnhof und Bahnhof
6.    „Rastatt bewegt“ – Sportanlagen / Sporthallen und Sport- u. Bewegungsangebote der Sportvereine
7.    „Barrierefrei ins Grüne“ - Grünanlagen in Rastatt
8.    „Ohne Not durch Rastatt“ – Barrierefreie Toiletten in Rastatt
9.    Friedhöfe
10.  „Rastatt inklusive“ – Barrierefreie Informationen.

Jerg verdeutlichte, dass die Stärkung des Zusammenlebens in Rastatt durch eine barrierefreie Gestaltung der physischen und kommunikativen Zugangswege gewährleistet werde. Zudem solle die Stadt Rastatt geeignete Maßnahmen treffen, damit der barrierefreie Zugang zu öffentlichen Gebäuden und Orten kultureller Veranstaltungen umgesetzt wird. Insbesondere barrierefreie Verkehrsmittel und Verkehrswege sowie der Abbau von Barrieren in kulturellen Einrichtungen und Grünanlagen ermöglichten erst die Begegnung von Menschen mit und ohne Behinderung und eröffneten weitere Möglichkeiten einer inklusiven Kultur in Rastatt. Jerg hielt im Sinne der Nachhaltigkeit die Erstellung und Umsetzung eines Aktionsplanes für förderlich.

Die Kurzpräsentation von Professor Jo Jerg gibt es hier zum Nachlesen  


28. Juni 2014:
Beim zweiten "Runden Tisch Inklusion" diskutieren die Teilnehmer/innen die Ergebnisse der unterschiedlichen Begehungen in der Stadt Rastatt und konkretisieren an Themen-Tischen das gemeinsame Ziel eines barrierrefreien Rastatts weiter.

Barrierefreiheit in Rastatt: „Runder Tisch Inklusion“ geht weiter

Der Aktionsplan für Barrierefreiheit und Teilhabe in Rastatt nimmt weiter Gestalt an. Nach dem ersten „Runden Tisch Inklusion“, der am 5. April 2014 in der Reithalle Rastatt stattfand und mehrere Begehungen zum Inhalt hatte, trafen sich nun rund 60 Teilnehmer erneut in der Reithalle zum zweiten Teil des „Runden Tisches Inklusion“. An sechs Thementischen konkretisierten sie weiter das gemeinsame Ziel: ein barrierefreies Rastatt.

Nachdem Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch die Teilnehmer begrüßt hatte, ließ Norbert Steinacker, erster Vorsitzender des Fotoclubs Rastatt 1926 e.V., die Eindrücke der Rundgänge im April mit einer Fotodokumentation noch einmal Revue passieren. Professor Jo Jerg von der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg, der den Inklusionsprozess in Rastatt wissenschaftlich begleitet, präsentierte anschließend die Ergebnisse der Rundgänge.

Schwerpunktmäßig konzentriert sich der „Runde Tisch Inklusion“ auf die Felder „Barrierefreiheit und Mobilität“ sowie „Kultur, Freizeit und Sport“. Neun Gruppen mit Menschen unterschiedlicher Behinderung waren im April, begleitet von Vertretern der Stadtverwaltung, des Gemeinderats und anderen Bürgern, in der Stadt unterwegs. Dort haben sie vorhandene Barrieren erkundet, aber auch gelungene Beispiele von Barrierefreiheit vorgefunden und wahrgenommen.

Hier gibt es die Ergebnisse der Rundgänge von Professor Jo Jerg

„Ich freue mich, dass die Experten in eigener Sache das Projekt so tatkräftig unterstützen“, so Jerg. „Alle Beteiligten zeigen großes Interesse, an der inklusiven Entwicklung in Rastatt mitzuwirken.“ Auch Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch lobte die hervorragende Bürgerbeteiligung am Inklusionsprozess in Rastatt.

Die Zusammenfassung der Rundgänge dient zunächst als Arbeitspapier. Die vielen Ideen und Anregungen, die während der Rundgänge in der Stadt und den Diskussionen an den Thementischen in der Reithalle entstanden sind, sollen nun in Strukturen und Konzepte gegossen werden. Schließlich ist das Ziel ein Aktionsplan, der dem Gemeinderat zur Beschlussfassung vorgelegt werden soll.

 

Foto: Norbert Steinacker
Foto: Norbert Steinacker
Foto: Norbert Steinacker
Foto: Norbert Steinacker
Foto: Norbert Steinacker

5. April 2014:
Die Stadt Rastatt veranstaltet den ersten "Runden Tisch Inklusion", bei dem Menschen mit und ohne Behinderungen verschiedene Bereiche der Stadt erkundigen und auf ihre Barrieren hin überprüfen. Das Ziel: gemeinsam mit Betroffenen konkrete Maßnahmen erarbeiten, die in einen kommunalen Aktionsplan einfließen und dem Gemeinderat vorgelegt werden.

"Runder Tisch Inklusion" - Freiräume entwickeln, Barrieren entfernen!

Die Stadt Rastatt möchte gemeinsam mit Betroffenen und Sachverständigen ein Handlungskonzept für Barrierefreiheit und Teilhabe in Rastatt entwickeln. Unter dem Motto „Freiräume entwickeln, Barrieren entfernen!“ veranstaltete das Bündnis für Familie der Stadt Rastatt daher am 5. April 2014 einen „Runden Tisch Inklusion“ in der Reithalle Rastatt. Herzlich eingeladen waren Menschen mit und ohne Behinderung, Betroffene, Vertreter aus Verbänden, Vereinen, Unternehmen sowie Menschen, die sozial verantwortlich entscheiden. Ziel der Veranstaltung war es, konkrete Maßnahmen für einen kommunalen Aktionsplan zu erarbeiten, der dem Gemeinderat vorgestellt und zur Beschlussfassung vorgelegt werden soll.

Die Veranstaltung „Runder Tisch Inklusion“ konzentrierte sich auf die zwei Schwerpunktthemen „Barrierefreiheit und Mobilität“ sowie „Kultur, Freizeit und Sport“, denn hier gibt es direkte Möglichkeiten der politischen Einflussnahme. Um konkrete Maßnahmen zur Verbesserung in diesen Handlungsfeldern herauszuarbeiten, fanden am Veranstaltungstag mehrere, rund zweistündige Sozialraumbegehungen in gemischten Gruppen statt. Die Gruppen bestanden dabei aus verschiedenen „Experten“ , die ihre jeweils eigene Sichtweise einbrachten. So ist beispielsweise eine Kante im Bordstein für einen Blinden eine wichtige Orientierungshilfe, für einen Rollstuhlfahrer stellt sie ein Hindernis dar. Solche Erkenntnisse kann man nur von den Betroffenen selbst erfahren. Sie bestimmten daher als Experten in eigener Sache beim „Runden Tisch Inklusion“ die Marschroute.

Bei den Sozialraumbegehungen beantworteten die Expertengruppen konkrete Fragestellungen. Die Begehungen wurden vom Fotoclub Rastatt e.V. fotografiert und dokumentiert. Anschließend wurden die Ergebnisse der Projektgruppen unter der Moderation von Prof. Jo Jerg von der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg an verschiedenen Runden Tischen in der Reithalle als Grundlage für den kommunalen Aktionsplan aufgearbeitet.

Das Konzept zum „Runden Tisch Inklusion“ wurde von einer Projektgruppe, bestehend aus 27 Teilnehmern aus Stadtverwaltung, Vereinen und Institutionen unter Leitung von Bürgermeister Arne Pfirrmann entwickelt. Wissenschaftlich begleitet wird es von Professor Jo Jerg von der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg. Er gilt als bundesweit tätiger Experte in Sachen Inklusion.

 


24. Januar 2014: 
Die Stadt Rastatt beschließt, gemeinsam mit Betroffenen und Sachverständigen ein Handlungskonzept für Barrierefreiheit und Teilhabe in Rastatt zu entwickeln. Dafür hat sie eine Projektgruppe gegründet, die die Planungen erstmals der Öffentlichkeit vorstellt.

Freiräume entwickeln, Barrieren entfernen!

Die Stadt Rastatt möchte gemeinsam mit Betroffenen und Sachverständigen ein Handlungskonzept für Barrierefreiheit und Teilhabe in Rastatt entwickeln. Unter dem Motto „Freiräume entwickeln, Barrieren entfernen!“ veranstaltet das Bündnis für Familie der Stadt Rastatt daher am Samstag, 5. April 2014, von 10 bis 15 Uhr, einen „Runden Tisch Inklusion“ in der Reithalle Rastatt.Herzlich eingeladen sind Menschen mit und ohne Behinderung, Betroffene, Vertreter aus Verbänden, Vereinen, Unternehmen sowie Menschen, die sozial verantwortlich entscheiden. Ziel der Veranstaltung ist es, konkrete Maßnahmen für einen kommunalen Aktionsplan zu erarbeiten, der dem Gemeinderat vorgestellt und zur Beschlussfassung vorgelegt werden soll.

Über die geplante Veranstaltung informierte Bürgermeister Arne Pfirrmann nun bei einem Pressegespräch. Die Veranstaltung „Runder Tisch Inklusion“ konzentriert sich auf die zwei Schwerpunktthemen „Barrierefreiheit und Mobilität“ sowie „Kultur, Freizeit und Sport“. „In diesen Handlungsfeldern gibt es direkte Möglichkeiten der politischen Einflussnahme“, so Bürgermeister Pfirrmann.

Um konkrete Maßnahmen zur Verbesserung in diesen Handlungsfeldern herauszuarbeiten, finden am Veranstaltungstag mehrere, rund zweistündige Sozialraumbegehungen in gemischten Gruppen statt. Die Gruppen sollen dabei aus verschiedenen „Experten“ bestehen, die ihre jeweils eigene Sichtweise einbringen. Wie wichtig die Einbeziehung unterschiedlicher Blickwinkel ist, erläuterte Bürgermeister Pfirrmann an einem Beispiel: So sei eine Kante im Bordstein für einen Blinden eine wichtige Orientierungshilfe, für einen Rollstuhlfahrer stelle sie jedoch ein Hindernis dar. „Solche Erkenntnisse kann man nur von den Betroffenen selbst erfahren. Sie bestimmen daher beim ,Runden Tisch Inklusion’ die Marschroute, denn sie sind Experten in eigener Sache“, so Bürgermeister Pfirrmann.

Sechs unterschiedliche Sozialraumbegehungen sind geplant: Ein Fußweg vom Bahnhof in die Innenstadt und Informationssysteme, ÖPNV und Zugang zu öffentlichen Gebäuden, Sportgelände am Beispiel DJK Rastatt, Grünanlagen, Murgdamm, Spazierwege und Friedhöfe, Kulturforum (Stadtbibliothek, Kellertheater, Musikschule, Jugendtreff) sowie Zugang zu ausgewählten Ladengeschäften in der Innenstadt. Dabei sollen die Expertengruppen konkrete Fragestellungen beantworten. Zusätzlich werden sie von zwei Personen begleitet, die die Sozialraumbegehungen dokumentieren und fotografieren. Hierzu hat sich der Fotoclub Rastatt e.V. bereiterklärt. Die Ergebnisse der Projektgruppen werden anschließend unter der Moderation von Prof. Jo Jerg von der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg an verschiedenen runden Tischen in der Reithalle als Grundlage für den kommunalen Aktionsplan aufgearbeitet. 

Das Konzept zum „Runden Tisch Inklusion“ wurde von einer Projektgruppe, bestehend aus 27 Teilnehmern aus Stadtverwaltung, Vereinen und Institutionen unter Leitung von Bürgermeister Arne Pfirrmann entwickelt.Wissenschaftlich begleitet wird es von Professor Jo Jerg von der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg. Er gilt als bundesweit tätiger Experte in Sachen Inklusion. Bürgermeister Pfirrmann bedankte sich dafür, dass Professor Jerg die Stadt Rastatt bei ihrem Vorhaben unterstützt. Jerg freut sich schon auf die Veranstaltung in der Reithalle. Der nachhaltige Ansatz sowie die Einbeziehung der Betroffenen waren für Jerg ausschlaggebend, sich am Entwicklungsprozess in Rastatt zu beteiligen. In mehreren Sitzungen arbeiteten die Teilnehmer der Projektgruppe heraus, wie selbstbestimmte und gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Behinderungen in Rastatt verbessert werden kann. „Es ist entscheidend, dass die Politik beim Thema Inklusion mitwirkt. Nur so kann Nachhaltigkeit erreicht werden“, erklärte Jerg. Das Ziel, eine konkrete Beschlussvorlage für den Gemeinderat zu erarbeiten, sei ein wichtiger Schritt in Richtung Nachhaltigkeit. Ferner begrüßte er, dass im Mittelpunkt der Veranstaltung die Betroffenen selbst stünden. Dies hoben auch die weiteren Projektgruppenteilnehmer hervor. Günter Frier, Leiter der inklusiven Kindertagesstätte „Mullewapp“, lobte daher, dass die Stadt Rastatt diesen Weg beschritten habe. Joachim Hils, Fachbereichsleiter Jugend, Familie und Senioren der Stadt Rastatt, freute sich über die Vielfältigkeit in der Projektgruppe und hofft, dass an der Veranstaltung „Runder Tisch Inklusion“ möglichst viele Menschen teilnehmen und so aktiv am kommunalen Aktionsplan mitwirken.