Die SAMMLUNG WESTERMANN


Der Sammler Günter Westermann kann auf einen ungewöhnlichen Weg zur Kunst zurückblicken.  Ausgehend von einer Autografensammlung begann er ab 1975 bildende Künstler und Künstlerinnen um deren Signatur auf Gemäldereproduktionen im einheitlichen Format  zu bitten. Als der Maler Georg Meistermann ihm daraufhin nicht nur seine Signatur sandte, sondern auch eine Skizze beilegte, griff der Sammler diese Geste auf und erweiterte sein Sammlungskonzept. Er versandte fortan Blanko-Karten im Format DIN A6 an die Künstler und bat sie um eine Zeichnung, Collage oder eine andere bildnerische Äußerung. Im Verlauf von Jahren entstand auf diese Weise eine spannende Sammlung von Papierarbeiten mit einer Vielfalt an künstlerischen Artikulationen.

1980 eröffnete sich Günter Westermann in seiner Sammeltätigkeit eine weitere Dimension. Die Begegnung mit dem Bildhauer Günter Neusel, der ihm riet, auch plastische Werke in die Sammlung zu integrieren, führte zur Entwicklung der Westermann-Box. Der Sammler baute kleine, nach vorn offene, schwarz lackierte Holzkästen und schickte diese an Künstler mit der Bitte, diese Boxen zu gestalten,  zu verändern. Dabei war es machbar sowohl im inneren Raum der Box als auch in deren Umfeld zu arbeiten. Es bestand außerdem die Möglichkeit, die Box in eine Installation zu integrieren.  Aus dieser offenen Situation heraus ergaben sich unbegrenzte Gestaltungsmöglichkeiten, die es den Künstlern gestatteten, die Box ihrer jeweiligen künstlerischen Position entsprechend in ein Kunstwerk zu transformieren. Auf diese Weise ist eine Sammlung von ungewöhnlichen Objekten entstanden, die einen maßstäblichen Querschnitt der Gegenwartskunst darbietet: große Kunst im kleinen Format.

Schon von Beginn an hatte der Sammler den beteiligten Künstlern zugesagt, die Sammlung von Zeit zu Zeit der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Gleichfalls war stets avisiert, das Projekt einer Kunsteinrichtung als Schenkung zu überlassen. Letzteres konnte nach mehreren umfangreichen Präsentationen der Sammlung in diversen Museen teilweise eingelöst werden, als Günter Westermann 1998 der Städtischen Galerie Fruchthalle seiner Geburtsstadt Rastatt ein Modul der Sammlung übergab,  welches ausschließlich Arbeiten von deutschen Künstlern und Künstlerinnen umfasst. Als eigenständige Sammlung innerhalb des Bestandes der Galerie werden Teile der Sammlung Westermann im 2015 eingerichteten "Kabinett Westermann" und in den Vitrinen im Eingangsbereich gezeigt oder sind im Rahmen von Bestandsausstellungen in größerem Umfang vertreten.


Zeichnungen (Auswahl)


Boxen (Auswahl)

Kontakt

Städtische Galerie Fruchthalle Rastatt
Kaiserstraße 48
76437 Rastatt

Galerieleitung
Peter Hank, M.A.


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Infothek
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Sonntag und an Feiertagen
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