Festung


Festung

Am 15. November 1842 begann der Bau der Bundesfestung Rastatt. Die Anlage der Bundesfestung gliederte sich in drei Forts: Die Leopoldsfeste, deren Aufgabe es war, die Flanke in Richtung Kehl zu sichern, die Friedrichsfeste mit ihren nassen Gräben, die sich gegen den Rhein und das Elsass richtete, und die Ludwigsfeste im Norden der Stadt.

Nur wenige Bauten aus der Rastatter Festungszeit von 1842 bis 1890 sind heute noch erhalten. Wälle und Gräben wurden vielfach eingeebnet, andere Vorwerke geschleift und deren Steinmaterial zum Bau von Bürgerhäusern verwendet. Bis heute erhalten blieben das Karlsruher Tor, das Kehler Tor, das Garnisonslazarett, das Körnermagazin und die Lünette 42.

Festungstore

Festungstore

Die Festung Rastatt hatte insgesamt fünf Tore: Die beiden Haupttore Karlsruher und Kehler Tor und die Nebentore Rheintor, Ottersdorfer Tor und Niederbühler Tor. Hiervon blieben nur die monumentalen Torbauten des Karlsruher und des Kehler Tors im neoromantischen Stil erhalten. Die anderen Tore wurden geschleift.

Garnisonslazarett

Das Garnisonslazarett bestand 1848 bis 1854 als "bombensicheres Hospital" der Bundesfestung Rastatt. Das aus einem Front- und zwei Flügelgebäuden bestehende Hospital ist zweistöckig und unterkellert. Im Oktober 1919 endete die bis dahin militärische Nutzung des Gebäudes. Bis 1939 erfolgten unterschiedliche Nutzungen, darunter zeitweise als Unterkunft für kasernierte Bereitschaftspolizei und als Pflegeanstalt.

Mit Wirkung vom 01. April 1940 wurde das Anwesen dem Reichsfiskus zwecks Einrichtung eines Kriegsgefangenenlazaretts überlassen. Ab Mai 1945 nutzten die französischen Militärbehörden das Gebäude zur Unterbringung ausländischer Zivilarbeiter. Bis 1972 diente es dann zunächst als Landesdurchgangslager für Flüchtlinge und Heimatvertriebene, danach als zentrale Landesaufnahmestelle für Flüchtlinge und Aussiedler. Von 1976 bis 1994 wurde das Gebäude mit mehreren Unterbrechungen immer wieder als Unterkunft und Lager für Asylbewerber reaktiviert.

Seit 1999 ist im ehemaligen Garnisonslazarett das Zentrale Fundarchiv des Archäologischen Landesmuseums Baden-Württemberg untergebracht.

Körnermagazin

1854 bis 1857 wurde das Körnermagazin parallel zum Garnisonslazarett und rechtwinklig zur Lützower Kaserne erbaut. Diese drei Gebäudeeinheiten umrahmten einen Exerzierplatz, der erst nach Ende des Zweiten Weltkriegs sukzessive bebaut wurde. Bis 1919 war das Körnermagazin Getreidespeicher der Festung und Garnison. Danach stand es jahrelang zum Verkauf, bis 1938 eine Großbäckerei in das Gebäude einzog. Während und nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude erst von der deutschen Wehrmacht, dann von der französischen Besatzungsmacht militärisch genutzt.

Ab 1947 erfolgte wieder eine Nutzung als Bäckerei, diesmal durch das französische Militär. Aus dem Körnermagazin belieferten die französischen Stationierungsstreitkräfte zuerst den Bereich Rastatt/Baden-Baden, später auch die Garnisonen in Bühl, Oberkirch und Pforzheim. Zusätzlich diente das Gebäude als Gemüselager, Konservenvorratslager sowie als "Weinkeller".

Nach der Aufgabe als französische Militärbäckerei 1970 nutzten verschiedene Firmen das Körnermagazin als Lager. 1977 kaufte die Stadt Rastatt die Immobilie. Inzwischen werden in dem denkmalgeschützten Gebäude 46 Wohneinheiten eingerichtet.

Außenfort am Röttererberg

Dieses Vorwerk der Bundesfestung Rastatt gehörte einst zum Bereich des Forts B, auch "Ludwigsfeste" genannt. Die Erdabdeckung auf dem Dach diente sowohl der Tarnung als auch dem Schutz gegen indirekten Beschuss. Inschriften und ein Relief am Gebäude erinnern an das Bestehen der Bundesfestung Rastatt.

Außenfort Oberreuth

Außenfort Oberreuth

Dieses Vorwerk war ein Brückenkopf am Altrhein unweit der Ottersdorfer Straße. Zur militärischen Erprobung ist keines der Forts in Rastatt gekommen.


Kasematten

Kasematten waren Räume in den Forts, die entweder unter der Erde, in den Wällen oder in besonders gesicherten Gebäuden untergebracht waren. Als 1849 preußische Truppen die Festung Rastatt beschossen, flüchteten die Einwohner in diese Schutz bietenden Anlagen. Nach der Kapitulation wurden in den kleinen gewölbten Kammern, die nur durch Schießscharten das Tageslicht einließen, die Freischärler gefangen gehalten.

Lünette 42

Dieses Festungsgebäude auf dem Röttererberg war als Friedenspulvermagazin erbaut worden. 1875 erhielt es eine 30 Zentimeter dicker Erdeindeckung. Bis 1896 wechselt die Lünette 42 mehrmals den Besitzer, wovon der letzte eine Sprengstofffabrik in dem Gemäuer einrichtete. Im Jahr 1909 kaufte die Stadt Rastatt das Gelände. Am 5. Oktober 1957 wurde die Lünette 42 zum Kulturdenkmal erklärt. Seit einer Generalrenovierung und einem Umbau im Jahre 1982 befindet sich hier die Musikschule für behinderte und nicht behinderte Kinder.

Heute sind für Besucher die unterurdischen Wehrgänge der Bastion 27 am Karlsruher Tor die Kasematten am Südring, die ehem. Contreescarpegalerie, zu besichtigen.

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