Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Rastatt


„Männer und Frauen sind gleichberechtigt.“

Dieses Grundrecht ist im Artikel 3 Absatz 2 unseres Grundgesetztes verankert. Seit 1999 erfährt der Gleichheitsgrundsatz durch die Verankerung im Amsterdamer Vertrag eine zusätzliche europäische Wertigkeit. Auf kommunaler Ebene setzt sich die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte dafür ein, dass dieses verfassungsrechtliche Gebot auch beachtet und verwirklicht wird. Hierbei werden Benachteiligungen von Frauen oder auch Männern aufgezeigt, aber auch Lösungsmöglichkeiten entwickelt und darauf hingewirkt, dass in allen Lebensbereichen Chancengleichheit erfüllt wird.

Petra Heinisch-Hildenbrand ist die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Rastatt, und als Stabsstelle direkt dem Oberbürgermeister zugeordnet. Sie arbeitet eng mit Frauengruppen vor Ort und der Region sowie mit der Landes- und Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros und Gleichstellungsstellen zusammen.

Innerhalb der Stadtverwaltung wirkt sie bei sozialen, organisatorischen und personellen Maßnahmen mit, um Chancengleichheit bei Frauen und Männern zu gewährleisten und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu optimieren.  Sie ist bei Stellenbesetzungsverfahren involviert, initiiert Fortbildungsveranstaltungen und berät Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie vertritt den gleichstellungspolitischen Grundsatz in Arbeitskreisen und weist auf Unterschiede, ggf. bestehende Defizite hin und gibt Handlungsempfehlungen.

Vielfach sind die Aufgaben der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten außerhalb der Verwaltung. Auch hier ist sie Ansprechpartnerin unter anderem bei Fragen zu Vereinbarkeit von Beruf und Familien-, Erziehungs- und Betreuungsarbeit, Wiedereinstieg in den Beruf, Existenzgründung, Frauenförderung im Erwerbsleben und in Führungspositionen, politische Teilhabe, Ehrenamt, geschlechtsspezifische Fortbildungen, Frauengesundheit, aber auch Trennung, Scheidung, Arbeitslosigkeit, Wohnungssuche, Schulden, Sucht, Gewalt, Zwangsheirat, sexuelle Belästigung/ Misshandlung, Mobbing, Sicherheit im öffentlichen Raum.

Die Frauen – und Gleichstellungsbeauftragte

  • berät und unterstützt Bürgerinnen und Bürger sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltungen in regelmäßigen Sprechstunden und zu vereinbarten individuellen Terminen.
  • informiert Ratsuchende, wie und wo Sie ihre Rechte selbst wahrnehmen können
  • unterstützt Sie bei der Durchführung Ihrer Rechte
  • ist Anlaufstelle für Anregungen, Fragen und Beschwerden zu frauenspezifischen Themen
  • arbeitet mit zuständigen Fachstellen, Einrichtungen, Vereinen oder Organisationen zusammen
  • hält Kontakt zu privaten, politischen und kirchlichen Frauenorganisationen, Institutionen, Initiativen und Verbänden, zu Unternehmen, Gewerkschaften, der Arbeitsverwaltung sowie zu Schulen und Bildungsträgern
  • fördert die berufliche Chancengleichheit und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf
  • erarbeitet Informationsmaterial und führt Veranstaltungen zu frauenrelevanten Themen durch, leistet Öffentlichkeitsarbeit

Angebote

  • Gespräche
  • Vermittlung/ Kontaktherstellung
  • Veranstaltungen
  • Seminare
  • Vorträge
  • Diskussionen

Novellierung Chancengleichheitsgesetz im Landeskabinett

Landesarbeitsgruppe der kommunalen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten BW fordert die Politik auf, die Kommunen in die Pflicht zu nehmen und Frauenförderung gesetzlich zu verankern.

Gesetz zur Chancengleichheit - Stand 25. September 2015

Begründung zum Gesetz der Chancengleichheit

 

Mehr Infos


Hilfetelefon für Frauen: Kostenlose Telefonnummer 08000 116 016

Gewalt gegen Frauen gehört in Deutschland leider zum Alltag. 40 Prozent sind schon einmal Opfer von körperlicher oder sexueller Gewalt geworden. 25 Prozent haben mindestens einmal in ihrem Leben körperliche oder sexuelle Gewalt durch ihren Lebenspartner erlitten. 13 Prozent wurden Opfer von sexueller Gewalt.Obwohl eine Mehrzahl der Frauen weiß, dass es Beratungs- und Hilfsangebote für sie gibt, wenden sich nur wenige an eine solche Institution. An dieser Stelle setzt das neue und bundesweit einmalige Hilfetelefon des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend mit seinem Rund-um-die-Uhr-Angebot an.

Unter der kostenlosen Telefonnummer 08000 116 016 ist das Hilfetelefon ab sofort erreichbar. Kompetente Ansprechpartnerinnen stehen betroffenen Frauen bei allen Fragen zur Seite. Auf Wunsch werden Hilfesuchende an Unterstützungseinrichtungen vor Ort weitervermittelt. Das Hilfetelefon berät zu allen Formen von Gewalt gegen Frauen. Neben den betroffenen Frauen können sich auch Angehörige, Freunde und andere Menschen aus dem sozialen Umfeld sowie Fachkräfte an das Hilfetelefon wenden, teilt das Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend mit.

Als ortsunabhängige und bei Bedarf mehrsprachige 24-Stunden-Beratung schließt das neue Angebot die Lücke im Netzwerk der Unterstützungseinrichtungen. Frauen finden mit dem Hilfetelefon leichter den Weg zu den ausdifferenzierten und qualifizierten Beratungs- und Schutzeinrichtungen vor Ort. Auf www.hilfetelefon.de können Frauen auch über eine gesicherte, anonyme und barrierefreie Online-Verbindung Kontakt zu den Beraterinnen aufnehmen. Über die Website gibt es auch einen Zugang zu einer Gebärdendolmetschung.

Pressemitteilung "Zwei Jahre Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen"

Erster Jahresbericht des Hilfetelefons Gewalt gegen Frauen

Infografik Hilfetelefon

Broschüre Wohnungsverweis

Broschüre Wohnungsverweis (russisch)



Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig stellt neues Gesetz zur vertraulichen Geburt vor

(29. April 2014) Heute hat die Bundesministerin für Vertrauliche Geburt - Sprachen FlyerFamilie, Senioren, Frauen und Jugend, Manuela Schwesig, das neue Gesetz zum Ausbau der Hilfen für Schwangere und zur Regelung zur vertraulichen Geburt vorgestellt. Schwangere in Not erhalten damit die Möglichkeit, ihr Kind sicher – und auf Wunsch vertraulich – in einer Klinik oder bei einer Hebamme auf die Welt zu bringen, so das Ministerium in einer Mitteilung. Das Gesetz, das am 1. Mai 2014 in Kraft tritt, sieht unter anderem vor, dass betroffene Frauen während und nach der Schwangerschaft von den rund 1.600 Schwangerschaftsberatungsstellen beraten, betreut und begleitet werden. Mit dieser Regelung soll auch verhindert werden, dass verzweifelte Schwangere ihr Kind heimlich gebären und möglicherweise sogar aussetzen oder töten.
 
„Keine Frau in Deutschland muss ihr Kind heimlich und alleine zur Welt bringen. Wir wollen erreichen, dass möglichst viele Schwangere den Weg in das zur Verfügung stehende Hilfesystem finden“, sagte Manuela Schwesig.
 
Hilfetelefon „Schwangere in Not – anonym und sicher“
Ab dem 1. Mai 2014 können sich Schwangere rund um die Uhr an die Nummer 0800 40 40 020 wenden. Dort erhalten sie eine kostenlose qualifizierte Erstberatung. Als 24-Stunden-Lotse vermittelt sie das Telefon auch an Beratungsstellen vor Ort weiter. Die Beratung ist anonym, barrierefrei und wird mehrsprachig angeboten.
 
„Ich finde es gut, dass durch das Hilfetelefon „Schwangere in Not“ jetzt eine Lücke im Hilfesystem geschlossen wurde. Mir ist es wichtig, dass Frauen, die ihre Schwangerschaft geheim halten wollen, wissen, dass sie jederzeit vertrauensvoll Hilfe bekommen können“, betont die Bundesfrauenministerin Manuela Schwesig.
 
Das Hilfetelefon ist beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) angesiedelt und wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) finanziert.

Vertrauliche Geburt

Zu den neuen gesetzlichen Regelungen gehört auch das Modell der vertraulichen Geburt. Durch sie werden vor allem Frauen unterstützt, die ihre Schwangerschaft geheim halten möchten. Die vertrauliche Geburt ist ein medizinisch sicheres Angebot für Schwangere, die sich nicht offenbaren können. Vorgesehen ist dazu ein zweistufiges Verfahren: Auf der ersten Stufe bieten die Schwangerschaftsberatungsstellen umfassende Hilfen und Beratung zur Lösung des Konflikts an, der den Wunsch nach Anonymität bedingt hat. Erst wenn feststeht, dass sich die Frau trotz guter Hilfsangebote nicht offenbaren möchte, wird sie auf einer zweiten Stufe zur vertraulichen Geburt beraten.
 
Aber auch wenn eine Frau sich gegen die Möglichkeit der vertraulichen Geburt entscheidet: Das Angebot zur anonymen Beratung und die Hilfen stehen ihr jederzeit zur Verfügung.
 
„Die frühzeitige, kontinuierliche Beratung im Zusammenspiel mit der Zusicherung der Vertraulichkeit ist unverzichtbar, um Schwangere in Not für die Annahme von Hilfe zu gewinnen“, sagte Manuela Schwesig.
 
Über die neuen Regelungen und Hilfen informiert ausführlich die vom BMFSFJ herausgegebene Broschüre „Die vertrauliche Geburt – Informationen über das Gesetz zum Ausbau der Hilfen für Schwangere und zur Regelung der vertraulichen Geburt“. Die Website www.geburt-vertraulich.de informiert zudem betroffene Frauen umfassend über die neuen und die bestehenden Hilfsangebote für Schwangere. Ab 01.10.2014 erhalten Schwangere hier zudem das Angebot einer anonymen Online-Beratung.
 
Zusätzlich stehen gezielte und praxisorientierte Informationsmaterialien unter www.bmfsfj.de zur Verfügung.

Hier finden Sie eine Informationsbroschüre sowie ein Ablaufdiagramm zum Thema "Die vertrauliche Geburt".