Stadt Rastatt

Die Geschichte der Rheinfähre


Rheinfähre Plittersdorf - Seltz

Vermutlich hatten schon die Kelten einen Rheinübergang bei Seltz und Plittersdorf, den später auch die Römer nutzten.

1310wird zum ersten Mal eine Rheinfähre urkundlich erwähnt. Diese Fähre wurde von drei Mann bedient. Seltzer Passagiere wurden umsonst über den Rhein befördert, da jeder Haushalt von Seltz jährlich 3 Brote als Lohn zahlen musste.
Von 1580 bis ca. 1750wird in verschiedenen Quellen über Reparaturen, Neubauten und Pachtverträge berichtet.
Am 13. Oktober 1793

wurde im Ersten Koaliationskrieg eine Brücke über den Rhein gebaut. Sie wurde von österreichischen Truppen zweimal überquert.

1797-1799wurde eine "fliegende" Brücke aus mehreren Booten erbaut, um den starken Verkehr während des Rastatter Kongresses bewältigen zu können. Sie hing an einem mitten im Fluss befestigten langen Drahtseil und wurde durch den Druck der Strömung bewegt, nachdem man die Fähre mit dem Steuerruder schräg gestellt hatte. Nach dem Kongress wurde wieder eine Fähre eingesetzt. Aus einer Rheinkarte von 1828 geht hervor, dass der heutige Festplatz von Plittersdorf damals die Anlegestelle der Fähre war.
1840wurde der Rhein in sein heutiges Flussbett gelenkt (Rheinkorrektur).
1870wurde eine 260 Meter lange Schiffsbrücke für militärische Zwecke gebaut. Später wurde sie auch für die Bevölkerung freigegeben. Nach Kriegsende wurde die Brücke jedoch wieder abgebaut und wieder eine "fliegende" Brücke in Betrieb genommen, doch die Einwohner setzten sich für eine neue Schiffsbrücke ein.
Am 18.03.1873wurde dann auch eine neue Schiffsbrücke eingeweiht. Der Verkehr über den Rhein, aber auch der Schiffsverkehr auf dem Rhein nahmen stetig zu. Für jedes vorbeikommende Schiff mussten vier mit langen Drahtseilen festgehaltene Joche aus der Brücke ausgefahren werden, um diese zu öffnen. Anfangs geschah dies mit Menschenkraft, später mit Hilfe eines Motors.

Nach dem Ersten Weltkrieg ging die Brücke in den Besitz Frankreichs über.

Zu Anfang des Zweiten Weltkriegeswurde die Plittersdorfer Schiffsbrücke von den Franzosen zerstört. Während des Krieges gab es wieder eine Fähre, die unter deutscher Leitung stand. Sie wurde von zwei Booten zwischen dem Brückenkopf am rechten Ufer und einer Schiffsbrücke am linken Ufer hin und her geschoben. Später wurde die Fahrrinne von einer Gierfähre an einem Längsseil überquert, das im Rhein verankert war. Es lief über mehrere sogenannte Buchtnachen, die bei hohem Wasserstand durch Wellenschlag leicht umkippten und mühsam wieder aufgerichtet werden mussten.
Nach dem 2. Weltkrieg

überbrückte zeitweise eine französische Pionierbrücke den Rhein bei Plittersdorf, die 1948 durch eine andere, erbeutete Pionierbrücke zwischen Seltz und Plittersdorf ersetzt wurde und auch heute noch in Betrieb ist. Man baute aber nur ein Stück einer Schiffsbrücke, um den Schiffsverkehr nicht zu stark zu beeinträchtigen. Das Mittelstück der Verbindung stellt eine Seilfähre her, die allein durch die Kraft des fließenden Wassers bewegt wird. Sie hängt an einem Hochseil, das seit 1960 über zwei hohe Metallmasten quer über den Rhein gespannt ist.

Im September 2010 wurde die neu gebaute Rheinfähre "Saletio" mit einem zweitägigen Fest in Plittersdorf und Seltz feierlich eingeweiht. Technisch nachgerüstet versieht sie nun ihren Dienst.

Informationen

Betriebszeiten und weitere Informationen finden Sie unter: www.inforoute67.fr/pdf/horaire_bac_rhenans.pdf

Info-Telefon (0033) 368338081

www.inforoute67.fr

Eigentümer

Service de la Navigation (französischer Staat), Strasbourg