Stadt Rastatt

„300 Jahre Rastatter Frieden“ – Bilanz eines großen Friedensjahres


(22. Januar 2015) „300 Jahre Rastatter Frieden“ – das war ein großes Fest- und Friedensjahr in Rastatt. Insgesamt vier Ausstellungen, 25 Führungen, 13 Vorträge und 30 Einzelveranstaltungen wurden während des Jubiläumsjahres angeboten und von den Besucherinnen und Besuchern hervorragend angenommen. Der Abschlussbericht zum Jubiläumsjahr wird auf der Gemeinderatssitzung am 26. Januar vorgestellt. Bei einem Pressegespräch im Historischen Rathaus dankte Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch den Organisatoren und den zahlreichen Kooperationspartnern. „Unsere Tradition als Friedensstadt wurde im Jubiläumsjahr lebendige Gegenwart“, so OB Pütsch. „Die vielen tollen Veranstaltungen haben sehr zum Wir-Gefühl in  der Stadt beigetragen und Rastatts Ruf als Kultur- und Friedensstadt gestärkt. Mein besonderer Dank geht an die Aktionsgemeinschaft „Rastatter Frieden“, die Kirchen, die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, die Sparkasse Rastatt-Gernsbach, die Volksbank Baden-Baden/Rastatt, den Gewerbeverein RA³ und die star.Energiewerke.“ Erfreulich sei außerdem, dass das zur Verfügung gestellte Budget in Höhe von 120.000 Euro ausgereicht habe, um ein ganzjähriges Programm anzubieten, so Pütsch weiter.

Höhepunkt des Friedensjahres war der große Festakt am 6. März, dem Jahrestag des Friedensschlusses, an dem auch Ministerpräsident Winfried Kretschmann teilnahm / Foto: Frank Vetter.

Mit der Organisation des großen Festjahres wurde frühzeitig begonnen: Der Gemeinderat hatte bereits in seiner Sitzung am 10. Mai 2010 ein Gesamtbudget von 120.000 Euro für das Jubiläumsjahr „300 Jahre Rastatter Frieden“ beschlossen. Das Budget umfasste den großen Festakt zum Jahrestag des Friedensschlusses, die Sonderausstellung im Stadtmuseum, eine Publikation sowie das Begleitprogramm zur Sonderausstellung sowie Öffentlichkeitsarbeit. Im Jahr 2011 rief die Stadt Rastatt die Projektgruppe „Rastatter Frieden“ ins Leben, die unter Federführung des Fachbereichs Schulen, Kultur und Sport und Projektkoordinator Klaus Kögel ein Veranstaltungskonzept erarbeitete. Herausgekommen ist ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm, an dem sich zahlreiche Kooperationspartner beteiligten. 

Offiziell eingeläutet wurde das Friedensjahr am traditionellen Neujahrsempfang der Stadt Rastatt am 10. Januar 2014: Hier feierte unter anderem die Auftragskomposition von Thomas Hoffmann „… und sie werden … nicht mehr lernen …“ seine imposante und beeindruckende Uraufführung – vorgetragen von mehr als hundert Musikern.

Festakt am 6. März 2014 mit dem Ministerpräsidenten
Höhepunkt des Friedensjahres war der große Festakt am 6. März, dem Jahrestag des Friedensschlusses, an dem auch Ministerpräsident Winfried Kretschmann teilnahm. Am selben Tag öffneten die Sonderausstellungen im Residenzschloss (Szenische Ausgestaltung durch Figurinen), im Wehrgeschichtlichen Museum („Frieden für Europa. 1714-2014: 300 Jahre Frieden von Rastatt“) und im Stadtmuseum Rastatt.

An vier Abenden war im Ehrenhof des Residenzschlosses „Spiel mit Grenzen“ zu sehen – die erste Eigenproduktion in der Geschichte des tête-à-tête / Foto: Frank Vetter.

Ein tête-à-tête mit dem Rastatter Frieden
Ein tête-à-tête mit dem Rastatter Frieden gab es zudem bei der elften Ausgabe des Internationalen Straßentheaterfestivals vom 27. Mai bis 1. Juni: An vier Abenden war im Ehrenhof des Residenzschlosses „Spiel mit Grenzen“ zu sehen – die erste Eigenproduktion in der Geschichte des tête-à-tête. Charlie Bick, Ulik und Ute Kossmann vom N.N. Theater hatten ein interkulturelles Straßentheaterprojekt auf die Beine gestellt und rund 1.800 Zuschauer begeistert. Für diese Sonderveranstaltung wurden vom Gemeinderat am 16. Mai 2014 zusätzliche Mittel in Höhe von 50.000 Euro bewilligt. Zudem unterstützte das Mercedes-Benz Kundencenter Rastatt die Inszenierung mit einer erheblichen Summe.

Freiluftgottesdienst „300 Jahre Einsiedelner Kapelle“
Am 13. Juli luden die katholische Kirche St. Alexander und die Stadt Rastatt zum Festgottesdienst „300 Jahre Einsiedelner Kapelle“ in den Murgpark ein, an dem neben Abt Urban Federer vom Kloster Einsiedeln zahlreiche Besucherinnen und Besuchern teilnahmen. Auch Delegationen aus Ostrov und Einsiedeln waren der Einladung gefolgt.

Am 13. Juli luden die katholische Kirche St. Alexander und die Stadt Rastatt zum Festgottesdienst „300 Jahre Einsiedelner Kapelle“ in den Murgpark ein / Foto: Stadt Rastatt.

Light of Peace – das Fest im Schloss
Am 19. Juli gab es mit „Light of Peace – das Fest im Schloss“ einen weiteren Höhepunkt des Festjahres. Bei der spektakulären Licht- und Videoinstallation wurden die Themen Krieg und Frieden auf die Fassade des Rastatter Schlosses projiziert – begeistert verfolgt von Tausenden Zuschauern. Die unerwartet hohe Besucherzahl führte vorübergehend zu kritischen Situationen beim Eingang zum Schlosshof und machte organisatorische Defizite deutlich, die partnerschaftlich im Rahmen eines Runden Tisches aufgearbeitet wurden.

Ökumenischer Friedensgottesdienst
Am 21. September, dem internationalen Friedenstag, fand in der Stadtkirche St. Alexander ein ökumenischer Friedensgottesdienst der katholischen und der evangelischen Kirche statt, bei dem eine Friedenskerze zum Jubiläum „300 Jahre Rastatter Frieden“ geweiht und im Chorraum aufgestellt wurde. Als Friedenssymbol wurden 300 Papiertauben in der Stadtkirche St. Alexander aufgehängt, die von der Aktionsgemeinschaft „Rastatter Frieden“, der Johannesgemeinde und dem Kreativtreff der Rastatter Citypastoral gefaltet wurden. Einige der Friedenstauben wurde nach dem Gottesdienst gegen eine Spende für ein Rastatter Flüchtlingsprojekt abgegeben. Die restlichen Tauben wurden bis November in der Stadtkirche ausgestellt und danach zur Unterstützung eines Flüchtlingsprojekts auf dem Rastatter Weihnachtsmarkt verkauft.

Ein Publikumsmagnet war die Sonderausstellung im Stadtmuseum „dass aller Krieg eine Thorheit sey“ / Foto: Matthias Hoffmann.

Sonderausstellungen im Stadtmuseum und in der Historischen Bibliothek
Mit dem Ende der Sonderausstellung im Stadtmuseum endete gleichzeitig das große Friedensjahr. Im Stadtmuseum lag der Schwerpunkt der Sonderausstellung „dass aller Krieg eine Thorheit sey“ auf der Lokal- und Regionalgeschichte, die vom 7. März 2014 bis zum 6. Januar 2015 zu sehen war. Für die Ausstellung im Stadtmuseum konnten zahlreiche bedeutende Leihgaben gewonnen werden, wie beispielsweise ein Friedenspokal aus dem Hause Baden oder eine wertvolle Silberkasel aus dem Kloster Einsiedeln. Die Ausstellung erfreute sich großer Beliebtheit: Insgesamt kamen rund 5.200 Besucher ins Stadtmuseum. Rund 930 Besucher nutzen außerdem das umfangreiche Führungsangebot des Stadtmuseums. Als Begleitprogramm wurden zudem 13 Vorträge angeboten, die mit durchschnittlich 40 Zuhörern im Bibliothekssaal der Historischen Bibliothek gut besucht waren. Auch die Publikation zur Sonderausstellung mit dem gleichnamigen Titel, erstellt von Stadtarchivar Oliver Fieg, wurde gut angenommen: 300 Exemplare sind schon verkauft. Ergänzend zur Ausstellung im Stadtmuseum zeigte auch die Historische Bibliothek vom 9. März bis 15. Juni 2014 eine Sonderausstellung mit dem Titel „Der Spanische Erbfolgekrieg und der Rastatter Frieden – Darstellung und Rezeption von Beständen der Historischen Bibliothek“. Während der Laufzeit der Ausstellung verzeichnete die Historische Bibliothek rund 1.300 Besucher. An den zwölf Führungen, die bis zum 6. Januar 2015 angeboten wurden, nahmen rund 480 Interessierte teil.

Für Klaus Kögel, städtischer Gesamtkoordinatior des Jubiläumsjahres „300 Jahre Rastatter Frieden“, war das Jubiläumsjahr ein Projekt voller positiver Erfahrungen und Erkenntnisse: „Es war eine große Herausforderung, das Thema Rastatter Frieden im Bewusstsein der Rastatter Bevölkerung zu verankern. Dank der großen Unterstützung der Kooperationspartner und der hervorragenden Zusammenarbeit innerhalb der städtischen Projektgruppe konnten wir dieses Ziel erreichen und über das gesamte Jahr auch außerhalb der musealen beziehungsweise historischen Betrachtung des Friedenssschlusses ein vielseitiges und vielschichtiges Veranstaltungsprogramm anbieten“, so Kögel. Die Dynamik, die sich innerhalb der letzten vier Jahre in der Projektgruppe entwickelt hatte, sei außerordentlich gewesen.

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